Marcel Reif: Ich bin kein Vorzeigejude | 52
Zwischen den Zeilen
Gestern • 59 Min.
Wie bleibt man Optimist in einer Welt, die sich sprachlich und politisch immer weiter radikalisiert? Marcel Reif, die legendäre Stimme des deutschen Fußballkommentars und ein Ästhet des Wortes, spricht im Podcast „Zwischen den Zeilen“ mit Bettina Böttinger über den schmalen Grat zwischen dem „großen Zirkus“ des modernen Sportbusiness und den tiefen gesellschaftlichen Umbrüchen unserer Zeit. Von der legendären 76-Minuten-Rede am umgefallenen Tor in Madrid bis hin zu seiner historischen, zutiefst bewegenden Rede vor dem Deutschen Bundestag im Januar 2024: Marcel Reif beweist einmal mehr, was es bedeutet, mit Haltung und unmissverständlicher Klarheit zu sprechen. In dieser Folge teilt er persönliche, oft schmerzhafte Einblicke in seine Biografie: die Kindheit zwischen Polen, Israel und der Pfalz sowie das traumatische Gefühl der Verlorenheit als achtjähriger Erstklässler in Kaiserslautern, der erst die deutsche Sprache bezwingen musste. Er spricht über das Schweigegelübde seiner Eltern, den Holocaust und das heldenhafte Vermächtnis seines jüdischen Vaters, dessen scheinbar simpler Lebenskompass bis heute nachhallt: „Sei ein Mensch“. Doch es geht auch um das Hier und Jetzt: Reif analysiert die wachsende Vergiftung des gesellschaftlichen Diskurses durch anonymen Social-Media-Frust, den gefährlichen Backlash überholter Männerbilder bei Jugendlichen und warum er der Bundesregierung die Streichung von Fördermitteln für Vereine wie HateAid absolut nicht verzeihen kann. Ein ehrlicher, meinungsstarker Talk über die Pflicht, die Demokratie jeden Tag neu zu erarbeiten, und die Frage, warum Fußball am Ende eben doch die schönste Nebensache der Welt bleibt. Hier findest du alle Informationen und Rabatte Du hast Fragen oder Anregungen? Dann schreib uns hier: zwischendenzeilen@earlystudios.com Zwischen den Zeilen erscheint jeden Dienstag überall, wo es Podcasts gibt. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices