Wie hört sich Armut an? Der Groschendreher - Podcast
Wie hört sich Armut an? Der Groschendreher - Podcast

Wie hört sich Armut an? Der Groschendreher - Podcast

Groschendreher – Kieler Bündnis gegen Altersarmut


Podcast

Armut verkürzt die Lebenszeit und heißt auch: jeden „Groschen“ zweimal umzudrehen und sich jede Ausgabe zu überlegen. Und: Altersarmut trifft bis zum Jahr 2035 jeden fünften Menschen, der in Rente geht. In Kiel leben schätzungsweise 30 % der Personen über 65 Jahren unter der Armutsgrenze oder sind von Armut bedroht. Armut ist oft still, schweigend und unsichtbar. Dabei betrifft Armut immer mehr Menschen. Im Podcast sprechen wir mit Menschen, die in Altersarmut leben und sie alltäglich erfahren. Sie berichten uns davon, damit wir zuhören und Armut laut wird. Zudem werden Themen in Bezug zu Altersarmut aus dem Verein aufgegriffen und gemeinsam mit Netzwerkpartner*innen und Expert*innen bearbeitet. Benjamin Walczak, Vorsitzender des Vorstandes des „Groschendreher – Kieler Bündnis gegen Altersarmut e. V.“, regte bereits 2015 einen „Runden Tisch gegen Altersarmut“ an, um auf die wachsende Anzahl von Altersarmut Betroffener in Kiel, aufmerksam zu machen. Hier trafen sich Vertreter*innen Kieler Einrichtungen und Institutionen um über Altersarmut zu diskutieren. Aus dem daraus entstandenen „Bündnis gegen Altersarmut“ gründete sich 2019 der Groschendreher – Kieler Bündnis gegen Altersarmut e. V. Im Verein engagieren sich Institutionen und Akteur*innen aus Kiel.

Alle Folgen

  • 15: Smartphone & Co: Digitale Teilhabe kennt kein Alter

    13.02.202642:04

    Digitale Teilhabe – was ist das eigentlich? Und wie schaffen wir es, dass sich ältere Menschen an die Nutzung eines Smartphones oder Tablets trauen – auch wenn sie bisher kaum oder gar keine Berührungspunkte mit diesen neuen Technologien hatten? Und KI? Bitte waaas? All diese Dinge, die mit den neuen Medien einhergehen, sind für die jungen Leute Alltag, Selbstverständnis. Aber die reifere Generation ist noch ohne digitale Endgeräte groß geworden. Da wundert es nicht, dass es manchmal schwer ist, sich an solche „Super-Computer in Kleinformat“ heranzutrauen. Abhilfe leistet da das Projekt „Patenenkel*in“ des nettekieler Ehrenamtsbüro. In dem Projekt unterstützen Jugendliche und junge Erwachsene (ca. 16-30 Jahre) ältere Menschen im persönlichen Kontakt bei der Handhabung ihres Smartphones, Laptops oder Tablets. Wie das laufen kann und was wichtig bei dem Projekt ist, berichten uns Anila Eid, die Projektkoordinatorin sowie das Tandem Johannes und Monika, die sich durch das Projekt begegnet sind und daraus sogar eine Freundschaft zwischen den Generationen entstanden ist. Eine wunderbare und unterhaltsame Freundschafts-Geschichte, die Mut macht digital dabei zu sein! Kontakt zum Projekt Patenenkel*in: Anila Eid Telefon: 0431/901-5512 Mobil: 0160/930 458 19 E-Mail: anila.eid[at]nette-kieler.de

  • 14 - Überleben und weitermachen - eine Lebensgeschichte zwischen Gewalt und Altersarmut

    25.11.202551:05

    Warnung: In dieser Folge sprechen wir übersexuellen Missbrauch und Gewalt. Wenn man sich mit diesen Themen nicht sicher fühlt, empfehlen wir, die Folge nur nach Bedarf anzuhören. Bitte suchen Sie sich Unterstützung, wenn es Ihnen nicht gut geht. Dafür steht zum Beispiel das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 116 106 zur Verfügung. In der Folge 14 des Groschendreher-Podcast erzählt uns Käthe (Name geändert) ihre Lebensgeschichte. Sie berichtet über eine lieblose Kindheit und sexuellen Missbrauch durch ihren Vater. Ihr ganzes Leben kämpft Käthe mit Folgen ihrer Kindheit und erlebt erneut sexualisierte Gewalt in einer Einrichtung, in der sie Hilfe und Unterstützung gesucht hatte. Und trotz aller Rückschläge, sie kämpft sich immer wieder zurück ins Leben. Heute steht sie gefestigt im Leben, ist aktiv und fröhlich. Es ist ihr wichtig zu sagen: „Ich bin glücklich und nicht nur Opfer.“ Aber auch im Alter sieht sie sich mit langfristigen Folgen konfrontiert: Durch die Schwierigkeiten, psychische Erkrankungen und die späte Aufarbeitung zu bewältigen, konnte sie nur wenig arbeiten und lebt heute von einer kleinen Rente.. Käthes Geschichte ist eine von vielen: Jeder siebte bis achte Erwachsene in Deutschland war von sexuellem Kindesmissbrauch betroffen, Mädchen sind doppelt so häufig betroffen wie Jungen. Besonders betroffen sind auch Mädchen und Frauen mit Behinderung, die bis zu dreimal häufiger Opfer sexueller Gewalt werden. So wie Käthes Geschichte zeigt, können diese traumatischen Erlebnisse weitreichende Folgen für das Leben haben und unter anderem auch in Altersarmut führen. Der Weg der Aufarbeitung ist individuell – bei einigen bleibt das Erlebte lange verborgen, bei anderen beeinflusst es das Leben über Jahre. Im Nachgespräch werfen wir einen Blick auf die breitere gesellschaftliche Dimension von sexuellem Missbrauch. Die Dunkelziffer ist vermutlich sehr hoch. Viele Betroffene schämen sich, Täter*innen agieren häufig in vertrauensvollen Kontexten wie der Familie, kirchlichen Institutionen oder sozialen Einrichtungen. Diese Strukturen und die gesellschaftliche Tabuisierung erschweren eine umfassende Aufklärung und verhindern oft, dass Täter*innen zur Rechenschaft gezogen werden. Auch heute noch, auch durch die #MeToo-Bewegung, wird sichtbar, wie tief dieses Problem in der Gesellschaft verwurzelt ist. Es ist entscheidend, offen und empathisch über diese Themen zu sprechen, um Scham abzubauen und Betroffene zu unterstützen. Die Scham sollte nicht bei den Opfern bleiben – die Gesellschaft muss ihren Blick auf die Täter*innen richten. Ein Beispiel dafür ist der Fall der Französin Gisèle Pelicot, der international Aufsehen erregte und die Notwendigkeit einer breiten gesellschaftlichen Auseinandersetzung verdeutlicht. Wir bedanken uns bei Käthe für ihre Offenheit und den wertvollen Einblick in ihre Erfahrungen. Ihr Gespräch ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie wichtig es ist, über Gewalt und deren Auswirkungen zu sprechen, um Veränderungen anzustoßen und Hilfe zu ermöglichen.

  • 13 - Bürgerschaftliches Engagement – auch im Alter eine gute Idee

    25.02.202541:05

    In dem Groschendreher-Podcast spricht Alexandra Hebestreit vom nettekieler Ehrenamtsbüro in der aktuellen Folge "Bürgerschaftliches Engagement - auch im Alter eine gute Idee" über die Bedeutung und Vorteile von ehrenamtlichem Engagement. Sie betont, dass aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben nicht nur für die Gemeinschaft wertvoll ist, sondern ganz besonders für jede einzelne Person und das unabhängig vom Alter. Engagement wirkt sich positiv auf die Lebensqualität aus: das Zusammengehörigkeitsgefühl, die Gemeinschaft, der Spaß an dem eigenen Ehrenamt, die Herausforderungen, neue Dinge zu lernen oder einfach der Kontakt zu den Mitmenschen. Der Podcast vermittelt eine positive Perspektive auf das Ehrenamt und zeigt, dass es nie zu spät ist, aktiv zu werden. Haben Sie den Mut und trauen Sie sich! Jeder Mensch ist wertvoll und kann sich mit Lebenserfahrung und den eigenen Kompetenzen mit in die Gesellschaft einbringen. Kontakt nettekieler Ehrenamtsbüro: Anschrift Neues Rathaus Andreas-Gayk-Str. 31, Eingang A 24103 Kiel Kontakt Telefon: 0431/901-55 02 und -55 06 Fax: 0431/901-655 04 E-Mail: ehrenamtsbuero[at]nette-kieler.de Beratungszeiten Montag, 14 – 16 Uhr Dienstag, 10 – 12 Uhr Donnerstag, 16 – 18 Uhr Freitag, 10 – 12 Uhr Die Beratung für an einem Engagement Interessierte findet nur nach telefonischer Anmeldung (Tel. nettekieler Ehrenamtsbüro: 0431-901-5502), statt.

