Was für ein Leben - Außergewöhnliche Biografien
Was für ein Leben - Außergewöhnliche Biografien

Was für ein Leben - Außergewöhnliche Biografien

FluxFM


Podcast

Wir kennen das alle: Wenn wir jung sind, hören wir oft nur halb zu, wenn Mama, Papa, Oma oder Opa anfangen zu erzählen. Und irgendwann merken wir, dass wir vieles nie richtig gefragt haben. Dass Geschichten verloren gehen. Mit "Was für ein Leben" holen wir genau diese Geschichten zurück – die, bei denen man irgendwann nur noch denkt: Wie bitte? Das ist wirklich passiert? Wir vom Berliner Radiosender FluxFM sprechen mit Menschen, die Dinge erlebt haben, die man sich kaum ausdenken kann. Lebenswege mit Brüchen, Wendungen und Momenten, die alles verändern. Geschichten von Zufällen, Entscheidungen und Schicksalsschlägen – aber auch von Mut, Überleben und manchmal unglaublichem Glück. Das sind keine kleinen Anekdoten für zwischendurch. Das sind Leben, die nachhallen. Wir hören zu, fragen nach und halten fest, was sonst vielleicht verloren gehen würde – für euch, für uns und für die, die nach uns kommen. Ihr kennt jemanden, dessen Geschichte man unbedingt hören muss? Jemanden, bei dem ihr jedes Mal denkt: Das glaubt mir keiner? Dann schreibt uns an matti.geyer@fluxfm.de. Vielleicht ist genau das die nächste Geschichte in "Was für ein Leben".

Alle Folgen

  • Assia Gorban: Das Mädchen, das den Holocaust überlebte | Was für ein Leben – Folge 23

    Vor 2 Tagen39:12

    Eine Kindheit zwischen Ghetto, Todeslager und Flucht – und die Geschichte einer Frau, die niemals aufgehört hat zu erinnern Manche Erinnerungen begleiten einen ein Leben lang. Assia Gorban trägt sie seit mehr als acht Jahrzehnten mit sich. 1933 wird sie als Assia Klurfeld in Mohyliw-Podilskyj in der heutigen Ukraine geboren. Als die deutsche Wehrmacht 1941 die Sowjetunion überfällt, ist sie sieben Jahre alt. Wenig später wird ihre Familie in ein Ghetto gezwungen und anschließend in das rumänisch verwaltete Todeslager Petschora deportiert. Hunger, Gewalt und der tägliche Tod bestimmen fortan ihren Alltag. Doch ihre Mutter weigert sich, das Schicksal ihrer Kinder zu akzeptieren. Mehrfach versucht sie, mit Assia aus dem Lager zu fliehen. Erst nach dramatischen Rückschlägen gelingt ihnen die Flucht – eine Entscheidung, die Assia das Leben rettet. Ihr Großvater wird ermordet, viele Angehörige überleben den Holocaust nicht. Nach dem Krieg baut Assia Gorban sich ein neues Leben auf. Heute lebt sie in Berlin und erzählt als Zeitzeugin ihre Geschichte, damit das Erlebte nicht in Vergessenheit gerät. Ihr Bericht gehört zu den eindrucksvollsten persönlichen Zeugnissen über den Holocaust in der Ukraine und das Lager Petschora. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Assia Gorban über ihre Kindheit im Holocaust, den Mut ihrer Mutter, den Verlust ihrer Familie und darüber, warum Erinnern für sie bis heute eine Aufgabe ist.

  • Carla Kalkbrenner: Zwischen DDR-Fernsehen, Wende und Krimi | Was für ein Leben – Folge 22

