Ransomware und Cyberangriffe – so laufen sie ab | Andreas Papadaniil
Ransomware und Cyberangriffe – so laufen sie ab | Andreas Papadaniil

Ransomware und Cyberangriffe – so laufen sie ab | Andreas Papadaniil

Antifragil in der VUKA-Welt: Digitale Transformation zwischen Regulierung und Realität?


16.01.2026 • 57 Min.

Was passiert, wenn es in deinem Unternehmen einen Ransomware-Angriff gab und du verschlüsselt wurdest? Erstmal: Niemand weiß, was er tun soll und alle rennen schreiend im Kreis! Let’s get serious: Über Ransomware spricht Host Christof Layher in der neuen Folge vom ChaosHacker-Talk mit Andreas Papadaniil, CEO bei der suresecure. Dieser hat einen starken Background in Security und beschäftigt sich in seiner Freizeit gerne mit Kampfsport. Ransomware-Angriffe sind grundsätzlich schon eine riesige Belastung, im pharmazeutischen Umfeld sind sie allerdings noch kritischer, denn hier geht es um Menschenleben sowie die persönlichsten Daten von Menschen. Doch wie sieht so ein Angriff in der modernen Welt aus? 90% der Angriffe kommen über einen Email-Anhang oder über einen Link in einer Mail. Oft klickt man dann auf den Link und es ist erstmal nichts dahinter – 24 Stunden später wird die Malware allerdings aktiv geschaltet. Ein weiteres Szenario sind VPN-Verbindungen. Vor allem bei Remote Work entstehen hier Schwachstellen. Den Angreifern geht es zunächst nicht nur darum, Daten zu verschlüsseln, sondern auch darum, Daten abzugreifen und es sich im System „gemütlich zu machen“. Wenn dann so eine Verschlüsselung durch ist, sorgt sie für einen Betriebsstillstand – Emails gehen nicht, die Telefonanlage ist platt, man kann niemanden erreichen. Das Geschäft der Ransomware ist lukrativ und die Gruppen werden immer professioneller. In den meisten Fällen wird Lösegeld gefordert. Es gibt mittlerweile sogar Ransomware as a Service mit Affiliate-Provisionen. Angriffe sind meldepflichtig, vor allem im Sinne der Prävention. Doch die Erfolgschancen, diese Angreifer zu finden, ist sehr gering. Übrigens kann man auch als kleines Unternehmen hiervon betroffen sein, die Angreifer arbeiten nämlich einfach mit Email-Adressen, welche sie einkaufen – beim Angriff gibt es zunächst gar nicht viel Struktur. In Deutschland wird es in Zukunft Prüfungen bei kritischen Infrastrukturen geben. Getestet wird, ob Unternehmen in der Lage sind, Angriffe zu erkennen und Maßnahmen einzuleiten. Die IT-Sicherheit muss dem Stand der Technik entsprechen und Geschäftsführer werden persönlich haften. Doch wie geht man vor, wenn man verschlüsselt wurde? Zunächst braucht man einen Krisenstab und muss sich Gedanken über die Krisenkommunikation machen. Danach startet die Priorisierung, um zunächst die kritischen Geschäftsprozesse zu retten. Sollte man nun zahlen oder nicht? Andreas empfiehlt, lieber auf ein Backup zuzugreifen als zu verhandeln. Bis man allerdings einen Notbetrieb hergestellt hat, dauert es meist eine Woche, bis man wieder komplett aufgestellt ist, kann es 6-12 Monate dauern. Andreas erzählt, dass Unternehmen und Führung auf solche Angriffe ganz unterschiedlich reagieren. Das zeigt oft, wie die Kultur wirklich aussieht. Solche Angriffs-Situationen kann man aber üben. Ein gutes Monitoring ist immens wichtig. Genauso viel Geld wie in Prävention, Virenscanner und Firewalls sollte auch in Erkennung und Reaktion gesteckt werden. Security ist auf jeden Fall ein Thema, für das man Experten (sowohl auf IT- als auch OT-Seite) benötigt, das sollte nicht jemand „einfach mal mitmachen“. Eine saubere Administration darf nicht vergessen werden. Hierfür muss Zeit freigemacht werden. 00:00:00 Vorstellung Andreas Papadaniil 00:01:53 Ransomware-Angriffe 00:05:58 Notfall-Prozesse 00:08:19 Professionalisierung 00:13:32 Größe der Unternehmen 00:15:03 Haftung 00:19:27 Maßnahmen 00:25:42 Notbetrieb 00:31:52 Vor dem Angriff 00:42:26 Security-Experten 00:45:11 Operational Tech 00:53:31 Zwei Fragen an Andreas