Die geplante Reform der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) droht die Resilienz und Sicherheit der Labormedizin in Deutschland massiv zu untergraben. Durch Vergütungskürzungen von bis zu 25 Prozent im stationären und über 33 Prozent im ambulanten Bereich könnten Investitionen in heimische Produktion zurückgehen und die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten für Geräte und Reagenzien weiter zunehmen. Davor warnt DGKL-Vorstand Jan Wolter in der neuen Folge des Podcasts „Diagnose Deutschland“. In der von LabNews Media LLC produzierten Sendung diskutiert Wolter mit Investigativ-Journalist Vlad Georgescu die geopolitischen Risiken der Reform. Die Labormedizin sei kritische Infrastruktur, deren Schwächung Deutschland in Krisen erpressbar machen könnte. „Wir riskieren, dass Deutschland in der medizinischen Versorgung erpressbar wird“, betonte Wolter. Wolter fordert, die GOÄ auch als Instrument zur Absicherung kritischer Infrastrukturen zu nutzen und einen „totalen Reset“ der Gesundheitsfinanzierung. Mit nur rund 1200 Fachärzten für Laboratoriumsmedizin gegenüber etwa 437.000 Ärzten insgesamt habe das Fach eine zu schwache Stimme in den Verhandlungen zwischen Bundesärztekammer, privaten Krankenversicherern und dem Bundesgesundheitsministerium. Die künstliche Trennung zwischen „sprechender Medizin“ und technischen Fächern trage zur Unterbewertung bei. Der Podcast „Diagnose Deutschland“ versteht sich als politisch-disruptiv und evidence-based. Die aktuelle Folge mit dem Titel „Die GOÄ“ ist die zweie Episode der Reihe.