    27.07.202625:45

    Manche Menschen beobachten Geschichte. Andere erzählen sie. Carla Kalkbrenner hat beides getan. Sie wächst in der DDR als Tochter des Malers Fritz Eisel auf und erlebt ihre Kindheit in Potsdam. Später studiert sie Journalistik in Leipzig und arbeitet ab 1979 für das Fernsehen der DDR. Als die Friedliche Revolution das Land verändert, berichtet sie mittendrin über eine Gesellschaft im Umbruch – zunächst für den Deutschen Fernsehfunk, später für den ORB, das ZDF und die Deutsche Welle. Für ihre Arbeit wird sie unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Doch Carla Kalkbrenners Geschichte endet nicht im Journalismus. Heute schreibt sie erfolgreiche Berlin-Krimis, deren Ermittlungen mitten durch die Geschichte und Gegenwart der Hauptstadt führen. Und auch ihre Familie spiegelt deutsche Zeitgeschichte wider: Ihr Großonkel Fritz Selbmann gehörte zu den bekanntesten Politikern und Schriftstellern der DDR, ihr Vater Fritz Eisel war einer ihrer bedeutenden Maler. Ihr Mann Jörn Kalkbrenner schrieb Texte unter anderem für die Band Silly. Und ihre Söhne Paul und Fritz Kalkbrenner gehören heute zu den international bekanntesten deutschen Techno-Musikern. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Carla Kalkbrenner über das Aufwachsen in der DDR, den Journalismus im Wandel zweier politischer Systeme, ihre Leidenschaft für das Schreiben – und darüber, wie sich ein ganzes Stück deutscher Geschichte auch in einer einzigen Familie erzählen lässt.

  • Michael Sturm: Lebensborn-Kind auf der Suche nach der eigenen Wahrheit | Was für ein Leben - Folge 21

    17.06.202636:37

    Eine Biografie zwischen Verschleierung, Aufarbeitung und einem Leben im Schatten der NS-Vergangenheit Manche Lebensgeschichten wirken wie aus einem Drehbuch – nur dass sie real sind. Michael Sturm ist so eine Geschichte. 1941 in Bad Polzin (heute Polen) geboren, verbringt er seine ersten Lebensjahre in einem Lebensborn-Heim der SS. Was er selbst davon weiß? Jahrzehntelang praktisch nichts. Denn seine Herkunft wird ihm systematisch verschwiegen – von seiner Familie, von seiner Mutter, von einer Vergangenheit, über die nicht gesprochen wird. Er wächst mit einer anderen Geschichte auf: Sein Vater sei ein Widerstandskämpfer des 20. Juli gewesen, gefallen im Kampf gegen Hitler. Erst viele Jahre später beginnt diese Erzählung zu bröckeln. Als Michael Sturm selbst anfängt zu recherchieren, stößt er auf eine völlig andere Realität – und auf eine Wahrheit, die alles verändert. Er erfährt, dass er ein Kind des Lebensborn-Programms war – jenes SS-Systems, das während des Nationalsozialismus Kinder nach „rassischen“ Kriterien auswählte, Geburten in Heimen organisierte und Identitäten verschleierte. Und er entdeckt, dass auch sein Vater nicht der vermeintliche Held war, sondern Teil der NS-Militär-Elite. Aus der Suche nach der eigenen Herkunft wird eine Auseinandersetzung mit Schuld, Schweigen und Familienlügen – und mit der Frage, wie viel Wahrheit ein Leben aushält, wenn sie Jahrzehnte zu spät kommt. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Michael Sturm über ein Leben zwischen Erinnerungslücken, schmerzhaften Enthüllungen und dem Versuch, die eigene Geschichte neu zusammenzusetzen.

  • Ilse Biberti – Zu viele Geschichten für nur einen Podcast | Was für ein Leben - Folge 20

