Irgendwas mit Nachhaltigkeit?
Irgendwas mit Nachhaltigkeit?

Irgendwas mit Nachhaltigkeit?

Nils Giesen


Podcast

„Irgendwas mit Nachhaltigkeit?“ ist der Podcast für alle, die bei Nachhaltigkeit zuerst an Verbote, Verzicht oder nervige Berichte denken und genau deshalb zuhören sollten. Es geht um Klima, Wirtschaft, Politik und Macht. Um Regeln wie CSRD oder ESG, aber vor allem darum, was sie im echten Leben und in Unternehmen tatsächlich verändern. Und warum Nachhaltigkeit längst keine Wohlfühlfrage mehr ist, sondern eine Frage von Verantwortung. Mal erklärend, mal im Gespräch mit Gästen, kritisch, verständlich und ja: manchmal zynisch. Kein Greenwashing. Keine einfachen Antworten. Einordnung mit Haltung.

Alle Folgen

  • S3 E13 - Die mit der Nachhaltigkeit im Untergrund

    21.07.20262:42:34

    Nachhaltigkeit? Das ist doch diese ziemlich "radikale" Idee, dass nicht nur diejenigen zählen, die heute am lautesten brüllen. Sondern auch die Menschen mit weniger Macht, die Menschen außerhalb unserer Grenzen und auch die Menschen, die noch gar nicht geboren sind. Am 6. September 2026 wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Im Infratest Dimap "Sachsen-AnhaltTREND" vom Mai und den lag die AfD bei 41 Prozent. Ihr Landesverband wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft. Man könnte das nun für einen bemerkenswerten Widerspruch halten. Oder für einen ganz normalen Wahlkampf im Jahr 2026. Diese Folge von "Irgendwas mit Nachhaltigkeit" springt in eine mögliche nahe Zukunft: Jonas Voss, Nachhaltigkeitsmanager in Magdeburg, erlebt, wie seine Abteilung umbenannt wird, Begriffe und Kolleginnen verschwinden, alte Beiträge zum Risiko werden und aus freiwilliger Vorsicht langsam vorauseilender Gehorsam entsteht. Jonas und seine Geschichte sind erfunden. Die politische Ausgangslage, die Programme und die ersten Einschüchterungsversuche sind es nicht. Dabei geht es nicht nur um Windräder, Wärmepumpen und Joghurtdeckel. Nachhaltigkeit umfasst ökologische Tragfähigkeit, wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit und soziale Gerechtigkeit. Sie braucht außerdem Wissenschaft, Menschenrechte, gesellschaftliche Teilhabe und Institutionen, die nicht beim ersten Regierungswechsel vorsorglich ihr Rückgrat einlagern. Nein, nicht jeder AfD-Wähler ist ein Faschist. Ein Stimmzettel entfaltet seine Wirkung allerdings unabhängig davon, ob das Kreuz aus Überzeugung, Protest, Frust oder wegen einer besonders unangenehmen Talkshow gesetzt wurde. „Die mit der Nachhaltigkeit im Untergrund“ ist politische Fiktion über die Frage, was übrig bleibt, wenn nicht mehr alle Menschen, Fakten und Zukünfte zählen. Nachhaltigkeit Undercover wäre ein Notfallplan. Demokratie bleibt Plan A. Hinweis: Die Folge thematisiert Rechtsextremismus, Bedrohung, Doxxing und körperliche Gewalt. Shownotes Wahl und Ausgangslage: WahlterminUmfrage Mai 2026AfD Wahlkampf gestartetEinstufung der AfD Sachsen-AnhaltHerr Heckel und die AfDOriginalquellen der AfD: Regierungsprogramm 2026100-Tage-Programm Bonus: Einordnung des AfD-Programms: Rechtliche Umsetzbarkeitsanalyse des AfD-Regierungsprogramms weitere Grundlagen: Agenda 2030NachhaltigkeitsdefinitionGrundgesetz Art. 20Grundgesetz Art. 20aKlimaschutzbeschlussAllgemeine Erklärung der Menschenrechte

