Ö1 Journal-Panorama
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ORF Ö1


Podcast

In Reportagen, Berichten, Diskussionssendungen und Interviews stellen wir ein Thema in all seiner Breite und Tiefe dar: Zusammenhänge sollen begreifbar, Widersprüche und Details erkennbar werden. Ressortgrenzen gibt es dafür kaum. Wir befassen uns mit allen Weltgegenden und allen Bereichen des Lebens, die gesellschaftlich relevant sind. Im Podcast hören Sie ausgewählte "Journal-Panorama"-Sendungen.

Alle Folgen

  • Klartext: 40 Jahre "Affäre Waldheim"

    Vor 5 Tagen29:55

    Vor 40 Jahren wurde Kurt Waldheim zum Bundespräsidenten gewählt. Im ersten Wahlgang am 4. Mai 1986 erhielt der ÖVP-Kandidat 49,6 Prozent der Stimmen, die Stichwahl am 8. Juni gegen SPÖ-Kandidat Kurt Steyrer gewann Waldheim mit knapp 54 Prozent. Im Wahlkampf zuvor enthüllten das Nachrichtenmagazin profil und andere Medien Details über Waldheims Kriegsvergangenheit, die er zunächst abstritt, dann relativierte – die „Waldheim-Affäre“ erschütterte Österreich und bewirkte, dass sich das Land erstmals ernsthaft seiner NS-Geschichte stellen musste. Welche Rollen spielten ÖVP und SPÖ damals im Wahlkampf? Wie hat die „Affäre Waldheim“ das Ende der „Opferthese“ beschleunigt oder überhaupt ermöglicht? Inwieweit wirkt sie bis heute nach? Darüber diskutieren: Herbert Lackner, Journalist, ehem. Chefredakteur profilFerdinand Trauttmansdorff, Diplomat, ehem. Waldheim-Mitarbeiter

  • Todesvögel mit Argusaugen: Wie Drohnen den Krieg verändern

    Vor 6 Tagen29:51

    Der Krieg der Zukunft findet längst statt: In der Ukraine hat sich der Himmel in ein Gefechtsfeld aus Aufklärung, Angriff und Gegenangriff verwandelt. Was mit umgebauten Baumarkt-Drohnen begann, ist zu einem hochtechnisierten Drohnenkrieg geworden, in dem Software und künstliche Intelligenz immer wichtiger werden. Kleine, billige Systeme ersetzen zunehmend teure Hightech-Waffen und verändern die Logik des Gefechts grundlegend. Zugleich verschwimmen die Grenzen zwischen Front und Hinterland, zwischen ziviler Technik und militärischem Einsatz. Drohnen entscheiden nicht nur das Kriegsgeschehen, sondern befeuern auch eine stark wachsende und innovative Drohnenindustrie. In diesem rasanten Wettlauf stellt sich die Frage, wie viel Kontrolle der Mensch in einem automatisierten Krieg überhaupt noch behält, während die Ukraine unfreiwillig als globales Labor für die Kriege von morgen dient.

  • Mikrokosmos Tschornobyl - Leben in der Sperrzone

    27.04.202629:53

    Vor 40 Jahren ereignete sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Seither ist das Gebiet eine streng bewachte Sperrzone. Doch 2022 besetzen russische Truppen den Reaktor und heben im radioaktiv kontaminierten Wald Schützengräben aus. Der ukrainischen Armee gelingt es, die russischen Truppen aus dem Sperrgebiet zu vertreiben, doch seither ist die Sperrzone Einflugschneise für russische Angriffsdrohnen und Raketen. Immer wieder kommt es auch zu Einschlägen. Im Februar 2025 wird der Sarkophag des explodierten Reaktor-Blocks Nummer 4 durch eine russische Drohne beschädigt. Experten warnen vor der Gefahr einer weiteren nuklearen Katastrophe. Gleichzeitig hat sich die Sperrzone in den vergangenen Jahren zu einem einzigartigen ökologischen Gebiet entwickelt. Hier leben die einzige Wildpferdeherde Europas, wilde Kühe und einige wenige Menschen, die die Sperrzone trotz Krieg und Strahlung nicht verlassen wollen.

  • Unbekannter Nachbar Liechtenstein: Ein politisches Porträt

    23.04.202629:52

    Liechtenstein gehört wie Monaco, Malta, Andorra oder Singapur zu den rund 50 Klein- und Mikrostaaten weltweit. Mit einer Fläche von 160 Quadratkilometern würde unser Nachbarland zweieinhalb Mal in die Stadt Wien passen. Das Fürstentum hat eine interessante politische Struktur: Es ist eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage. Seit 2025 lenkt eine Regierungschefin die Geschicke in dem Land, das das Frauenstimmrecht erst 1984 eingeführt hat - als europäisches Schlusslicht. Legale Abtreibungsmöglichkeiten gibt es bis heute nicht, das Fürstenhaus hat sich bisher quer gelegt. Wirtschaftlich hat das Alpenland einiges zu bieten: Es weist eine äußerst dichte Industrialisierung, zahlreiche Banken, Treuhandbüros und Vermögensverwaltungen auf – und gehört zu den reichsten Volkswirtschaften der Welt. Wie lebt es sich in einem Land, das nur elf Gemeinden und knapp 42.000 Einwohnerinnen und Einwohner hat? Was beschäftigt die Menschen?

  • Klartext: Pensionen - wie lange noch, ab wann und wieviel?

    22.04.202630:03

    Vor wenigen Tagen haben Seniorenvertreterinnen gewarnt: Die Anhebung des Frauenpensionsalters führt zu vermehrter Arbeitslosigkeit im Alter. Andererseits hat die Regierung konkrete Maßnahmen präsentiert, die das Arbeiten über das Pensionsalter hinaus durch Erleichterungen bei Steuer und Sozialversicherung attraktiver machen sollen. Wie passt das zusammen?Wie stichhaltig sind außerdem die Argumente jener, die sich für eine weitere Anhebung des Pensionsantrittsalters für alle aussprechen? Wäre die nur logisch oder unvertretbar hart? Auch über die Pensionserhöhung für 2027 wird bald wieder diskutiert werden. Soll sie so hoch ausfallen wie die Inflation oder darunter liegen? Wieviel erlaubt die angespannte Budgetlage? Darüber diskutieren: Birgit Gerstorfer, Pensionistenverband (SPÖ)Christine Mayrhuber, WIFO, Vorsitzende der AlterssicherungskommissionJohannes Gasser, Sozialsprecher NEOS

  • Die Anwerbung von Pflegekräften aus armen Ländern

    21.04.202629:57

    Den Industrieländern des globalen Nordens fehlt es zunehmend an Pflegekräften. Sie rekrutieren deshalb Personal in armen Ländern des Südens: Großbritannien bedient sich seit dem Brexit – gegen den Willen der WHO – in bitterarmen afrikanischen Ländern; auch Österreich versucht verstärkt, Pflegerinnen aus Ländern wie Vietnam, Indonesien oder Kolumbien anzuwerben. Von deren Geldüberweisungen profitieren ihre Familien und die Wirtschaft ihrer Heimatländer. Andererseits aber zerbrechen viele Familien von Arbeitsmigrantinnen. Da vor allem gut qualifizierte Pflegekräfte auswandern, kommt es zu einem Brain-Drain. Die Gesundheitsversorgung in Ländern wie Kenia oder den Philippinen verschlechtert sich. Wie lässt sich diese Entwicklung korrigieren? Inwieweit würde eine Ausbildung ausländischer Kräfte in den Industrieländern statt in den Heimatländern helfen?