Erich von Manstein in Nürnberg – Präventivkrieg, Gehorsam und verdrängte Verantwortung
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?️ Folge 275: Erich von Manstein in Nürnberg – Präventivkrieg, Gehorsam und verdrängte Verantwortung Im Jahr 1946 sagte Feldmarschall Erich von Manstein während der Nürnberger Prozesse als Zeuge aus. In der Befragung durch den Verteidiger Hans Laternser versuchte er, die militärische Führung der Wehrmacht von den nationalsozialistischen Verbrechen und dem Vorwurf einer gemeinsamen kriminellen Verschwörung abzugrenzen. Diese Folge untersucht Mansteins Verteidigungsstrategie. Er stellte den deutschen Angriff auf die Sowjetunion als angeblich notwendigen Präventivschlag dar und behauptete, die militärische Führung habe sich gegen eine unmittelbar drohende Gefahr verteidigen müssen. Diese Darstellung war Teil seiner Rechtfertigung und ist nicht mit einer unabhängigen historischen Bewertung gleichzusetzen. Zugleich beschrieb Manstein den Feldzug im Osten als einen „zweigesichtigen Krieg“: Auf der einen Seite habe die Wehrmacht einen militärischen Krieg geführt, auf der anderen Seite hätten Hitler, Himmler, SS und Einsatzgruppen einen ideologischen Vernichtungskrieg betrieben. Manstein erklärte, von der systematischen Ermordung der jüdischen Bevölkerung nichts gewusst zu haben und keinen Einfluss auf die Einsatzgruppen gehabt zu haben. Im Mittelpunkt steht außerdem die Frage des militärischen Gehorsams. Befehle wie der Kommissarbefehl verstießen gegen das Kriegsvölkerrecht und stellten Offiziere vor die Entscheidung, ob Gehorsam gegenüber der Führung persönliche Verantwortung ausschließen konnte. Manstein berief sich dabei auf soldatische Pflichterfüllung und das traditionelle preußische Offiziersethos. ? In dieser Folge erfährst du: • wie Manstein den Angriff auf die Sowjetunion rechtfertigte• warum er von einem angeblichen Präventivkrieg sprach• wie er militärische Kriegführung und nationalsozialistischen Vernichtungskrieg trennte• welche Rolle SS und Einsatzgruppen in seiner Aussage spielten• warum Manstein bestritt, von der systematischen Judenvernichtung gewusst zu haben• wie glaubwürdig die behauptete Trennung zwischen Wehrmacht und NS-Führung war• welche Bedeutung der Kommissarbefehl für die Schuldfrage besitzt• ob militärischer Gehorsam völkerrechtswidrige Handlungen entschuldigen kann• wie das preußische Offiziersethos zur Verteidigung der Generalität eingesetzt wurde• warum hochrangige Militärs nach 1945 ihre Verantwortung häufig als begrenzt darstellten• welche Funktion solche Aussagen in der späteren Legende von der „sauberen Wehrmacht“ hatten• wie persönliche Verantwortung innerhalb einer militärischen Hierarchie bewertet werden muss ? Jetzt reinhören und erfahren, wie Erich von Manstein in Nürnberg versuchte, militärische Pflichterfüllung, Unwissenheit und persönliche Verantwortung voneinander zu trennen. Hinweis: Die Folge behandelt nationalsozialistische Verbrechen, Krieg und Holocaust zu historischen und dokumentarischen Zwecken. #MarkenUndMenschen #Podcast #Folge275 #ErichVonManstein #NürnbergerProzesse #Wehrmacht #Ostkrieg #Kommissarbefehl #Einsatzgruppen #Holocaust #Nationalsozialismus #Militärgeschichte #Völkerrecht #Kriegsverbrechen #Gehorsam #Verantwortung #Präventivkrieg #SaubereWehrmacht #Zeitgeschichte #Geschichtspodcast