  • S3 E12 - Die mit der perfekten Hitzewelle

    14.07.20261:09:30

    Es wird heiß. Schon wieder. Während Deutschland die nächste Hitzewelle erlebt, diskutieren wir über Freibäder, Ventilatoren und Temperaturrekorde. Doch Hitze ist längst mehr als nur Sommerwetter. Sie ist die tödlichste Naturgefahr in Deutschland und ein Stresstest für Menschen, Unternehmen und Städte. In dieser Folge geht es nicht um die Ursachen des Klimawandels. Es geht um die Frage: Wie gehen wir mit einer Realität um, die längst begonnen hat? Wir sprechen über: warum Hitze so gefährlich ist, was Privatpersonen wirklich tun können, weshalb Unternehmen Hitze als wirtschaftliches Risiko verstehen sollten, wie Städte kühler und lebenswerter werden können, warum Klimaanpassung keine Ideologie, sondern Risikomanagement ist, und weshalb Hitze auch eine Frage sozialer Gerechtigkeit ist. Mit praktischen Tipps, wissenschaftlichen Fakten, einem Blick auf Politik und Wirtschaft und wie immer einer ordentlichen Portion Ironie. Denn eines ist sicher: Die Sonne interessiert sich nicht für Parteiprogramme. ?️ Irgendwas mit Nachhaltigkeit.Die Folge mit der perfekten Hitzewelle.

  • S3 E11 - Die mit der heißen Luft [PPWR]

    07.07.202659:09

    S3 E11 – Die mit der heißen Luft Am 12. August 2026 gilt die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR, Verordnung (EU) 2025/40) – unmittelbar, EU-weit, ohne Wenn und Aber. In dieser Folge klären wir... warum das Wörtchen „Verordnung" der eigentliche Paukenschlag istwas ab sofort gilt (Konformitätserklärung, PFAS-Verbot in Lebensmittelverpackungen, EU-weite Herstellerverantwortung)was bis 2030/2035/2040 noch kommt (Recyclingfähigkeit, Rezyklatquoten, Leerraumquote, Mehrwegpflichten, Verpackungsverbote)...und wen das alles trifft. Spoiler: vermutlich auch euch. Dazu wie immer: Einordnung mit Haltung. Über berechtigte Kritik, fehlende Durchführungsrechtsakte, die Lobbyschlacht um Mehrweg gegen Einweg und den mittlerweile rituellen Ruf nach Verschiebung. Und zum Schluss das Praktische: die Verpackungsinventur in fünf Schritten. DIE SHOWNOTES / QUELLEN: Verordnung (EU) 2025/40 über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) – Volltext im EUR-Lex: https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2025/40/oj Europäische Kommission – Packaging Waste (Überblicksseite): https://environment.ec.europa.eu/topics/waste-and-recycling/packaging-waste_en IHK Schleswig-Holstein: Pflichten der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) ab 12. August 2026: https://www.ihk.de/schleswig-holstein/international/aussenwirtschaft-aktuell/eu-pflichten-der-eu-verpackungsverordnung-am-august-2026-7013664 IHK Halle-Dessau: PPWR – Neue Pflichten für Unternehmen ab August 2026: https://www.ihk.de/halle/produktmarken/umwelt-und-energie/verpackungen/ppwr-neue-pflichten-fuer-unternehmen-ab-august-2026-7086270 Gleiss Lutz: Die neue EU-Verpackungsverordnung – die neuen Vorgaben ab August 2026 im Überblick: https://www.gleisslutz.com/de/know-how/die-neue-eu-verpackungsverordnung-die-neuen-vorgaben-ab-august-2026-im-ueberblick Umweltbundesamt – Verpackungen (Daten & Fakten zum Verpackungsaufkommen): https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/produktverantwortung-in-der-abfallwirtschaft/verpackungen Passend dazu aus dem Archiv: S2 E22 – Die mit dem grünen Versprechen (EmpCo) S3 E4 – Die mit dem Fehler am Anfang (Ökodesign, ESPR, Produktpass) S1 E7 – Die mit dem Greenwashing Hinweis: Diese Folge ist journalistische Einordnung und keine Rechtsberatung.

