Darf man mit Faschisten reden?
Darf man mit Faschisten reden?

Darf man mit Faschisten reden?

Eine Meine Deine Meinung - EMDM


Vor 5 Tagen • 40 Min.

Anlass dieser Episode ist das viral gegangene Interview des Podcast-Formats {Ungeskriptet} (Ben Berndt) mit Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der AfD in Thüringen – viereinhalb Stunden lang, über 3,5 Millionen Aufrufe auf YouTube allein. Die Kritik: Höcke durfte sein Programm unkommentiert und unkritisch durchziehen. Tim und Djamil diskutieren – wie immer mit zugeloster Position – ob es legitim, sinnvoll oder gar gefährlich ist, Faschisten eine öffentliche Plattform zu geben. Die wichtigsten Argumente im Überblick Dafür (Djamil): Fast 30 % der Wählerinnen und Wähler neigen zur AfD – Dialog ist unumgänglich, um die Ursachen zu verstehen Faschismus verschwindet nicht durch Totschweigen, sondern wächst im Verborgenen Erfolgreiche Deradikalisierungsprogramme (z. B. Exit) basieren auf Gespräch, nicht auf Ausgrenzung Das Interview mit Höcke wirkte für Djamil eher entmystifizierend – die Argumente sind dünn Das Märtyrer-Narrativ der AfD ("die wollen uns zum Schweigen bringen") wird durch Ausgrenzung gestärkt, nicht geschwächt Dagegen (Tim): Die bloße Frage, ob man mit Höcke reden sollte, zeigt bereits, wie weit die Normalisierung schon fortgeschritten ist Medienpräsenz radikalisiert nicht nur bestehende Anhänger, sondern gewinnt neue Sympathisanten Das Interview war kein Journalismus – kein Faktencheck, keine kritischen Gegenfragen, kein journalistischer Ethos Historische Beispiele (Hitler/von Papen, Mussolini) zeigen, wie gefährlich das "Harmlosigkeits-Argument" ist Algorithmen (TikTok, YouTube) spielen rechts- und linksradikale Inhalte nachweislich häufiger aus als demokratische Parteien Erwähnte Personen & Begriffe Björn Höcke – AfD-Fraktionsvorsitzender Thüringen, gerichtlich als "Faschist" bezeichenbar (VG Meiningen, 2019) Ben Bernd – Host des Podcasts Ungeskriptet Tino Chrupalla – AfD-Bundesvorsitzender Steve Bannon / Tucker Carlson – als US-amerikanische Parallelen zur Medienstrategie der Rechten Exit-Deutschland – Aussteigerprogramm aus der rechten Szene Rundfunkstaatsvertrag – als historisch gewachsenes Instrument gegen unkontrollierte Medienmacht ---- Kapitel 00:00 Einführung in die Meinungsfreiheit 02:58 Die Rolle von Ben und ungeskriptet 06:03 Darf man mit Faschisten reden? 08:51 Die Entwicklung der AfD und ihre Radikalisierung 11:39 Die Gefahren der Normalisierung von Extremismus 14:55 Der Einfluss der Medien auf den Diskurs 17:44 Schlussfolgerungen und Ausblick 22:14 Die Gefahren der Radikalisierung 25:00 Medien und ihre Verantwortung 29:29 Meinungsfreiheit vs. Manipulation 33:19 Die Rolle der sozialen Medien 36:51 Entmystifizierung von Extremismus Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices