ZU Lectures - Vorträge an der Zeppelin Universität
ZU Lectures - Vorträge an der Zeppelin Universität

ZU Lectures - Vorträge an der Zeppelin Universität

Universitätskommunikation


Podcast, Gesellschaft

An der Zeppelin Universität in Friedrichshafen finden viele akademische Vorträge statt. Viele davon sind viel zu gut, um in Vergessenheit zu geraten und sollen daher in diesem Kanal für die Nachwelt festgehalten werden. Für die Talks der Zeppelin Universität und die öffentlichen Veranstaltungen wie die BürgerUniversität besuchen Sie bitte den ersten Podcast der ZU mit dem Titel "ZU - der Podcast der Zeppelin Universität". https://zeppelinuni.podigee.io Die Zeppelin Universität (ZU) ist eine staatlich anerkannte Universität in privater Trägerschaft. Sie versteht sich als Universität „zwischen Wirtschaft, Kultur und Politik“. Lehre und Forschung finden interdisziplinär, individualisiert und international statt. Die ZU sucht gezielt nach Pionierinnen und Pionieren, die im Studium oder später im Beruf ihren Beitrag für gesellschaftlich relevante Themen leisten wollen.

Alle Folgen

  • Prof. Udo Göttlich: Netzwerkmedien und die Unhaltbarkeit öffentlicher Meinungs- und Willensbildung | Die Zeit danach

    24.02.202653:57

    Zur Verstärkung der doppelten Krise der westlichen Konsumgesellschaften, die aus ihrer vielschichtigen Nicht-Nachhaltigkeit und den anhaltenden Schwierigkeiten bei der sozialökologischen Transformation herrührt, trägt nicht unwesentlich der seit beinahe 30 Jahren stattfindende digitale Strukturwandel der Öffentlichkeit bei. Das Zeitalter der digitalen Medien ist nicht durch einen plötzlichen Umbruch und einer Zeit danach gekennzeichnet. Es handelt sich vielmehr um einen Veränderungsprozess, der zu einer laufenden Transformation gesellschaftlicher Kommunikationsverhältnisse beiträgt, weil die jeweils neuen Kommunikationstechnologien die Produktionsbedingungen von Kommunikation und Wissen direkt angehen. So gesehen, befinden wir uns in einem laufenden Umbruchsprozess, dessen Zeit danach wir zwar herbeisehnen, dessen Ende aber nicht absehbar ist. Die Lage wird unhaltbar.

  • Prof. Jan Söffner: 2046: Ein Jahr nach der technologischen Singularität | Die Zeit danach - Ringvorlesung

    17.02.20261:31:49

    Nachdem 2012 – trotz aller echten und vermeintlichen Maya-Prophezeiungen – recht unspektakulär verlaufen ist, gewinnt derzeit das Jahr 2045 zunehmend an Strahlkraft: Es ist das Jahr, auf das Ray Kurzweil vor 20 Jahren die technologische Singularität datierte, das Jahr, an dem die Biologie als Träger der Information endlich ausgedient hat, Künstliche Intelligenz auf keinerlei menschliche Zutaten mehr angewiesen ist, sich selbst in immer schnellerem Rhythmus neu erschafft und die exponentielle Steigerungskurve der digitalen Technologie so steil wird, dass sie uns vertikal erscheint: Von einem Moment auf den anderen wird 2045 die Welt nicht mehr die Welt sein, sondern ein selbsterleuchtetes Universum. Die Prophezeiung ist einer Prognose gewichen, der Kalender einer Berechnung nach dem Moore’schen Gesetz, die Magie der Maya der Magie einer übersteigerten Rationalität – aber der Endpunkt bleibt. Wie sieht das Danach aus? Was kommt 2046? Egal, ob die Singularität 2045 stattfinden wird oder nicht; ob sie sich davor, danach, als tatsächliche Erleuchtung oder vielmehr als exponentiell außer Kontrolle geratene Übersteigerung von KI-Bullshit und technischen Fehlern ereignet: Symptome einer überlegenen und nicht mehr biologischen Intelligenz beschäftigen uns bereits 2026. Anders als 2012, bahnt 2045 sich allmählich an, und anders als 2012, das man verwendete, um unangenehme Gedanken an ein 2013 auszublenden, stellt sich die Frage, was nach der Singularität kommt, bereits jetzt: 2046 hat schon begonnen.

  • Dr. Joachim Landkammer: Vom Schulverweis zur fristlosen Kündigung – Eine kleine Typologie des Rauswurfs | Ringvorlesung

    10.02.20261:33:53

    „Und das Volk sagt Du / Gehörst nicht dazu / Gehörst nicht dazu…“ (Rainald Grebe) Parteiausschlussverfahren, unehrenhafte militärische Entlassungen, Vereins-Rausschmisse – alle sozialen Gruppierungen und Organisationen kennen die Institution der Zwangsaufhebung des Mitgliedsverhältnisses. Der Vortrag versucht eine Differenzierung der verschiedenen Typen dieser Externalisierungs- und „Restrukturierungs“-Maßnahmen und stellt sie den Gegenfiguren der freiwilligen Selbstausschließung gegenüber (Deserteure, Eremiten, Aussteiger, Kyniker oder G. Paolis „glückliche Arbeitslose“).

