Komplexe Systeme brauchen neue Entscheidungswege | Julia Werra
Antifragil in der VUKA-Welt: Digitale Transformation zwischen Regulierung und Realität?
13.02.2026 • 1 Std. 1 Min.
Wenn die Life Science-Welt eins kann, dann ist es, linear Projekte und Prozesse abzubilden. Doch die Welt ist nicht mehr linear, sie ist komplex. Umdenken ist angesagt. Darüber diskutiert Christof Layher, Host des Podcasts ChaosHacker-Talk diesmal mit Julia Werra. Sie ist AI Innovation Lead bei der Syncwork AG mit einem Fokus auf Business Value. Dabei sitzt sie an derSchnittstelle zwischen IT, Menschen und Entscheidungen. Christof geht gleich rein: Was sind notwendige Entscheidungen? Für Julia ist es wichtig, dass es immer einen Weg nach vorne gibt. Dabei muss zunächst ein Fokus gesetzt und der Scope klar abgesteckt werden. Außerdem müssen Mitarbeitende auch die Zeit bekommen, um Projektarbeit zu machen – das kann man nicht „nebenbei“ noch mitmachen. Der Fokus, also der Intended Use, muss definiert werden, inDigitalisierungsprojekten klappt das aber leider nicht immer. Julia betont, dass Digitalisierungsprojekte nur interdisziplinärerfolgreich sein können. Menschen müssen an einem Tisch sitzen, um dort Informationen auszutauschen und Entscheidungen zu treffen. Die Teams haben aufgrund ihrer Aufgabe im Unternehmen eine unterschiedliche Kultur. Oft wird unterschätzt, dass diese Kulturen für Projekte dann zusammengebracht werden müssen. Christof erklärt nochmal den Begriff „Komplexität“: Das beschreibt einSystem, das wir nur von außen beobachten können und bei dem wir oft nicht wissen, wie es im Inneren funktioniert. Julia beschreibt lieber die Reaktion, die Menschen auf komplexe Systeme haben: Ohmacht und damit Stillstand. Es müssen also Fragen geklärt werden und dafür müssen die Strategiestränge in Actionable Items übersetzt werden. Durch die Einführung von KI geht Julia davon aus, dass sich der klassische Ablauf von Projekten komplett verändern wird. Dazu gehört auch, dass nach dem Go-Life eine große Aufgabe bei Maintenance und Monitoring liegt, dadurch können Projekte gar nicht richtig „fertig“ sein. KI ist für Laura wie ein digitales System, das mit der Organisation selbst vernetzt sein muss. Sie erzählt von einem „KI-Blaming“, wobei öfter die Daten als die KI das Problem sind. Man muss sich mit den Daten auseinandersetzen. Wenn man keine Kapazitäten dafür hat – dann muss man sich Expert:innen einkaufen, die einen Wissenstransfer herstellen. Wenn Anbieter keinen Wissenstransfer anbieten, ist das für Christof eine Red Flag. Die beiden diskutieren über Tools, Tool-Agnostik und darüber, wann und wie Tools ausgetauscht werden sollten. Zudem gibt es ja noch Plattformen, die als Vendor Login die Tools zusammenbringen. Auch Führung ist ein wichtiges Thema, sowie die Zusammenarbeit der Fachbereiche. Eine „geht nicht“-Aussage oder sogar das Ignorieren von Problemen kann dazu führen, dass Mitarbeitende sich nicht trauen, Lösungen an den Tisch zu bringen. Mal wieder ein klares Kultur-Problem! 00:00:00 Vorstellung Julia Werra 00:02:28 Entscheidungen treffen 00:06:19 Intended Use in Digitalisierungsprojekten 00:11:34 Begriff „Komplexität“ 00:17:04 Untraditionelle Projekte 00:24:47 Tool-Agnostik 00:28:08 Arbeit mit Externen 00:39:26 Own the stack 00:49:42 Zusammenarbeit und Führung 00:56:14 Zwei Fragen an Julia