#216 - Peter Cachola Schmal, DAM & Dr. Matthias Alexander, FAZ: DAM-Preis 2026 – Schönheit und Eleganz? Fehlanzeige!
ARCHITEKTURFUNK
Vor 6 Tagen • 46 Min.
Ein Artikel in der FAZ hat die Architekturwelt gegen sich aufgebracht. Die Frage dahinter ist simpel und hochpolitisch: Wer entscheidet, was die besten Bauten Deutschlands sind? Dr. Matthias Alexander, Architekturkritiker und Ressortleiter im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums und Initiator des DAM Preises seit 2006, treffen aufeinander. Der eine hat den Preis öffentlich kritisiert, der andere verantwortet ihn. Ein seltenes Gespräch – live auf der Bühne im Rahmen der Heinze ArchitekTOUR PROJECTS26. Alexanders Kritik: es geht nicht um die ausgezeichneten Projekte selbst, sondern um die Projektgattungen, die fehlen. Ein sozial-ökologisches Milieu, das in der Jury unter sich ausmacht, welche Architektur als relevant gilt und damit eine ganze Richtung ausschließt. Schmals Gegenposition: Relevanz ist nicht statisch. 2026 ist nicht 2016. Eine Jury, die jedes Jahr neu zusammengesetzt wird, bewertet, was Impulse setzt und nicht was gefällt. Es stellt sich die Frage nach der Demokratiefähigkeit von Architekturkritik. Was ist die Definition von Schönheit? Wessen Geschmack zählt – der einer Jury, der der Nutzenden oder der 80 Prozent der Bevölkerung, die sich auf eine gemeinsame Vorstellung von Schönheit einigen könnten? Ein Gespräch über Ästhetik als Ideologie, politische Korrektheit im Architekturdiskurs, die Macht von Auszeichnungen und die Frage, ob ein Architekturpreis wirklich die besten Bauten auszeichnet – oder nur die richtigen.