    09.06.202641:53

    Ilse Biberti hat in ihrem Leben so viel erlebt, dass man daraus vermutlich mehrere Podcasts machen könnte. Schauspielerin, Regisseurin, Autorin, Produzentin, Sesamstraßen-Star, Pflegende von Angehörigen und heute Aktivistin bei den Omas gegen Rechts. In dieser Folge von „Was für ein Leben“ spricht Matti Geyer mit einer Frau, die sich immer wieder neu erfunden hat. Ilse erzählt von ihrer schwierigen Kindheit, ihrem Auszug von zu Hause, ihrer ungewöhnlichen Verbindung zu Robert Biberti von den legendären Comedian Harmonists, ihren Erfolgen als Schauspielerin und Regisseurin sowie von den Widerständen, gegen die sie sich in einer von Männern dominierten Branche behaupten musste. Außerdem geht es um ihre Zeit in der Sesamstraße, ihre Arbeit für Formate wie Tatort, Gute Zeiten, schlechte Zeiten und Alphateam, den schwierigen Spagat zwischen Karriere und familiärer Verantwortung – und darum, warum Altersdiskriminierung in Deutschland endlich stärker diskutiert werden sollte. Eine Folge über Mut, Durchhaltevermögen und kreative Leidenschaft. Themen dieser Folge: • Kindheit und Aufbruch in die Selbstständigkeit • Robert Biberti und die Comedian Harmonists • Zehn Jahre Sesamstraße • Frauen hinter der Kamera in den 1970er- und 1980er-Jahren • Tatort, GZSZ, Alphateam und eigene Serienproduktionen • Pflege von Angehörigen und ihre Folgen für die Karriere • Altersdiskriminierung in Deutschland • Engagement bei den Omas gegen Rechts

  • Der Mann, der das Ampelmännchen gerettet hat | Was für ein Leben - Folge 19

    01.06.202640:46

    Markus Heckhausen: Eine Biografie zwischen Design, Ostalgie und der Rettung eines Berliner Symbols Manche Dinge verschwinden fast – und werden dann doch zu etwas ganz anderem. Der Weg des Ost-Ampelmännchens ist genau so eine Geschichte. Markus Heckhausen kommt Ende der 1980er-Jahre als Produktdesigner nach Berlin – in eine Stadt im Umbruch, zwischen Ende der DDR und neuer Hauptstadt-Identität. Eigentlich interessiert er sich für Gestaltung, Materialien und neue Formen. Doch dann entdeckt er ein scheinbar unscheinbares Objekt, das gerade dabei ist, aus dem Stadtbild zu verschwinden: das Ost-Ampelmännchen. Während nach der Wiedervereinigung viele DDR-Symbole ersetzt und abgebaut werden, sieht Heckhausen in dem kleinen Verkehrssymbol etwas anderes: Charakter, Wiedererkennbarkeit und enormes gestalterisches Potenzial. Aus dem ersten geretteten Ampelglas entsteht eine Lampe – und daraus eine Idee. Gemeinsam mit dem Erfinder Karl Peglau beginnt eine Entwicklung, die aus einem ausrangierten Verkehrszeichen Schritt für Schritt eine Marke macht. Was als experimentelles Designprojekt beginnt, wird zu einem Unternehmen mit hunderten Produkten, eigenen Shops in Berlin und internationaler Bekanntheit. Heute ist das Ampelmännchen längst mehr als ein Verkehrssymbol: Es ist Designikone, Erinnerungsfigur und ein Stück Berliner Stadtkultur. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Markus Heckhausen über Zufälle, Entscheidungen und darüber, wie aus einem kleinen Männchen ein großes Stück Stadtgeschichte wurde.

  • Vapula Haukongo – Die DDR-Kinder aus Namibia | Was für ein Leben – Folge 18

    26.05.202619:19

    Vapula Haukongo wurde als Kind mitten im Kalten Krieg aus einem namibischen Flüchtlingslager in die DDR gebracht. Dort wuchs er in Ostdeutschland auf, sprach Deutsch, ging zur Schule und sollte Teil einer neuen sozialistischen Elite für ein unabhängiges Namibia werden. Doch dann fiel die Berliner Mauer – und plötzlich musste er zurück. In ein Land, das eigentlich seine Heimat war, ihm aber völlig fremd geworden war. In dieser Folge erzählt Vapula Haukongo, wie es war, zwischen zwei Kulturen und Identitäten aufzuwachsen, warum viele der sogenannten „DDR-Kinder aus Namibia“ bis heute mit ihrer Vergangenheit kämpfen – und wie er es geschafft hat, trotz dieses radikalen Bruchs seinen eigenen Weg zu finden. Heute lebt er als Zahnarzt in München. Ein Gespräch über Heimat, Verlust, Anpassung – und die Frage, wo man hingehört, wenn man eigentlich zwei Leben hatte.