Europa und der Erste Weltkrieg: Christopher Clarks "Die Schlafwandler"
Mit "Die Schlafwandler - Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog" hat der australische Autor Christopher Clark den Blick auf den Ausbruch des Ersten Weltkrieges grundlegend verändert. Dabei geht es keineswegs darum, das Deutsche Reich von einer Mitschuld freizusprechen, aber Clark beschreibt ein größeres Geflecht europäischer Interessen und Motivationen, das die Ausgangslage und damit den Krieg wesentlich beeinflusste.
Was passiert im Hörbuch "Die Schlafwandler"?
Als "Schlafwandler" bezeichnet der in Großbritannien lebende australische Historiker die wichtigsten politischen Akteure in den europäischen Metropolen Frankreichs, Englands, Russlands, Österreich-Ungarns und natürlich Deutschlands zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Denker und Lenker, die in einer komplexen Welt durch gegenseitiges Misstrauen, Überheblichkeit, nationale Eitelkeiten und katastrophale Fehleinschätzungen die Gefahr eines Weltkrieges nicht kommen sahen.
Obwohl die Schuld der Deutschen nach dem Ersten Weltkrieg im Versailler Vertrag festgeschrieben wurde und auch die sogenannte "Fischer-Kontroverse" der 1960er Jahre die Ursache im deutschen Militarismus und Weltmachtstreben sah, geht es dem Historiker in "Die Schlafwandler" nicht um die Schuldfrage. Clark geht einen Schritt weiter zurück, um das große Gesamtbild zu betrachten, das 1914 zum Kriegsausbruch führte.
Detailliert und mit reichem Quellenmaterial erläutert er, welche Mächte daran beteiligt waren, einen Krieg von beispielloser Zerstörungskraft und mit 20 Millionen Toten zu entfesseln. Clark schildert die historisch relevanten politischen Ereignisse vor 1914, beginnend mit der Ermordung König Alexanders I. von Serbien und seiner Gemahlin Königin Draga am 11. Juni 1903. Und er geht auch auf die jüngere Zeitgeschichte ein und erklärt, warum UNO, NATO und G-20 dafür sorgen, dass Weltkrisen heute anders verlaufen.
Wer ist der Autor Christopher Clark?
Der 1960 in Sydney, Australien, geborene Sir Christopher Munro Clark ist ein international anerkannter Historiker und Professor für Neuere Europäische Geschichte am St. Catharine's College in Cambridge, England. Nach seiner Schulzeit in Sydney studierte er von 1979 bis 1985 Geschichte an der University of Sydney, von 1985 bis 1987 an der Freien Universität Berlin und von 1987 bis 1991 am Pembroke College der University of Cambridge.
Dort promovierte er 1991 mit einer Arbeit über das Verhältnis von Juden und Protestanten im Preußen des 18. und 19. Jahrhunderts. Christopher Clark gilt als Experte für die preußische Geschichte, sein Buch "Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600-1947" wurde 2007 mit dem Wolfson Prize ausgezeichnet und war im selben Jahr Sachbuch des Monats. Dass Clark gut Deutsch spricht, liegt nicht nur an seiner Studienzeit in Berlin, sondern auch daran, dass er mit der deutschen Kunsthistorikerin Nina Lübbren verheiratet ist, die an der Anglia Ruskin University lehrt.
Weitere Informationen zum Hörbuch "Die Schlafwandler"
Erstveröffentlichung
- 15.09.2013
Originaltitel
- The Sleepwalkers. How Europe Went to War in 1914
Autor
- Christopher Clark
Sprecher
- Frank Arnold
Länge in Minuten
- 29 Std. 17 Min.
Verlag
- Random House
Genre
- Sachbuch
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