Was für ein Leben - Außergewöhnliche Biografien
Was für ein Leben - Außergewöhnliche Biografien

Was für ein Leben - Außergewöhnliche Biografien

FluxFM


Podcast

Wir kennen das alle: Wenn wir jung sind, hören wir oft nur halb zu, wenn Mama, Papa, Oma oder Opa anfangen zu erzählen. Und irgendwann merken wir, dass wir vieles nie richtig gefragt haben. Dass Geschichten verloren gehen. Mit "Was für ein Leben" holen wir genau diese Geschichten zurück – die, bei denen man irgendwann nur noch denkt: Wie bitte? Das ist wirklich passiert? Wir vom Berliner Radiosender FluxFM sprechen mit Menschen, die Dinge erlebt haben, die man sich kaum ausdenken kann. Lebenswege mit Brüchen, Wendungen und Momenten, die alles verändern. Geschichten von Zufällen, Entscheidungen und Schicksalsschlägen – aber auch von Mut, Überleben und manchmal unglaublichem Glück. Das sind keine kleinen Anekdoten für zwischendurch. Das sind Leben, die nachhallen. Wir hören zu, fragen nach und halten fest, was sonst vielleicht verloren gehen würde – für euch, für uns und für die, die nach uns kommen. Ihr kennt jemanden, dessen Geschichte man unbedingt hören muss? Jemanden, bei dem ihr jedes Mal denkt: Das glaubt mir keiner? Dann schreibt uns an matti.geyer@fluxfm.de. Vielleicht ist genau das die nächste Geschichte in "Was für ein Leben".

Alle Folgen

  • Kind im Inferno der letzten Kriegstage | Was für ein Leben - Folge 13

    Vor 2 Tagen25:25

    Eine Biografie zwischen Kriegserfahrung, Erinnerung und zivilem Engagement Manche Erinnerungen lassen einen ein Leben lang nicht los. Die von Arnold Mosshammer gehören dazu. Ende April 1945 wird das kleine brandenburgische Dorf Halbe zum Schauplatz einer der letzten großen Schlachten des Zweiten Weltkriegs. In der sogenannten Kesselschlacht geraten Zehntausende Soldaten, Flüchtlinge und Zivilisten zwischen die Fronten von Wehrmacht und Roter Armee. Innerhalb weniger Tage sterben vermutlich bis zu 60.000 Menschen. Arnold Mosshammer ist zu diesem Zeitpunkt zwölf Jahre alt. Gemeinsam mit seiner Mutter und Großmutter verbringt er vier Tage in einem Keller, während über ihnen Granaten einschlagen und Maschinengewehre rattern. Als sie schließlich ins Freie treten, sehen sie eine zerstörte Landschaft – und unzählige Tote. In den Wochen danach helfen die Überlebenden, die Opfer zu begraben. Entlang von Straßen, in Gärten und auf Feldern entstehen Massengräber. Für den jungen Mosshammer wird diese Erfahrung prägend. Heute liegen auf dem Soldatenfriedhof Halbe mehr als 26.000 Kriegstote. Viele von ihnen sind bis heute namenlos. Arnold Mosshammer lebt inzwischen wieder in Halbe. Die Erlebnisse seiner Kindheit haben ihn zu einem entschiedenen Gegner von Rechtsextremismus gemacht. Seit Jahren engagiert er sich in einem lokalen Aktionsbündnis und stellt sich gegen Neonazi-Aufmärsche – ausgerechnet an dem Ort, der so eng mit seiner eigenen Geschichte verbunden ist. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Arnold Mosshammer über das Erlebte, über Erinnerung und Verantwortung – und darüber, warum es wichtig ist, Haltung zu zeigen.

