Börsen-Zeitung | Nachhaltiges Investieren
Börsen-Zeitung | Nachhaltiges Investieren

Börsen-Zeitung | Nachhaltiges Investieren

Börsen-Zeitung


Podcast

Der Sustainable-Finance-Podcast der Börsen-Zeitung Wer definiert, was nachhaltig ist? Wo beginnt Greenwashing? Und wie müssen sich Investoren, Finanziers, Unternehmen und Dienstleister positionieren, um zukunftsfähig aufgestellt zu sein? Diese Fragen beleuchtet „Nachhaltiges Investieren“, der Podcast der Börsen-Zeitung rund um Sustainable Finance, ESG-Investments, Nachhaltigkeitstransformation & Co. Wir sprechen mit Expertinnen und Experten, die etwas zu sagen haben. Unsere Gäste sind Professionals aus Fondsgesellschaften, Banken und Unternehmen, andere bringen ihre Perspektive als Wissenschaftler, Regulierer oder Dienstleister ein. In jeder Episode nehmen wir im Interview ein aktuelles Thema oder eine besondere Herausforderung in den Blick und sprechen über professionelle und persönliche Einschätzungen. Zum Abschluss liefert unser Newsblock einen Überblick über die wichtigsten Meldungen aus der Sustainable-Finance-Community. Nachhaltiges Investieren erscheint jeden zweiten Donnerstag, Redaktion: Sabine Reifenberger. Feedback und Fragen sind willkommen: podcast[at]boersen-zeitung[dot]de Sie interessieren sich für ein Sponsoring des Podcasts oder für die weiteren ESG-Produkte der Börsen-Zeitung? Dann tretet gern in den Austausch mit unserem Sales-Team. Eva Kammler: E.Kammler[at]boersen-zeitung[dot]de

Alle Folgen

  • Dax-Konzerne verlieren Klimaziele aus dem Blick

    Vor 2 Tagen36:49

    Die Klimatransition der Dax-Familie hat 2025 an Dynamik eingebüßt. Das zeigt der am Donnerstag veröffentlichte „What if“-Report des Climate-Tech Right°. Darin untersucht das Unternehmen, wie stark die betrachteten Konzerne zur Erderwärmung beitragen. Die Modelle zeigen, wie stark sich die Erde bis zum Jahr 2100 erwärmen würde, wenn sie dieselbe Klimaperformance hätte wie das betrachtete Unternehmen. Eine ernüchternde Erkenntnis brachte der Report mit Blick auf selbstgesteckte Klimaziele: Ein ambitioniertes Ziel erhöht nämlich den Daten zufolge nicht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen tatsächlich auf Paris-konformem Kurs liegt. „Das ist natürlich schon ein bisschen bitter", sagt Right°-CEO Hannah Helmke im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung. Sie findet Ziele weiterhin sinnvoll – „weil es sehr klar darstellt, wo will ich hin“ und damit Orientierung gebe. Oft scheiterten Unternehmen aber beim Übersetzen der Ziele in konkrete Handlungen: „Ich glaube, dass die Umsetzung von diesem Ziel einfach massiv unterschätzt wird“, sagt Helmke. Nach Helmkes Einschätzung sind die Unternehmen spätestens durch Erfahrungen mit Hitze und Dürre im zurückliegenden Sommer und den Iran-Krieg wieder stärker für Klima und Dekarbonisierung sensibilisiert. Von den Ergebnissen des diesjährigen Reports will sie sich nicht entmutigen lassen: „Der Track Record im Jahr 2025 ist eine Momentaufnahme, das kann nächstes Jahr anders sein“, sagt sie. Es gebe „tolle Transformationsunternehmen“ im Dax, etwa die Deutsche Telekom. „Die sind fast da, die sind on track auf 1,8°C“, berichtet Helmke. Gestartet sei der Konzern bei 5°C, seit 2021 sinke der Wert aber kontinuierlich. Solche Unternehmen sind für sie Hoffnungsträger: „Die haben was zu erzählen über Transformation, davon will man lernen, wie es gehen kann.“

