Japans Todeswohnungen: Was wirklich hinter Jiko Bukken steckt
Japans Todeswohnungen: Was wirklich hinter Jiko Bukken steckt

Japans Todeswohnungen: Was wirklich hinter Jiko Bukken steckt

Blanker Horror


10.04.2026 • 24 Min.

Stell dir vor, du ziehst in eine neue Wohnung ein – günstig, gute Lage, frisch renoviert. Und dann erfährst du, was dort passiert ist. In Japan gibt es eine eigene Kategorie für Immobilien, in denen Menschen gestorben sind: Jiko Bukken – Wohnungen, in denen Morde begangen wurden, Menschen einsam verwesten, oder Selbstmorde stattfanden. Und es gibt eine Website mit über 50.000 solcher Adressen, täglich besucht von Hunderttausenden Menschen. In dieser Folge tauchen wir tief in ein Phänomen ein, das weit mehr ist als eine Horrorgeschichte: Es ist ein Spiegel einer ganzen Gesellschaft. Wir sprechen über den Twitter-Killer von Zama, der neun Menschen in seiner Kühlbox lagerte. Über das Setagaya-Familienmassaker, das seit 25 Jahren ungelöst ist und dessen Tatort rund um die Uhr bewacht wird. Über einen Mann, der 26 Jahre lang Miete für die blutbefleckte Wohnung seiner ermordeten Frau zahlte – und damit zur Aufklärung des Falls beitrug. Und über Tokyos „ältesten Mann", der seit drei Jahrzehnten tot auf seinem Bett lag, während seine Familie weiter seine Rente kassierte. Dahinter stecken Jahrtausende japanische Kulturgeschichte: Kegare, die Unreinheit des Todes im Shintoismus. Onryō, rachsüchtige Geister, die jeden angreifen. Und eine Gesellschaft, in der 76.000 Menschen pro Jahr allein sterben – und niemand es merkt. Willkommen bei Blanker Horror. Heute machen wir eine Wohnungsbesichtigung.