  • S3 E10 - Die mit den zwei Seiten

    30.06.20261:25:40

    Die mit den zwei Seiten Eigentlich sollte es für diese Woche eine ganz normale Podcastfolge werden. Dann kam ein Gerichtsurteil gegen TotalEnergies. Und gleichzeitig rollte eine Hitzewelle über Europa. Also machen wir es heute wie früher auf einer Schallplatte. Seite A: Ein französisches Gericht stellt die Frage neu, wie weit die Verantwortung von Unternehmen für die Emissionen ihrer Produkte reicht. Ist Scope 3 mehr als eine Bilanzierungskategorie? Und erleben wir gerade die Rückkehr der Produzentenverantwortung? Seite B: Ich nehme euch mit auf meine Rückfahrt vom Sustainability Summit des TÜV Rheinland in Berlin. Eine gesperrte A2, aufgeplatzter Asphalt, überlastete Umleitungen und die Erkenntnis, dass Klimarisiken längst keine PowerPoint-Folien mehr sind. Zwei Geschichten. Zwei Perspektiven. Am Ende vielleicht doch nur zwei Seiten derselben Platte. ?️ Themen dieser Folge: Das Urteil gegen TotalEnergies und Scope 3CO₂-Fußabdruck und ProduzentenverantwortungKlimarisiken und KaskadeneffekteHitzewelle in EuropaInfrastruktur, Resilienz und UnternehmensrisikenWarum Klimaschutz und Klimaanpassung zusammengehören Zum Nachlesen und Vertiefen natürlich auch wieder ein paar Shownotes: TotalEnergies und Scope 3 Reuters: Pariser Gericht verpflichtet TotalEnergies, Klimarisiken der Nutzung seiner Produkte offenzulegen und einen überarbeiteten Vigilanzplan vorzulegen. Reuters: TotalEnergies must report risks caused by emissionsAP News: Einordnung des Urteils und Bedeutung für die Produzentenverantwortung. AP News: Paris court gives TotalEnergies 6 months to tighten its climate policiesHitze und wirtschaftliche Folgen Handelsblatt-Gastbeitrag: Ein einzelner Hitzetag kostet die deutsche Wirtschaft rund 431 Millionen Euro. Handelsblatt: Ein einzelner Hitzetag kostet rund 431 Millionen EuroSWR: Zusammenfassung der Prognos-Studie und wirtschaftliche Auswirkungen extremer Hitze. SWR: Hitze schadet der WirtschaftReuters: Rekordtemperaturen über 40 °C, Schäden an Straßen und Schienen sowie Auswirkungen auf Infrastruktur und Gesundheit in Deutschland und Europa. Temperature records shattered in Europe as deadly heatwave moves eastEuronews: Deutschland erreicht mit 41,7 °C einen neuen Temperaturrekord, Hitzeschäden unter anderem auf der A2 sowie Schäden an der Leipziger Straßenbahn-Infrastruktur. Germany breaks heat record againBerlin.de: Informationen zur Hitzewelle in Berlin, Hitzewarnungen und Rekordtemperaturen. Heat wave hits Berlin

  • S3 E9 - Die mit dem Standard, dessen Name nicht genannt werden kann (2026 VS Limited Edition)

