Datenschutz aufbauen und ChatGPT mit DSGVO nutzen | Steffen Lüning
Antifragil in der VUKA-Welt: Digitale Transformation zwischen Regulierung und Realität?
30.01.2026 • 1 Std. 9 Min.
Christofhat ein Experiment gemacht: Alle Namen der Mitarbeitenden in ChatGPTgeladen, um sich daraus eine Urlaubsplanung zu machen! Keinegute Idee, ehrlich gesagt. Dochwie kann man ChatGPT und Datenschutz im Unternehmen vereinen? Darüber spricht Christof Layher, Host des Podcasts ChaosHacker-Talk mit Steffen Lüning. Er verbindet Datenschutz mit Comedy. Denn für ihn ist es wichtig, Datenschutz nicht nur trocken zu vermitteln, sondern anfassbar und mit Humor. Die erste Datenschutz-Schulung hat Christof übrigens im Jahr 2007 gemacht – damals hat sich die Welt für das Thema noch kaum interessiert. Doch wie startet man im Unternehmen mit Datenschutz? Der Datenschutzbeauftragte ist meist ein rotes Tuch bei vielen, vor allem, wenn derjenige von extern kommt. Schwieriger Start also. Doch wenn man bisher noch gar nix hat, dann startet Steffen erstmal mit einem Muster für technisch organisatorische Maßnahmen und dem Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten, außerdem gibt’s ein paar Checklisten für die externen Dienstleister. Der nächste Schritt ist dann, die Mitarbeitenden zu sensibilisieren, dass sie keinen groben Unfug machen. Das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten ist eineProzessdokumentation mit der ergänzenden Info, welchepersonenbezogenen Daten darin verarbeitet werden. Die Herausforderung ist, dass man sich selbst überlegen muss, wie kleinteilig man das aufbauen will. Optimalerweise schaut nochmal jemand drüber, der sich damit auskennt – und so hat man schonmal einen guten Start. Die beiden sind sich einig: Lieber ein bisschen machen und dabei Fehler, als das Thema zu ignorieren. Selbst wenn dann eine Behörde kommt und sich den Datenschutz im Unternehmen anschauen will, kann man dann viel besser argumentieren. Steffen erzählt aus seinem Praxisumfeld, dass Behörden sehr kulant sind und dann nur auf Veränderungen hinweisen – ohne riesiges Theater. Bevor eine Beschwerde kommt, gibt’s allerdings oft erstmal den Wunsch nach einer Auskunft. Denn jede natürliche Person hat ein Recht auf Auskunft. Steffen erklärt, wie der Ablauf hierzu aussieht. Es gibt zwei Probleme:Menschen machen das, weil sie einem Arbeit machen wollen oder weil sie darauf abzielen, dass man eben nicht antwortet, um das dann bei einer Behörde zu melden. Wichtig ist: Wir dürfen nur personenbezogene Daten speichern, wenn es tatsächlich einen Grund dafür gibt. Christof war auf einer Konferenz zum Thema Datenintegrität. Dort gab es einen Vortrag zum Thema Dokumentation von Tests. Dürfen wir das nun auch mit Video machen? Die beiden diskutieren diese Frage auf und wie immer ist klar: Es kommt drauf an! Ein weiterer Tipp: Wenn die Fristen der Pharma-Gesetzgebung rum sind, dann greift der Datenschutz und wir müssen Daten wieder löschen. Was wir aktuell alle gern verwenden, sind Sprachmodelle wie ChatGPT. Sobald ich personenbezogene Daten bei ChatGPT eingebe, sind die nicht mehr nur in meinem Netzwerk. Wenn es sich hier nicht um ein EU-Tool handelt, das somit auch auf der DSGVO basiert, wird es also kritisch. Man kann diese Tools nutzen, darf aber wirklich keine personenbezogenen Dateien reinladen. Beispiel: Schreib mir eine Muster-Kündigung -> Okay! Schreib mir eine Kündigung für Susanne Musterfrau ausCastrop-Rauxel -> Nicht okay! Es gibt aber auch Unternehmen, die DSGVO-konforme GPTs für die Unternehmen bauen. Disclaimer: Das Experiment hat so nie statt gefunden. 00:00:00 Vorstellung Steffen Lüning 00:05:52 Entwickler und Datenschutz 00:09:34 Start mit Datenschutz 00:15:00 Verfahrensverzeichnis 00:24:57 Umgang mit Behörden 00:29:38 Auskunft und Beschwerden 00:36:13 Dokumentation von Tests 00:43:46 Datenlöschung 00:46:48 DSGVO und ChatGPT 00:54:23 DSGVO-konforme GPTs 00:56:39 Zwei Fragen an Steffen