Wieso Agilität in Unternehmen so oft nicht funktioniert | Mit Michael Matefi
Antifragil in der VUKA-Welt: Digitale Transformation zwischen Regulierung und Realität?
11.04.2025 • 56 Min.
Warum funktioniert Agilität oft nicht, obwohl sich Unternehmen das groß auf die Fahne schreiben? Warum führen so viele Unternehmen agiles Arbeiten ein und es wird nicht erfolgreich umgesetzt? Darüber diskutiert der Host vom ChaosHacker Talk, Christof Layher, in seiner neuen Folge mit Michael Matefi. Der hat angefangen als Full Stack Developer, war dann auch mal Product Manager für Digitalisierung und heute Head of Software Development bei der Pilatus Aircraft Ltd. Damit haben Christof und Michael eins gemeinsam: Sie arbeiten beide in einem stark regulierten Umfeld. In der Folge vergleichen die beiden auch ihre Branchen und Michael erklärt, wie komplex die Abläufe in der Aviation-Branche teilweise sind und wie dort mit Daten umgegangen wird. Doch kommen wir zurück zur Agilität: Die funktioniert nämlich oftnicht, auch wenn Unternehmen sie unbedingt einsetzen wollen. Michael hat dafür eine Theorie und zwar widerspricht das agile Mindsetunserer westlichen Kultur. Unsere Generationen verbindet, dass wir herausstechen wollen. Das kann man auch als Singularität beschreiben. Unsere ganze Kultur im Westen ist so aufgebaut, dass einzelne Menschen herausstechen, auch in Unternehmen, denn da geht es schließlich auch immer um die nächste Beförderung. Agilität steht dem entgegen, denn hier geht es um den Team-Erfolg. Und um Zusammenarbeit! Christof erklärt, dass ihn dieser Gedanke sehr an die Bundeswehr erinnert, denn auch hier zählt das Team und die Team-Leistung mehr als die einzelne Person. Steht Selbstverwirklichung damit der Agilität im Weg? Viele Themen sind schließlich so komplex, dass man sie nicht alleine lösen kann. Jede Person hat eigene Stärken und wenn wir diesecrossfunktional einsetzen, dann sind in einem Team alle Disziplinen vertreten. Auch Teams aus unterschiedlichen Bereichen müssen zusammenwirken. Das wird immer wichtiger auch bei steigender Spezialisierung von Themen und bei der Digitalisierung. Die beiden sprechen über das Beispiel der Predictive Maintenance, da sind plötzlich 10 Spezialist:innen mehr nötig als vorher. Dann geht es nochmal um Arbeitsbedingungen und darum, dass Hinderungen im Arbeitsalltag oft zu Schatten-Systemen, Schatten-Prozessen und Schatten-IT führen. Christof erzählt davon, dass er mal einen Kurs dazu gemacht hat, wie man Flow in den eigenen Alltag integrieren kann. Denn wenn wir im Flow sind, dann sind wir bis zu 300% produktiver! So eine Phase kann man allerdings keine 8 Stunden durchhalten und deswegen müssen auf Hochleistungsphasen auch Erholungsphasen folgen. Ist dann nicht auch die Idee von festgelegten Arbeitszeiten überholt? Dazu ist es wichtig, zu verstehen, warum man Dinge macht. Bei derBundeswehr nennt sich das das Auftragsprinzip, denn wenn man einen Auftrag oder Befehl bekommt, dann beinhaltet der Lage, Ziel und auch das Ziel der übergeordneten Führung. Und da passt natürlich zu, dass die beiden am Ende noch überFehlerkultur diskutieren! 00:00:00 Intro in die Folge 00:00:37 Vorstellung Michael Matefi 00:01:22 Durch Kultur scheitern wir an Agilität 00:05:16 Armee und Agilität 00:07:04 Steht Selbstverwirklichung der Agilität im Weg? 00:09:12 Agilität ist tot 00:11:15 Maschinen werden zu Robotern 00:14:25 Luftfahrt vs. Pharma 00:17:59 Schatten-Prozesse und Schatten-IT 00:23:29 Sich selbst erhaltene Systeme 00:27:56 Produktives Arbeiten und im Flow sein 00:34:12 Weniger ist meistens mehr 00:36:23 Den Grund hinter Befehlen verstehen 00:42:41 Innovation, Disruption und Scheitern 00:51:03 Zwei Fragen an Michael