Ruhrtal - Biografische Geschichten aus dem Pflegeheim
Ruhrtal - Biografische Geschichten aus dem Pflegeheim

Ruhrtal - Biografische Geschichten aus dem Pflegeheim

Hans Schwichow


Podcast

Hier könnt ihr Bewohner*innen von Pflegeheimen zuhören, die aus ihrem Leben erzählen.

Alle Folgen

  • #79 - vorgestern fertig

    05.06.202647:31

    Geboren wurde die Bewohnerin, die in dieser Folge erzählt, am 1.1.1933. Der Großvater kommt aus Amelunxen; in dem bis heute sehr kleinen Dorf bei Höxter wurde sie im Krieg zeitweise bei Verwandten in Sicherheit gebracht. Ohne viel dafür zu tun, war sie eine gute Schülerin. Sie benutzt das schöne Wort: “naturgut“. Zum Lernen war keine Zeit, denn sie war ein Straßen-, ja ein „Schlägerkind“, das sich nichts gefallen ließ; aber sie war auch ein „Kontaktkind“. Als Einzelkind hatte sie alles, sagt sie. - Im Beruf ging es flott voran, zuletzt war sie Direktionsassistentin bei der Ruhrkohle AG, sie war schnell und präzise, verdiente gut - mit drei Kolleginnen machte sie selbstorganisierte Reisen mit dem Wohnmobil, etwa eine Tour durch Australien. Es gibt wenig Länder, die sie nicht gesehen habe, berichtet sie. „Wir haben es gemacht!“ Ist ihr Resümee. Verheiratet war sie nicht, aber mit ihrem langjährigen Lebenspartner hatte sie die schönste Zeit. Er hatte ihr zur Kontaktaufnahme im Treppenhaus hinterher gepfiffen. „Wir waren ein Ei und ein Pfannkuchen.“ Sie habe sich nie bemühen müssen, habe immer alles gekriegt. Sie beschreibt wie sie sich erfolgreich um ihre Altersvorsorge gekümmert hat. „Da geh ich nicht mehr raus!“ sagt sie von ihrem Zimmer im Pflegeheim.

  • #78 - Kung Fu auf dem sinkenden Schiff

    01.05.202637:37

    Es ist die Rede von Umwegen zur Pflege hin, einer Ausbildung zur Köchin, die sie abbrechen musste, Kindheit in Gelsenkirchen, und den vielen Hobbys: Kung Fu, Inliner, Skaten, früher mal Fußball spielen und Schalke, sie erzählt von ihrer Schulzeit, vom Kochen, sich bekochen lassen und vom Essen gehen, davon was sie an der Pflege mag, was ihr gegen den Strich geht. Aktuelle Freizeitbeschäftigungen: Schlafen, mit dem Hund, einer Chihuahua namens Bella, unterwegs sein und - gerne auch schnell – Auto fahren. Bevorzugte Urlaubsziele: das Hotel des Vertrauens in der Türkei und Greetsiel.

  • #77 - 175 Mark

    03.04.202650:00

    Die Gästin dieser Folge erzählt von ihrer Kindheit in Salzbergen, von Bombenangriffen im Krieg, einem Schutzraum, dem Postkeller, in dem sie sich befand als dieser von einer Bombe getroffen wurde. Sie berichtet über die Schule in der Zeit; davon wie sie beruflich auf dem Land ausgenutzt wurde – die Hochzeit mit einem Maurermeister aus der Nachbarschaft befreit sie. Er baut in Essen Werden ihr gemeinsames Haus und von da ab, kann ihr niemand mehr was sagen. Sie spricht von den zwei Kindern, ihrer späteren Tätigkeit als Schwesternhelferin, den Urlauben, in Bayern etwa, das Skifahren ist sie mit 40 angefangen, aber auch sonst sind sie rumgekommen. Angeregt durch das Interesse des Mannes, äußert sie sich zum Bauen früher und heute. Sie berichtet von den vielen Geschwistern, ihren und denen des Mannes, man hat viel miteinander unternommen. Eine Etappenfahrt mit dem Fahrrad rund um Deutschland findet Erwähnung. Mittlerweile, die Erzählende wird bald 92, lebt kaum noch jemand aus diesem großen Kreis. Der Umzug ins Heim und die Probleme, die sie damit hat, werden thematisiert.

  • #76 - polterig

    06.03.202631:14

    Eine Mutter und ihr Sohn berichten über eine Straße; sie erzählt, was sie als Kind dort erlebt hat; er berichtet davon, wie es sich heute dort lebt.

  • #75 - gelernt zu lernen

    20.02.20261:17:05

    Der Gast dieser Folge macht im Sommer 2026 seine praktische Prüfung zum Pflegefachmann. Hier erzählt er, der auch Ausbildungsbotschafter ist, wie er von einem Schüler, der nie Hausaufgaben gemacht hat, zu einem Lernenden wurde, der Pläne hat bald als Praxisanleiter kommende Schüler*innen auf den Weg zu bringen. Er berichtet von guten und schlechten Erfahrungen bei der Ausbildung; von seinem Freundeskreis, seinen Hobbys: nachts um 3 NBA gucken, japanische Kultur, irgendwann will er Japanisch lernen und auf dem Shibuya Square stehen, er spielt Basketball, und skatet – sein erstes Board hat ihm seine Mutter geschenkt, mit den zwei Halbgeschwistern von ihrer Seite ist er aufgewachsen; zu acht weiteren Halb- und Stiefgeschwistern von der Seite seines Vaters hat er, wie zu diesem selbst keinen engen Kontakt.

  • #74 - Tannenbusch

    06.02.20261:20:14

    Geboren wurde sie 1939, am Tag nach Weihnachten; sie erzählt, was es bedeutet in einer großen Familie aufzuwachsen und bis heute aufgehoben zu sein. Wir erfahren, wie es ist, in einer abgelegenen, ländlichen Umgebung zu leben, einiges über Obst- und Gemüseanbau, von einer Schneckenplage, davon, wie man als junge Mutter mit einem Kinderwagen und zwei Kindern steile Feldwege überwindet, und dass regelmäßige Klassentreffen auch nach sehr langer Zeit möglich sind. Meine Gästin berichtet vom Elternhaus in Essen, heute noch im Familienbesitz, dessen Garten alle in der Nachkriegszeit ernährt hat und von familiären Verbindungen zum Sauerland. Es geht um die Kinder, das Backen und das haltbar machen dessen, was der Garten bietet, aber auch um das Sterben ihres ältesten Sohnes, ihrer Schwester und ihres Ehemannes. Dessen Begeisterung für das Hobby Tauben nimmt unter den geschilderten Freizeitaktivitäten viel Raum ein, und sie erinnert sich an ihre beiden Apfelbäume.