Irgendwas mit Nachhaltigkeit?
Irgendwas mit Nachhaltigkeit?

Irgendwas mit Nachhaltigkeit?

Nils Giesen


Podcast

„Irgendwas mit Nachhaltigkeit?“ ist der Podcast für alle, die bei Nachhaltigkeit zuerst an Verbote, Verzicht oder nervige Berichte denken und genau deshalb zuhören sollten. Es geht um Klima, Wirtschaft, Politik und Macht. Um Regeln wie CSRD oder ESG, aber vor allem darum, was sie im echten Leben und in Unternehmen tatsächlich verändern. Und warum Nachhaltigkeit längst keine Wohlfühlfrage mehr ist, sondern eine Frage von Verantwortung. Mal erklärend, mal im Gespräch mit Gästen, kritisch, verständlich und ja: manchmal zynisch. Kein Greenwashing. Keine einfachen Antworten. Einordnung mit Haltung.

Alle Folgen

  • S3 E1 - Die mit dem Einkauf - und warum Nachhaltigkeit verliert

    28.04.202636:31

    Nachhaltigkeit scheitert selten an fehlendem Wissen.Und auch nicht an fehlenden Daten. Sie scheitert an Entscheidungen. In dieser Folge geht es um den Ort im Unternehmen, an dem sich tatsächlich entscheidet, was passiert... Und das ist in den wenigsten Fällen der Vorstand, die Strategieabteilung oder das Nachhaltigkeitsteam. Es ist der Einkauf. Dort, wo Angebote verglichen werden.Dort, wo über ein paar Prozent Preisunterschied entschieden wird.Dort, wo Lieferketten, Materialien und Risiken real ausgewählt werden. Und genau dort verliert Nachhaltigkeit erstaunlich oft. Nicht, weil sie niemand ernst nimmt.Sondern weil sie im entscheidenden Moment nicht die gleiche Rolle spielt wie Preis, Verfügbarkeit und Qualität. Die Folge schaut sich an, warum das so ist, warum selbst die öffentliche Beschaffung als einer der größten Einkäufer mit genau diesen Fragen kämpft und was sich konkret ändern müsste, damit sich Entscheidungen tatsächlich verschieben. Es weder um Moral, noch um perfekte Daten.Und nein, auch nicht um den nächsten Bericht. Es geht um eine ziemlich einfache Frage: Was passiert in dem Moment, in dem wirklich entschieden wird?

  • S2 E23 - Die mit der Wirkung

    21.04.20261:00:18

    Staffelfinale! Ok, schon wieder?! Wow, das ging gefühlt echt schnell. Also: In S2 E23 von "Irgendwas mit Nachhaltigkeit?" geht es um die vielleicht unangenehmste Frage nach der regulatorischen Entlastung: Was bleibt von Nachhaltigkeit, wenn keiner mehr berichten muss? Diese Folge schaut bewusst nicht mehr nur auf CSRD, ESRS und Berichtspflichten, sondern auf das, was danach kommt. Oder eben nicht kommt. Denn genau jetzt zeigt sich, ob Nachhaltigkeit je mehr war als ein sauber formatierter Projektordner mit Dashboard, KPI-Logik und Vorstandsvorwort. Ich spreche darüber, warum Reporting nie das eigentliche Ziel war, weshalb Daten noch keine Wirkung erzeugen und an welchen Stellen im Unternehmen echte Veränderung entsteht: im Einkauf, in der Produktentwicklung, in Finance, im Vertrieb, in den Anreizsystemen und im Umgang mit Klimarisiken. Es geht um den Unterschied zwischen Dokumentation und Steuerung. Zwischen Compliance und Transformation. Zwischen gut aussehen und anders entscheiden. Und es geht um die große Illusion der letzten Jahre: die Hoffnung, dass Messen automatisch zu Handeln führt. Das Staffelfinale markiert damit auch den Übergang in Staffel 3. Weg vom Bericht. Hin zu den Machtfragen im Unternehmen: Wer entscheidet? Nach welchen Kriterien? Mit welchen Anreizen? Und mit welchen blinden Flecken? Eine Folge über Wirkung, Reifegrad und die Frage, ob Nachhaltigkeit im Unternehmen gerade verschwindet oder endlich dort ankommt, wo sie immer hingehörte: in die echte Managementlogik. Und keine Sorge, Staffel 3 fängt gleich in der nächsten Woche an ;)

