Folge 77: Aufgehende Sonne in Mainz, Krise in Berlin
Folge 77: Aufgehende Sonne in Mainz, Krise in Berlin

Folge 77: Aufgehende Sonne in Mainz, Krise in Berlin

Korte & Rink


13.04.2026 • 33 Min.

In Rheinland-Pfalz laufen die Sondierungen erstaunlich harmonisch – trotz einer „asymmetrischen Machtkonstellation“, wie Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte beobachtet. Die Regierungsbildung der ersten großen Koalition im Land wirkt auf ihn „wie bei einer aufgehenden Sonne“: respektvoll, konstruktiv, fast schon ungewöhnlich eingespielt. Die Spitzenkandidaten Alexander Schweitzer und Gordon Schnieder begegnen sich auf Augenhöhe – das Du ist längst gefunden, der Ton geprägt von Feingefühl und Professionalität. Nun geht es an die entscheidenden Fragen: Eckpfeiler setzen, Arbeitsgruppen bilden, Ministerien zuschneiden. Erste Signale? Kaum. Für Korte ein gutes Zeichen: „Alles ist professionell und gut, wenn wir nichts dazu hören.“ Ein ganz anderes Bild zeigt sich in Berlin. Die große Koalition um Kanzler Friedrich Merz wirkt in der öffentlichen Wahrnehmung wenig krisenfest. Reformideen werden angekündigt, zurückgenommen und kontrovers diskutiert. Für Korte entsteht der Eindruck einer „inszenierten Kompromisslosigkeit“ bei gleichzeitig schwacher Führung. Der Unmut vieler Wählerinnen und Wähler sei nachvollziehbar – es dominiere ein „Defensiv-Bündnis“ mit begrenzter Zukunftsperspektive. Der Kanzler wirke derzeit vor allem „hilflos“. Ein Angebot der VRM.