Die Fliege, die ich nicht verscheuchen konnte
Die Fliege, die ich nicht verscheuchen konnte

Die Fliege, die ich nicht verscheuchen konnte

Aufstehen beginnt im Kopf – der Podcast mit Marion Bender


28.08.2026 • 11 Min.

Eine Fliege kann einen Menschen an den Rand bringen.Ich meine das ganz wörtlich.Wenige Tage nach meinem Reitunfall lag ich im Krankenhaus. Mehrere Halswirbel waren gebrochen. Ich konnte meinen Körper kaum bewegen, während mein Kopf hellwach war.Und dann landete eine Fliege auf meiner Wange.Normalerweise eine kleine Handbewegung: wisch, weg, fertig. Doch ich konnte meine Hand nicht heben. Die Fliege krabbelte weiter – und mit jeder Sekunde wurde das Gefühl stärker, vollkommen ausgeliefert zu sein.Diese Fliege war nicht nur eine Fliege. Sie zeigte mir, wie viel Selbstverständliches ich plötzlich verloren hatte. Und dass ich nun auch bei Dingen Hilfe brauchte, von denen ich vorher nicht einmal wusste, dass man dafür Hilfe brauchen kann.In dieser Folge spreche ich darüber, warum uns manchmal eine scheinbare Kleinigkeit aus der Bahn wirft. Warum die Tasse, die herunterfällt, die Nachricht im falschen Moment oder ein unbedachter Satz oft nur der letzte Tropfen ist.Von außen wirkt eine Reaktion dann vielleicht zu groß. Doch wir sehen meistens nur die Fliege – nicht alles, was vorher schon zu viel war.Vielleicht bist du nicht zu empfindlich.Vielleicht ist dein inneres Fass einfach voll.Und vielleicht brauchst du gerade keine klugen Worte und keine Lösung für dein ganzes Leben. Sondern einen Menschen, der dich sieht und fragt:Was brauchst du?