  • Kuba, DDR, Berlin: Wie Teresa Casanueva Teil der East Side Gallery wurde | Was für ein Leben - Folge 12

    Vor 5 Tagen25:17

    Eine Biografie zwischen Revolution, Kunst und überwundenen Grenzen Manche Lebenswege verlaufen zwischen Welten – politisch, geografisch und künstlerisch. Der von Teresa Casanueva ist ein solcher. 1963 in Kuba geboren, wächst sie in einem kommunistischen System auf, das ihr Denken und ihre Perspektiven früh prägt. In den 1980er-Jahren führt sie ihr Weg in die DDR, wo sie Kunst studiert – eine Zeit, die ihren Blick auf Gesellschaft und künstlerischen Ausdruck nachhaltig verändert. Dann kommt der Umbruch. Mit dem Fall der Berliner Mauer eröffnet sich ein neuer Raum – auch für ihre Kunst. Teresa Casanueva wird Teil eines einzigartigen Projekts: der East Side Gallery. Dort entsteht eines der bekanntesten Werke auf dem längsten erhaltenen Stück der Berliner Mauer. Ihr Wandbild kommt ohne Titel aus. Es zeigt parallele Linien, die sich verzweigen wie Äste – ein Motiv, das für sie das Überwinden von Grenzen symbolisiert: zwischen Ländern, Zeiten und Lebensrealitäten. Heute gehen jedes Jahr Millionen Menschen daran vorbei. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Teresa Casanueva über ihre Kindheit in Kuba, ihr Studium in der DDR und ihren Weg als Künstlerin in Berlin – und darüber, welche Rolle Kunst in einer sich ständig verändernden Welt spielen kann.

  • Wie Günther Krabbenhöft zum Berliner Kult-Opa wurde | Was für ein Leben - Folge 11

    27.04.202638:50

    Eine Biografie zwischen Ausgrenzung, Selbstfindung und Berliner Clubkultur Manche Menschen werden erst spät zu dem, was sie eigentlich immer sein wollten. Günther Krabbenhöft ist einer von ihnen. Geboren 1945 in Hildesheim und aufgewachsen in einer ländlichen Gegend bei Hannover, ist seine Kindheit geprägt von Strenge und dem Gefühl, nicht dazuzugehören. Schon früh gerät er in Konflikt mit sich selbst und seiner Umwelt. Mit 16 Jahren unternimmt er zwei Suizidversuche – und überlebt. Er beginnt, sich ein Leben aufzubauen: wird Koch, heiratet, wird Vater. Doch erst mit 35 findet er den Mut zu seinem Coming-out. Ein Wendepunkt. Berlin wird zu seinem Zufluchtsort. Seit 1968 lebt er in der Stadt – zunächst in Moabit, später in einer Kreuzberger WG. Über Jahrzehnte arbeitet er als Koch, engagiert sich in den 1980er-Jahren in der Sterbebegleitung von AIDS-Kranken und erlebt eine Zeit, die ihn nachhaltig prägt. Erst im höheren Alter wird er zu dem, was viele heute in ihm sehen: eine Ikone. Mit Melone, Weste und unverwechselbarem Stil wird er zum festen Bestandteil der Berliner Clubszene. Er tanzt in Clubs wie Berghain, Sisyphos oder Kater Blau – und zeigt, dass Freiheit keine Frage des Alters ist. In dieser Folge spricht Matti Geyer über das bewegte Leben von Günther Krabbenhöft – und über die Kraft, sich selbst treu zu bleiben.

  • Tagebuch einer Berliner Busfahrerin | Was für ein Leben - Folge 10

    17.04.202641:53

    Drei Jahrzehnte Berliner Busleben – die Anekdoten einer Fahrerin Das ist Berlin – aus der Perspektive, die wir alle kennen… aber viel zu selten wirklich hören. In dieser Folge von "Was für ein Leben" spricht FluxFM-Redakteur Matti Geyer mit Antje Boesler. Seit über 30 Jahren sitzt sie am Steuer eines Berliner Busses. Schon vor der Wende geht’s für sie los – seitdem erlebt sie Tag für Tag diese Stadt in all ihren Facetten. Und wer denkt, Busfahren ist Routine, der hat diese Geschichten noch nicht gehört. Antje Boesler erzählt von schrägen Fahrgästen, absurden Situationen und Momenten, die einfach nur typisch Berlin sind. Von Polizeieinsätzen in der Pause. Von Dingen, die Menschen im Bus vergessen – und die man kaum glauben kann. Ihre Erlebnisse hat sie in ihrem Buch „Tagebuch einer Berliner Busfahrerin“ festgehalten. Im Gespräch geht es um den Alltag auf Berlins Straßen – um Begegnungen, die im Kopf bleiben – und um eine Stadt, die man aus dem Fahrersitz ganz anders erlebt. Eine Geschichte über 30 Jahre Berlin – und darüber, dass hinter jedem Lenkrad auch ein ganz eigenes Leben steckt.