  • S2 E22 - Die mit dem grünen Versprechen | Wissen Rund um die EmpCo

    14.04.202650:57

    Mehr als die Hälfte aller Umweltaussagen in der EU sind vage, irreführend oder schlicht unbelegt. Das ist kein Vorwurf, das ist eine Zahl aus einer Studie der Europäischen Kommission von 2020. Und trotzdem klebt seit vierzig Jahren auf gefühlter Hälfte aller Verpackungen irgendwas mit „klimaneutral“, „ökologisch“ oder „nachhaltig“ drauf. OhneNachweis. Ohne Standard. Und ohne Konsequenz. Das ändert sich jetzt. Mit der EmpCo-Richtlinie und der neuen UWG-Novelle zieht die EU die Reißleine: Ab dem 27. September 2026 muss jede Umweltaussage belegbar, verständlich erklärt und direkt nachprüfbar sein. Selbst erfundene Nachhaltigkeitssiegel sind verboten. Kompensationsbasierte Klimaneutralitätsbehauptungen ohne echte Reduktion sind verboten. Und wer dagegen verstößt, riskiert Abmahnungen, Klagen und - was langfristig mehr schmerzt - den Vertrauensverlust bei Kunden, die ohnehin schon müde sind. In dieser Folge erklär ich, was genau sich ändert, warum es überfällig war, und wo die Grenzen dieser Regulierung liegen. Ich schaue auf alle drei Perspektiven: Unternehmen mit bestehender Nachhaltigkeitskommunikation, kleine Betriebe ohne Nachhaltigkeitsabteilung, und Verbraucherinnen und Verbraucher, die endlich einen QR-Code scannen können,ohne ins Leere zu klicken. Und am Ende ein Gedanke, der mich beschäftigt:Regulierung schafft eine Untergrenze. Aber eine Untergrenze ist kein Ziel. Was wir brauchen, ist beides - klare Regeln und die Ambition, darüber hinauszugehen. Gruen sagen, grün meinen. Jetzt Pflicht. HINWEIS Diese Folge ist keine Rechtsberatung. Shownotes/Hintergrundinformationen: https://environment.ec.europa.eu/topics/circular-economy-topics/green-claims_en https://www.umweltbundesamt.de/themen/staerkerer-schutz-vor-greenwashing-in-deutsches

  • S2 E21 - Die mit dem Feld.

    07.04.202652:05

    Wir reden über Wasserknappheit, Artensterben, Klimarisiken, teure Lebensmittel und politische Wut, als wären das getrennte Krisen. Sind sie nicht. Sie beginnen oft am selben Ort: auf dem Feld. „Die mit dem Feld“ ist keine Folge gegen die Landwirtschaft. Im Gegenteil. Sie zeigt, warum viele Höfe selbst in einem System festhängen, das maximale Erträge, minimale Preise und perfekte Verfügbarkeit verlangt, während Wetter, Wasser und Boden längst andere Rechnungen schreiben. Zwischen Familienhof, Agrarkonzern, Supermarktlogik und politischer Symbolschlacht wird sichtbar, wie aus Nahrung ein Renditesystem geworden ist und warum am Ende alle über Dieselpreise reden, aber kaum jemand über die eigentlichen Spielregeln. Es geht um Boden, Wasser, Biodiversität, Düngemittel, Marktmacht, Proteste, „der Liter Diesel kostet bald fünf Mark“ und die unbequeme Frage, warum die, die unsere Lebensgrundlage produzieren, oft selbst am stärksten unter dem System leiden. Eine Folge über Höfe und Holdings, über Trecker und Trading Floors, über Preiswahrheit, Polarisierung und die leise Hoffnung, dass Zukunft vielleicht genau dort beginnt, wo wir sie am seltensten suchen:Irgendwas mit Nachhaltigkeit...auf dem Feld.

