hr2 Notenschlüssel
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Podcast

Klassische Musik – noch Fragen? Paul Bartholomäi gibt ganz persönliche Antworten: In jedem Podcast entschlüsselt er ein anderes Werk, lässt Zusammenhänge hörbar werden, führt in die Welt der Komponisten. Weitere Folgen gibt’s hier ab dem 23. September.

Alle Folgen

  • Notenschlüssel - Händel: Wassermusik

    Vor 5 Tagen1:24:17

    Es muss schon ein pittoreskes Schauspiel gewesen sein, was als höfische Lustbarkeit am 17. Juli 1717 auf der Themse stattfand. Da plätscherten einerseits Schiffchen mit der Hofgesellschaft umher, andererseits solche mit Instrumentalisten, die Musik von Händel zum Besten gaben - eine erstaunliche Leistung, schiffsübergreifend zusammen zu spielen. Die Musik war die zweite Suite D-Dur der so genannten "Wassermusik" von Händel, und weil die plakative und eingängige Musik so erfolgreich war, komponierte Händel gleich noch zwei weitere, heute ebenso berühmte Suiten, die den Weg aufs Wasser aber nie gefunden haben dürften. Die Skurrilitäten um diese berühmten Klänge Händels interessieren Paul Bartholomäi im "Notenschlüssel" aber nur am Rande. Er blickt auf die Musik- und Kunstgeschichte Englands der 1710er Jahre, auf den Palladianismus, die Chinamode, die Landschaftsgärten. Wie passt das alles zu Händels Musik, namentlich der "Wassermusik"?

  • Notenschlüssel - Debussy: Die versunkene Kathedrale

    Vor 5 Tagen1:23:12

    Musik vom Ende der Welt - angeregt von der Sage der mitsamt ihrer Kathedrale versunkenen bretonischen Stadt Ys im "Finistère", dem westlichsten Département der Bretagne, komponierte Claude Debussy sein zehntes Prélude für Klavier im ersten Heft. Wie der ungern also solcher bezeichnete musikalische "Impressionist" die Glockenklänge der Kathedrale in ein Klavierstück umschmilzt, das erklärt Paul Bartholomäi. Er untersucht auch die unterirdischen Verbindungslinien zur Musik Richard Wagners (der Debussy zunächst verfallen war, die er später aber ablehnte), erzählt natürlich die zugrundeliegende Sage und nimmt diese aus dem Wasser aufsteigenden Glockenklänge als Tor zur Musik des "ganzen Debussy".

  • Notenschlüssel - Strawinsky: Le "Massacre" du Printemps

    Vor 5 Tagen1:22:09

    Welche Erwartung haben wir, wenn wir ein Konzert besuchen? Wir wollen irgendwas hören, anderes eher nicht - jedenfalls gehen wir sicher nicht wie ein unbeschriebenes Blatt in ein Konzert, wir sind keine "Tabula rasa". Und wenn uns allen im Konzertsaal etwas gar nicht passt - dann gibt es einen Skandal! Der "größte Musikskandal aller Zeiten" - wie mit ein bisschen Übertreibung gern behauptet wird - geht auf das Konto von Igor Strawinsky: "Le Sacre du Printemps" enttäuschte nicht nur alle Erwartungen, sondern das Uraufführungspublikum verstand die Partitur der rohen Klänge als einen Angriff auf sich selbst, auf seine Zivilisation und Kultiviertheit, die es ja schon ein Jahr später im Ersten Weltkrieg buchstäblich schlagkräftig unter Beweis stellte - mag man zynisch einwerfen. Heute hat das Stück den Schock, den Skandal längst verloren, ist ein vielgespieltes Repertoirestück geworden - bedauert Paul Bartholomäi und erläutert Geschichte wie Struktur der "Frühlingsweihe" und auch die Arbeitsweise ihres Komponisten.

  • Notenschlüssel – Die Norma der Maria Callas

    14.04.20261:22:53

    Maria Callas ist die Norma - oder ist die Norma auch Maria Callas? Die Oberpriesterin in der Oper Vincenzo Bellinis gibt sich mit operntypisch tragischem Ende einer Liebe hin - wie die "Primadonna assoluta" der Nachkriegszeit selbst. Viel Stoff für Paul Bartholomäi: Er lässt den früh verstorbenen Komponisten Bellini Gestalt gewinnen - und zitiert als Zeugen den zeitgenössischen Frankfurter Pianisten Ferdinand Hiller. Er erläutert Bellinis berühmte Schöpfung "Norma" - als Oper ja eigentlich ein "unmögliches Kunstwerk". Und natürlich widmet er sich ausführlich der Stimme, der Kunst und der Biographie von Maria Callas, die in den ungefähr zehn Jahren ihrer Karriere eine Ikone der 1950er Jahre wurde.

  • Notenschlüssel - Schubert: Am Brunnen vor dem Tore

    14.04.20261:23:09

    Schuberts "Lindenbaum" ist spätestens mit Friedrich Silchers sinnentstellender Bearbeitung für Männerchor von 1846 im Volksliedgut angekommen. Aber natürlich hat das Lied weit mehr als eine Volksliedmelodie zu bieten - schließlich steht es nicht allein, sondern gehört in den Zyklus "Die Winterreise" -, so dass Paul Bartholomäi dem fünfminütigen Stück eine Sendung von fast anderthalb Stunden widmet. Vom "Lindenbaum" aus kann man so manches Charakteristikum der Schubertschen Musiklandschaft gut erkennen, und so beleuchtet Paul Bartholomäi auch Werke, die Schubert in zeitlicher Nachbarschaft zur "Winterreise" um 1827 geschrieben hat, wirft einen Blick auf den ebenso berühmten Liederzyklus "Die schöne Müllerin" und zeichnet auch ein Bild der Person Franz Schubert.

  • Notenschlüssel - Schumann: 3. Sinfonie Es-Dur op. 97 "Rheinische"

    09.04.20261:21:17

    Der Traum von einer deutschen Republik war nach der erfolglosen Revolution 1848/49 erst einmal ausgeträumt. In der Realität. Aber in der Kunst? Robert Schumann schrieb 1850 eine Sinfonie, die vor Energie und Optimismus nur so strotzt. Vielleicht wollte er mit seiner "Rheinischen" ein Zeichen setzen in der "Sumpfluft der 1850er Jahre", wie Friedrich Nietzsche rückblickend die nachrevolutionäre Restaurationszeit charakterisierte... Paul Bartholomäi benennt Argumente, die für diese Deutung der womöglich beliebtesten Sinfonie Schumanns sprechen: die Wahl der Themen, Anklänge an die Marseillaise, die Instrumentierung… Er versucht auch zu erklären, warum die Sinfonie - wie vielfach Orchestermusik von Schumann - heute zuweilen ziemlich massig und dick wirkt.