Ihre lebensklugen Erkenntnisse teilt die Ich-Erzählerin mit einem als 'Doktor' bezeichneten Briefpartner - dahinter darf man keinen Geringeren als den Schriftsteller Franz Hessel vermuten -, dem sie vertrauensvoll tiefe Einblicke in ihr libertäres Liebesleben gewährt und ihn gleichzeitig in die verschiedenen Charaktere ihrer jeweiligen Liebespartner einweiht. Nun entwickelt sie eine wunderbar boshafte Typenlehre der Männerwelt: Da gibt es beispielsweise den Typus 'Retter', der an die "wahre Liebe" glaubt und doch nur an Selbstüberschätzung leidet. Oder die elegante 'Begleitdogge', die "zum Verzagen langweilig, aber unwiderstehlich elegant" ist und die "möglichst passend zur Garderobe der Dame" gekleidet in Erscheinung treten sollte, dann den 'Cœurbuben' und den 'fremden Herrn', den 'Salonschurken' und den 'verheirateten Mann', der für "tiefe Sensation ohne Gemütsbeteiligung" steht. Und nicht zu vergessen all die vielen anderen 'Pauls und Pedros' ...