  • S2 E20 - Die mit dem Wasser

    31.03.202656:31

    Wasser ist in Unternehmen erstaunlich lange nur der kleine blaue Tropfen geblieben. Ein Nebenschauplatz zwischen Papierverbrauch, LED-Umrüstung und der beruhigenden Gewissheit, dass der Hahn im Büro ja noch läuft. Dabei steckt Wasser längst in allem, worüber wir sonst so ernst reden: Lieferketten, Rohstoffpreise, Chipkrisen, Landwirtschaft, Migration, geopolitische Spannungen und der stillen Frage, wie lange sich Wohlstand eigentlich noch auf ausgelagerter Knappheit aufbauen lässt. In dieser Folge geht es um die berühmten 140 Liter Wasser in deiner Tasse Kaffee, um Baumwolle aus Regionen, die ihr Grundwasser schneller verlieren als jede Quartalsplanung, um Halbleiter aus Dürrezonen und um die fast schon elegante Art, wie wir unseren Durst in andere Teile der Welt verschoben haben, bis er in keiner eigenen KPI mehr sichtbar ist. Ich spreche über Wasser als Unternehmensrisiko, als Machtfrage, als Stoffstrom, als Preissignal und als das vielleicht unterschätzteste geopolitische Thema unserer Zeit. Nicht als moralischen Appell, sondern als ziemlich nüchterne Beschreibung dessen, was passiert, wenn Flüsse plötzlich mehr Einfluss auf Geschäftsmodelle haben als Marktanalysen. Und dann ist da noch die unangenehmste Frage von allen: Was genau passiert, wenn aus etwas, das zum Überleben notwendig ist, ein handelbares Finanzprodukt wird? Eine Folge über Kaffee, Baumwolle, Chips, Wintergemüse, Wasserrechte, trockene Flüsse und die bemerkenswerte Fähigkeit moderner Wirtschaft, existenzielle Risiken so lange umzubenennen, bis sie in Excel harmlos aussehen. Wenn nach dieser Stunde selbst die Tomate im Supermarktregal ein wenig politischer wirkt als vorher, war die Folge erfolgreich. SHOWNOTES - WRI Aqueduct Water Risk Atlas: https://www.wri.org/aqueduct - Water Footprint Network (Hoekstra): https://waterfootprint.org - CDP Water Security Framework: https://www.cdp.net/en/water - WWF Water Risk Filter: https://waterriskfilter.panda.org - Alliance for Water Stewardship: https://a4ws.org - UN Resolution Recht auf Wasser (A/RES/64/292): https://undocs.org/A/RES/64/292

  • S2 E19 - Die mit der Dekarbonisierung in der Polykrise

    24.03.202645:35

    Aus aktuellem Anlass: Ein Krieg, der begann während Diplomaten in Maskat gerade von einem Durchbruch sprachen. Die Straße von Hormus blockiert. Ölpreis bei zeitweise 110 Dollar+. LNG-Kapazitäten in Katar zu 17 Prozent ausgefallen.... Ach, und irgendwo in einem deutschen Meetingraum sagt gerade jemand: "Wir haben das Thema Nachhaltigkeit erstmal zurückgestellt. Die Lage ist zu unsicher." Natürlich. Diese Folge nimmt diesen Satz auseinander. Nicht nett, aber gründlich. Themen: Die echten Gründe für Dekarbonisierung jenseits von Klimarhetorik: Versorgungssicherheit, Geopolitik, Resilienz, Kapitalzugang. Ein regulatorischer Realitätscheck: Was ist von CSRD, Taxonomie, CBAM, PPWR und Lieferkettensorgfalt noch übrig und was kommt trotzdem. Konkrete Maßnahmen für Industrie, Logistik und Dienstleister, hoffentlich auch für die, die schon viel umgesetzt haben und wissen wollen was als nächstes kommt. Private Hebel für Fortgeschrittene. Und ein Ausblick auf das, was als nächste Krise bereits einen Namen hat, falls jemand noch Argumente für die Warteliste braucht. Die Polykrise ist kein Ausnahmezustand. Sie ist der Normalzustand. Wer auf Stabilität wartet, wartet auf etwas, das es nicht mehr gibt. Dekarbonisierung ist keine Antwort auf eine stabile Welt. Sie ist die Antwort auf diese.