Wolfskinder und Waisenseelen: Kindheit im Schatten des Krieges

In dieser Folge von „Culture To Go“ spricht Moderatorin Anja Schöpe mit dem Historiker und Autor Dr. Christopher Spatz über das Schicksal der ostpreußischen Wolfskinder und sein Buch „Nur der Himmel blieb derselbe. Ostpreußens Hungerkinder erzählen vom Überleben“. Die Episode rückt ein lange übersehenes Kapitel der Nachkriegsgeschichte in den Fokus und zeigt, wie Hunger, Verlust und Entrechtung das Leben Tausender Kinder bestimmten. Dr. Christopher Spatz prägte ergänzend den Begriff der „Hungerkinder“ für jene jüngeren Kinder, die nach dem Zweiten Weltkrieg andere Leidenswege erlebten, etwa in sowjetischen Waisenhäusern. Für seine Forschung führte er rund 55 Interviews mit Betroffenen. Da kaum Fotografien existieren, stehen ihre Stimmen im Mittelpunkt – eingebettet in eine historische Einordnung. „Man kann diese Geschichte nicht allein in Zahlen erzählen“, sagt Dr. Christopher Spatz im Podcast. Die Folge thematisiert das Spannungsfeld zwischen Erinnern und Schweigen sowie Fragen von Identität und Heimat – und macht deutlich, warum diese Biografien bis heute von Bedeutung sind.