Vier Männer wollten mir helfen. Wenig später hing ich samt Rollstuhl in einem engen Treppenhaus auf Mallorca – und niemand hatte mich vorher gefragt.
Aufstehen beginnt im Kopf – der Podcast mit Marion Bender
04.09.2026 • 17 Min.
Vier Männer. Ein Rollstuhl. Eine enge Treppe.Und eine Idee, bei der ich heute noch denke: Was genau konnte da eigentlich schiefgehen?Ich war für ein Seminar auf Mallorca. Am Abend wollten wir gemeinsam in einem einheimischen Restaurant essen gehen. Angeblich war es rollstuhltauglich.Die Wirklichkeit sah etwas anders aus.Das Restaurant lag im ersten Stock. Kein Aufzug. Keine Rampe. Nur eine schmale Treppe – und vier Männer, die offenbar gleichzeitig beschlossen hatten: Das kriegen wir hin.Bevor ich richtig verstanden hatte, was der Plan war, befand ich mich samt Rollstuhl mitten in einer spontanen Bergungsaktion.Oben angekommen, hatten wir einen schönen Abend. Nur an eine Kleinigkeit hatte niemand gedacht: Ich musste später auch wieder hinunter. Und nicht alle Mitglieder meines privaten Bergungsteams hatten den Abend ausschließlich bei Mineralwasser verbracht.Heute kann ich darüber lachen.Doch hinter dieser verrückten Geschichte steckt eine wichtige Frage: Wann ist Hilfe wirklich hilfreich?In dieser Folge spreche ich darüber, warum gut gemeint nicht automatisch gut gemacht ist. Warum mein Rollstuhl kein Möbelstück, sondern Teil meines Bewegungsraums ist. Und weshalb Selbstbestimmung nicht bedeutet, alles allein schaffen zu müssen.Ich darf Hilfe brauchen.Aber ich möchte gefragt werden, welche Hilfe ich brauche.Denn manchmal beginnt Respekt mit etwas ganz Einfachem:Nicht sofort machen. Erst fragen.