  • 12 - Über Armut spricht man nicht?!

    04.02.202549:54

    Doch! Denn wir machen (Alters)Armut hörbar. In dieser Folge erzählt uns Gisela aus ihrem Leben. Gisela ist Rentnerin und erhält nur eine kleine Rente. Wie sie mit ihrer Armut im Alter umgeht, trotzdem aktiv ist, gelernt hat Hilfe anzunehmen und zuversichtlich bleibt, berichtet sie im Podcast. Und eins ist ihr ganz wichtig: über Armut sprechen, Menschen darüber zu informieren und zu ermutigen Hilfe anzunehmen. An Schulen spricht Gisela zum Beispiel über ihre Lebensgeschichte, um über das Thema Altersarmut aufzuklären und gesellschaftliche Vorurteile abzubauen. Vielen Dank, liebe Gisela, für dein Engagement.

  • 11 - Groschendreher Kieler Bündnis gegen Altersarmut e.V. - Kultur-Erlebnisse gegen Einsamkeit

    17.07.202443:18

    Mit wenig Geld Kultur erleben? Nicht einfach, denn Kultur kostet! Mit dem Projekt KULTURISTENHOCH2|Kiel wird Kieler Senior*innen ab 65 Jahren mit kleinem Geldbeutel kulturelle Teilhabe ermöglicht. Mit gespendeten Eintrittskarten können sie gemeinsam mit eine*r Schüler*in im Tandem ein Kulturangebot genießen und in den Austausch mit der jüngeren Generation kommen. Eine gewinnbringende Erfahrung für alle Beteiligte. Das Projekt wirkt gegen Einsamkeit im Alter und trägt dazu bei, dass ältere Menschen, die sich zurückgezogen haben, wieder aktiver am Leben teilnehmen. Interessiert oder Fragen? Dann nehmt gern Kontakt auf: Howe-Fiedler-Stiftung/ KULTURISTENHOCH2|Kiel Holstenstraße 88-90 24103 Kiel Telefon 0160 93412952 E-Mail kiel-kulturisten@howe-fiedler-stiftung.de Wichtig zu wissen: KULTURISTENHOCH2|Kiel richtet sich ausschließlich an Senior*innen ab 65 aus dem Kieler Stadtgebiet mit geringen finanziellen Mitteln. Es wird ein Nachweis über das monatliche Einkommen benötigt. Mehr Informationen zu dem Projekt: www.kulturisten-kiel.de

  • 10 - Groschendreher Kieler Bündnis gegen Altersarmut e.V. - Wie Armut, Depressionen und Einsamkeit krank machen können!

    01.12.202342:19

    Wir haben eine neue Stimme beim Groschendreher. Saskia Landsiedel ist seit Juli 2023 Koordinatorin bei uns. Heute ist Oliver Wessel vom ambulanten Zentrum des Kieler Fensters. In der heutigen Folge geht es konkret darum, wie Armut, Depressionen und Einsamkeit krank machen können. Oliver berichtet aus seinem täglichen Erleben und zeigt die Schwierigkeiten und die Herausforderungen auf, die rund um dieses hochkomplexe Thema bestehen. Bitte wendet euch bei Fragen gerne jederzeit an uns! Das geht am einfachsten über unsere Website https://www.groschendreher.de