    23.06.20261:15:03

    Aus dem VSME wird der VS. Kaum hatte die Nachhaltigkeitsbranche gelernt, wofür die vier Buchstaben eigentlich stehen, streicht die EU zwei davon wieder. Doch hinter der Umbenennung steckt deutlich mehr als ein Rebranding. Der neue Voluntary Standard (VS) soll künftig für einen Großteil der europäischen Unternehmen die Grundlage freiwilliger Nachhaltigkeitsberichterstattung werden. Gleichzeitig begrenzt er über den Value Chain Cap, welche ESG-Daten große Unternehmen überhaupt noch von ihren Lieferanten verlangen dürfen. Klingt nach Bürokratieabbau? Genau darüber wird aktuell gestritten. Während Wirtschaftsverbände Entlastung feiern, warnen Banken, Investoren und NGOs vor Informationsverlusten. Scope 3, Klimarisiken, Transformationspläne und Lieferkettendaten stehen plötzlich im Zentrum einer Debatte, die weit über Nachhaltigkeitsberichte hinausgeht. In dieser Folge erfährst du: Warum aus dem VSME plötzlich der VS wurdeWeshalb der Value Chain Cap möglicherweise wichtiger ist als der Standard selbstWarum Scope 3 zum politischen Zankapfel geworden istWeshalb WWF, Banken und Wirtschaftsverbände völlig unterschiedliche Erwartungen habenWarum der VS eigentlich kein klassischer Nachhaltigkeitsbericht istWas Unternehmen jetzt konkret tun solltenUnd warum vermutlich gerade hunderte Berater ihre Webseiten aktualisierenEine Folge über ESG, CSRD, Omnibus, Lieferketten, Bürokratieabbau, Nachhaltigkeitsmanagement und die Frage: Wie viele Nachhaltigkeitsinformationen braucht die Wirtschaft eigentlich wirklich? Shownotes Europäische Kommission – Sustainability Reporting Standard for Voluntary Use (VS)https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/17232-Sustainability-reporting-standard-for-voluntary-use_en Konsultation und Stellungnahmen zum VShttps://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/17232-Sustainability-reporting-standard-for-voluntary-use/feedback_en EFRAG – Voluntary Reporting Standard for SMEs (VSME)EFRAG VSME Projektseite DRSC – Informationen zum Voluntary Standard (VS)DRSC Nachhaltigkeitsberichterstattung VS

  • S3 E8 - Die mit dem verflixten ersten Jahr

    16.06.20261:10:11

    Da ist "Irgendwas mit Nachhaltigkeit?" inzwischen ein Jahr alt. 65 Folgen. Unzählige Stunden Recherche, Aufnahme, Schnitt und gelegentliche Diskussionen mit Mikrofonen, Software und der eigenen Motivation. Eigentlich sollte dieser Podcast nur ein Experiment werden. Schauen, ob jemand zuhört. Schauen, ob es Spaß macht. Schauen, ob Nachhaltigkeit genug Stoff bietet.Ein paar Wochen. Ein, vielleicht zwei "Handvoll" Folgen. Und dann? Ein Jahr lang: Jede Woche eine Folge! Dazu CSRD-Specials und aktuelle Themen als Sonderfolgen. Spoiler: Nachhaltigkeit bietet mehr als genug Stoff. In dieser Jubiläumsfolge blicke ich zurück auf das erste Podcastjahr. Auf Überraschungen, Irrtümer, Lieblingsfolgen, Gegenwind, Nachhaltigkeitsbürokratie, gesellschaftliche Debatten und die Erkenntnisse, die mir nicht immer gefallen haben. Warum handeln Menschen oft nicht nach dem, was sie längst wissen? Warum beschäftigen sich manche Organisationen ernsthaft mit ihrer Zukunft, während andere Risiken ignorieren? Warum scheint Nachhaltigkeit plötzlich selbst zum Problem geworden zu sein, obwohl die eigentlichen Probleme weiterhin existieren? Zwischen Klimakrise, Omnibus, Norbert dem Archivar, Backlash, Wesentlichkeitsanalysen und 65 Folgen hat sich mein Blick auf Nachhaltigkeit verändert. Vielleicht geht es am Ende gar nicht um Nachhaltigkeit. Vielleicht geht es um Menschen. Danke an alle, die in den vergangenen zwölf Monaten zugehört, kommentiert, diskutiert, widersprochen oder den Podcast weiterempfohlen haben. Und keine Sorge: Das erste Jahr ist vorbei. Der Podcast noch nicht.