  • Hitze, Dürre, Niedrigwasser: Wenn das Klima zum Geschäftsrisiko wird

    03.09.202628:23

    Eine Durchschnittstemperatur um 3,3°C über dem langjährigen Mittel, wenig Regen: Auch Unternehmen haben die extremen Bedingungen des Sommers zu spüren bekommen. „Wir sehen das jetzt bei den Calls zu den Quartalszahlen: In jedem zehnten Call wird das Thema Dürre, Waldbrand und Co. angesprochen“, berichtet Henrik Pontzen, Chief Sustainability Officer der Union Investment, im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung. „Je größer das die Firma, desto wahrscheinlicher, dass man an irgendeinem Produktionsstandort betroffen ist.“ Zwar hätten Unternehmen wie Thyssenkrupp oder BASF die Situation in diesem Jahr gut gemeistert, doch das Thema sei international bedeutsam. „Wasserknappheit ist nicht nur Niedrigwasser am Rhein, es ist genauso Halbleiterproduktion in Taiwan, es ist genauso Bergbau in Chile“, sagt Pontzen. Das Thema sei jeden Tag irgendwo auf der Welt präsent. Durch die sichtbaren Folgen des Klimawandels rückt für ihn die Transformation von einer fossilen hin zu einer elektrisch betriebenen Industrie weiter in den Fokus. „Der Megatrend, der sich noch immer weiter beschleunigt, das ist der zur Elektrifizierung.“ Über Gewinner und Verlierer der jüngsten Entwicklungen spricht Henrik Pontzen in dieser Podcast-Episode.

  • Unternehmen suchen den Business Case für Nachhaltigkeit

    23.07.202631:11

    Seit 2022 geben Unternehmen und Finanzmarktakteure für den Sustainability Transformation Monitor Auskunft zur Transformation der Wirtschaft. Mit mehr als 820 befragten Organisationen aus Realwirtschaft und Finanzwirtschaft zählt der Monitor zu den umfassendsten Erhebungen. Bei der jüngsten Auflage gab es eine Neuerung – und die hatte es in sich: „Wir hatten eine neue Frage hinzugefügt zum Business Case“, berichtet Jakob Christof Kunzlmann, Senior Expert im Bereich Nachhaltige Soziale Marktwirtschaft bei der Bertelsmann Stiftung, im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung. Das Ergebnis sei für die Nachhaltigkeits-Community nicht besonders positiv ausgefallen, berichtet Kunzlmann, der den Monitor verantwortet hat. 83% der befragten Unternehmen sehen demnach keinen Business Case für Nachhaltigkeit. Zwar erkennen 43% der Unternehmen einen finanziellen Mehrwert darin, dass ihr Unternehmen in nachhaltige Transformation investiert. Doch dieser Mehrwert liegt noch unter den damit verbundenen Kosten. Teile der Community haben es Kunzlmann zufolge sehr positiv aufgenommen, dass der Report den Finger in diese Wunde lege. „Es ist nicht alles ein Win-Win-Wonderland. Es gibt Zielkonflikte.“ Allerdings gab es auch Kritik. Manche hielten die Fragestellung für „unterkomplex“, sagt Kunzlmann. Tatsächlich sei es nicht leicht, den Business Case von Nachhaltigkeit sofort finanziell nachzuweisen, räumt er ein. Das anfängliche Investment könne man zwar messen, etwa den Aufwand für den Aufbau von Know-how oder für ein Reporting-System. Langfristige positive Effekte hingegen seien schwieriger zu ermitteln. „Das kann ich noch nicht nach einem halben Jahr, wenn ich das erste Mal ein Reporting-System aufgebaut habe, klar sagen.“ Derzeit bremsen seiner Ansicht nach auch unsichere Rahmenbedingungen die Investitionen in Nachhaltigkeit. Er sieht „einen ziemlichen Zickzackkurs in der Politik zur Nachhaltigkeitstransformation“. Unternehmen fehle es an Planungssicherheit. Intern setzt das manche ESG-Stäbe unter Druck. „Wir wissen, dass Budgets auch teilweise eher rückläufig sind“, sagt Kunzlmann. Allerdings sieht er einen Nachholeffekt in bestimmten Bereichen der Wirtschaft: „Die Großunternehmen haben schon in den letzten Jahren viel gemacht. Jetzt zieht der Mittelstand so ein bisschen nach.“ Auch auf Bankenseite ist seiner Einschätzung nach viel passiert – nicht zuletzt, weil die Institute aufsichtsrechtlich angehalten sind, ESG-Daten in ihr Risikomanagement zu integrieren. In Finanzierungsgesprächen spielt Nachhaltigkeit allerdings eine abnehmende Rolle, darin sind sich Unternehmen und Banken einig. Während Sustainability-linked-Produkte vor allem von Großkonzernen genutzt würden, dominierten im Mittelstand klassische Förderprodukte, beobachtet Kunzlmann. Er ist dennoch überzeugt, dass Unternehmen sich dem Thema Nachhaltigkeit weiter widmen werden – und Banken ohnehin: „Transformation benötigt Kapital, und Banken verleihen Kapital. Das ist für die schon mal ein Business Case.“