  • Prof. van den Berg: Die Kunst der Stunde Null. Pathologien einer Kriegsgeneration | Die Zeit danach - Ringvorlesung

    03.02.20261:24:04

    Nach dem Zweiten Weltkrieg machte die Rede von der „Stunde Null“ die Runde. Künstler:innen verbündeten sich international. Die Gruppe COBRA etwa vertrat einen radikalen Bruch mit den Inhalten sowie ästhetischen Traditionen und Ordnungsprinzipien der Kriegsjahre und rief dazu auf, die jungfräuliche Leinwand Mondrians zu beschmutzen. In Düsseldorf fand in den 1950er Jahren eine internationale Künstlergruppe unter dem Namen ZERO zusammen. In diesem Umfeld plante der Architekt Werner Ruhnau Häuser aus Luft, und der Künstler Otto Piene nannte ZERO jene „unmessbare Zone, in der ein alter Zustand in einen unbekannten neuen übergeht.“ Der Vortrag spürt dem Selbstverständnis dieser Generation nach und beleuchtet das Geschichts- und Zukunftsverständnis einer Generation, die die Vergangenheit vor allem als etwas ansah, von dem man sich möglichst weit distanzieren sollte.

  • Rahel Spöhrer: Konsensuale Entgrenzung – Zur Vertreibung der Verfremdung aus dem Theater | Ringvorlesung #NoFilter

    14.03.202522:44

    Mit „Immersion“ (2016-2021) setzte das Haus der Berliner Festspiele 2015 eine umfassende Programmreihe auf, die Ästhetiken in den Blick nahm, welche die „Gegenüberstellung von Werk und Besucher*in, Bühne und Saal, Objekt und Betrachter*in auflösen“ und die Teilnehmer:innen einladen, mit Körper und Sinnen in ein Werk einzutauchen. Spätestens damit wurde der Begriff zu einer viel zitierten ästhetischen Kategorie um künstlerische Arbeiten zu beschreiben, die neue Beziehungsweisen zwischen Zuschauer:in und Werk etablieren, Distanznahme und Verfremdung verweigern, Erfahrung, Symbiose und Entgrenzung im Unterschied zu Handlung oder Repräsentation ins Zentrum rücken. Anhand der Arbeiten des Performance-Kollektivs THE AGENCY, das seit 2015 immersive Performances kreiert, in denen die Zuschauer:innen zu Kundinnen und die Theater zu Orten neoliberaler Dienstleistungen werden, wendet sich der Kurzvortrag dem Begriff der Immersion als „Style“ und als wirkungsäthetische Kategorie zu und fragt nach den Möglichkeiten und Gefahren entgrenzter/grenzüberschreitender Ästhetiken, die die Manipulation aller Sinne in flüchtigen Erfahrungen perfektionieren.

  • Dr. Joachim Landkammer: Pausenverbot – Zur Vertreibung der Stille aus der Musik | Ringvorlesung #NoFilter

    11.03.202532:24

    Es hätte nicht Cages (überschätztem) Stück 4‘33‘‘ von 1952 bedurft, um die Relevanz des „tacet“-Modus in der „klassischen“ Musik zu unterstreichen. Stille vor, nach und inmitten der Musik war wesentlicher Bestandteil der in der bürgerlichen Konzertform dargebotenen musikalischen Ereignisse. Von Wagners „durchkomponiertem“ Gesamtkunstwerk bis zu Techno und Rave läßt sich hingegen ein Bogen moderner „pausenloser“ Musikdarbietung spannen, der den:die Zuhörer:in zu einer distanzlosen körperlich-geistigen Versenkung in kontinuierlich-fließende Klangwelten „einlädt“ (zwingt?). Der Kurzvortrag arbeitet Nähe und Distanz zu Kornbluhs Kategorien „immersion“, „stream“ und „flow“ heraus. **Joachim Landkammer** Nach einem Philosophiestudium in Italien und einer ebenfalls in Italien durchgeführten Promotion über den Historikerstreit hat er als Assistent und Wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof Dr W. Ch. Zimmerli an den Universitäten Bamberg, Marburg und Witten/Herdecke gearbeitet. Seit 2004 ist er Dozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ZU und Verantwortlicher des artsprograms der ZU für den Bereich Musik. **Die Ringvorlesung** Die Ringvorlesung nimmt den ebenso unscheinbaren wie (nicht nur) in den sozialen Medien wie Instagram oft gebrauchten Hashtag #nofilter zum Anlass einer generellen Befragung der Gegenwart. Die Ausgangsbeobachtung oder Arbeitshypothese dabei lautet, dass Unvermitteltheit, Distanzlosigkeit, Authentizität(swahn) nicht nur aussagekräftig, sondern geradezu ein Signum unserer Zeit sind. Hierzu sprechen Philosophen, Soziologen, Medienwissenschaftler, Literatur- und Kunsttheoretiker sowie Künstler, Kuratoren und Autoren über aktuelle gesellschaftliche Phänomene.