  • Ein Bein verloren, die Freiheit gewonnen | Was für ein Leben - Folge 9

    15.04.202626:17

    Schuss an der Grenze – und trotzdem weiter Das klingt wie ein harter Film – ist aber Realität. In dieser Folge von „Was für ein Leben“ spricht FluxFM-Redakteur Matti Geyer mit Thomas von Grumbkow. Er wächst in der DDR auf, in Leipzig. Ein junger Mann, der aneckt. Der Westmusik hört. Der Freiheit spüren will. Im selbstorganisierten Jugendclub legt er verbotene Songs auf – heimlich vom Radio aufgenommen. Jeden Sommer trampt er ans Schwarze Meer. Bulgarien. Ein kleines Stück Freiheit im System. Doch irgendwann reicht ihm das nicht mehr. 1981 wagt er die Flucht. An der bulgarisch-türkischen Grenze. Wenige Meter vor der Freiheit fallen Schüsse. Thomas von Grumbkow wird getroffen. Er überlebt – aber verliert sein Bein. Und kommt ins Gefängnis. Zurück in Leipzig gibt er trotzdem nicht auf. Er geht in die Nikolaikirche, schließt sich der Friedensbewegung an, organisiert Protest. 1984 gelingt ihm schließlich die Ausreise in den Westen. Heute spricht er als Zeitzeuge über seine Geschichte – über Repression, Mut und die Frage, was Freiheit eigentlich bedeutet. Eine Geschichte über einen Moment, der alles verändert – und darüber, warum Aufgeben manchmal einfach keine Option ist.

  • Freiheit auf UKW: Astrid Landero und DT64 | Was für ein Leben - Folge 8

    13.04.202641:59

    Eine Biografie im Spannungsfeld von Politik, Radio und Feminismus Manche Lebensgeschichten erzählen mehr über eine Zeit als jedes Geschichtsbuch. Die von Astrid Landero ist eine davon. Aufgewachsen in Thüringen in einem politisch geprägten Elternhaus, entwickelt sie früh ein Interesse für internationale Themen, hört westliche Musik und beschäftigt sich mit der US-Bürgerrechtsbewegung. Ihr Weg führt sie zum Studium nach Moskau – in ein internationales Umfeld, das ihren Blick weitet. Zurück in der DDR arbeitet sie zunächst beim Zentralrat der FDJ, bevor sie 1988 zum Jugendradiosender DT64 kommt. DT64 ist zu diesem Zeitpunkt ein besonderer Ort: unterschätzt von der politischen Führung – und gerade deshalb ein Raum mit überraschend großen Freiheiten. Hier entstehen Beiträge über Themen, die zuvor kaum öffentlich verhandelt wurden: Rassismus in der DDR, Sexualität und Beziehungen, queeres Leben, Einsamkeit, Suizid und Flucht. Im Jahr 1989, als das politische System ins Wanken gerät, wird auch das Radio mutiger. Die Redaktion nutzt ihre Spielräume – und ist in manchen Momenten schneller als die Politik selbst. Nach dem Mauerfall engagiert sich Astrid Landero intensiv in der Frauenbewegung. Sie ist aktiv im Unabhängigen Frauenverband und beteiligt sich am Aufbau wichtiger Ostberliner Frauenprojekte wie dem Frauenzentrum Paula Panke. Für ihr Engagement wird sie 2023 mit der Bezirksmedaille Pankow ausgezeichnet. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Astrid Landero über ein Leben zwischen Anpassung und Aufbruch – und über die Frage, was es bedeutet, Freiräume zu erkennen und zu nutzen.