  • Valueverde-Gründer setzt auf Renaissance von Genossenschaftsanteilen

    09.07.202631:25

    Seit dem 1. Januar 2025 ist es in Deutschland möglich, Genossenschaftsanteile digital zu zeichnen. Das Leipziger Startup Valueverde will es Anlegern ermöglichen, sich direkt an Energiegenossenschaften zu beteiligen, und setzt auf einen Schub durch die digitale Option. In der aktuellen Episode von „Nachhaltiges Investieren“, dem Sustainability-Podcast der Börsen-Zeitung, spricht Nathanael Meyer, Gründer und CEO von Valueverde, über die Vorteile von Genossenschaftsanteilen als nachhaltige Anlageklasse und skizziert die Risiken und andere aus Sicht von institutionellen Investoren kritische Punkte. Gleichwohl hofft Meyer auf eine Entwicklung wie beim Aktienmarkt: „Vor zehn Jahren hätte niemand gedacht, dass Aktien in Deutschland einmal einen Hype haben könnten. Das Gleiche sehe ich bei Genossenschaften kommen, sobald sie bekannter werden.“

  • Zwischen „Wissenschafts-Elfenbeinturm“ und Bayer-Beirat

    25.06.202632:02

    Wissenschaft und Praxis müssen sich im Alltag begegnen, davon ist Christian Klein, seit 2013 Professor für Nachhaltige Finanzwirtschaft an der Universität Kassel, überzeugt. „Es ist genau das, was ich so liebe: aus unserem Wissenschafts-Elfenbeinturm hervorzutreten und ins wirkliche Leben reinzuschnuppern“, sagt er im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung. Seit sechs Jahren ist der Wissenschaftler Teil des Sustainability Council bei Bayer. Der Beginn war jedoch holprig: Ein Bayer-Mitarbeiter habe ihn nach einem Vortrag auf einer Tagung angesprochen und ihm von den Council-Plänen berichtet. „Ich habe den ausgelacht“, erinnert sich Klein. „Ich habe gesagt, das ist eine nette Idee, aber es wird euch kein Mensch glauben. Da denken alle sofort an Monsanto und an Greenwashing.“ Weitere Gespräche seien ähnlich verlaufen, auch ein Call mit dem damaligen CEO. „Ich habe genau das Gleiche gesagt – dass das nicht funktionieren wird.“ Kurz darauf kam der Ruf in den Beirat. „Ich war wirklich überrascht. Ich hatte nicht verstanden, dass das quasi Bewerbungsgespräche waren“, sagt Klein. Er ist sich sicher: „Die haben mich genommen, weil sie wussten, das ist ein Typ, der unbequeme Fragen stellen wird.“ Sein Lehrstuhl für Nachhaltige Finanzwirtschaft war der erste mit diesem Schwerpunkt in Deutschland. Für seine eigene Forschungsarbeit hat er die Devise „Jetzt erst recht“ ausgerufen. „Deswegen haben wir da feste Systeme, dass wir eben nicht abhängig sind von irgendwelchen Moden, sondern wirklich objektiv das beforschen dürfen, was wir für wichtig halten.“ Er ist überzeugt, dass die Nachhaltigkeitsrisiken im Moment wieder steigen. „All das, was wir jetzt ausbremsen, werden wir eines Tages nachholen müssen.“

  • Warum ESG-Daten selten so eindeutig sind, wie sie aussehen

    11.06.202632:53

    Nachhaltige Geldanlage braucht verlässliche Daten – doch ESG-Informationen sind oft fragmentiert, Ratings messen häufig Unterschiedliches, die Datenqualität ist ein grundlegendes Problem und auch wenn KI die Auswertung verbessern kann, schafft sie gleichzeitig neue Prüfbedarfe. Matthias Breier, CPO von Weefin, erklärt im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung, wie Investoren inmitten des zunehmenden politischen ESG-Gegenwinds durch das Datenlabyrinth navigieren können.