Das Hexagramm – Der Tanz zwischen Himmel und Erde
13.09.2026•29:36
Ein Trigramm erzählt von einer einzelnen Kraft. Ein Hexagramm erzählt von ihrer Begegnung mit der Welt. In dieser Folge von **„Qigong und eine Tasse Tee“** gehen wir einen Schritt tiefer in die Welt des I Ging. Aus drei Linien werden sechs – und damit entsteht nicht einfach ein größeres Symbol, sondern ein lebendiger Dialog zwischen unserem Inneren und dem, was uns im Außen begegnet. Wir betrachten die sechs Linien wie einen Weg: von der **Wurzel des Urvertrauens**, über Denken und Gefühl, hinaus in die Welt – bis hin zu sozialer Begegnung, Verantwortung und schließlich zum Loslassen. Dabei geht es nicht darum, ein Hexagramm als festes Schicksalsbild zu betrachten. Vielmehr stellt sich die Frage: **Auf welcher Ebene befinde ich mich gerade?** Und dann schauen wir noch tiefer. Denn unter der sichtbaren Struktur eines Hexagramms liegt ein verborgener Prozess: das **Kernzeichen**. Es kann zeigen, was unter der Oberfläche bereits in Bewegung ist – selbst dann, wenn eine Situation nach außen ganz anders erscheint. Das I Ging wird damit zu etwas anderem als einem Orakel, das uns einfach eine Zukunft vorhersagt. Es wird zu einem Spiegel für die Beziehung zwischen Innen und Außen. Denn wir sind niemals nur das, was in uns geschieht. Und wir sind auch niemals nur das, was uns begegnet. **Wir sind der Tanz dazwischen.** Eine Folge über sechs Linien, verborgene Prozesse, Resonanz und die Frage, wie wir auf das Leben antworten können, ohne ständig gegen es kämpfen zu müssen. Und vielleicht ist genau das die Einladung des Hexagramms: **Nicht fragen: „Was wird passieren?“ Sondern spüren: „Wo stehe ich gerade – und was bewegt sich in mir und um mich herum?“**