Was macht große Kunst aus? Darf man Beuys einen Scharlatan nennen? Muss man Botticelli lieben? Mit Leidenschaft, Fachwissen und Witz entführen die beiden Gastgeber einmal im Monat ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in die wunderbare Welt der Kunst. Jede Folge widmet sich einem Künstler oder einer Künstlerin, ihren biografischen Wendungen, ihren besten Werken, ihren seltsamsten Ansichten. Überraschende Telefonjoker bieten jeweils neue Einblicke. Und am Ende hat jeder – auch mit geschlossenen Augen – einen Kopf voller Bilder. Florian Illies schreibt, seit er denken und sehen kann, über Kunst. Er gründete nach seinem Kunstgeschichtsstudium das Magazin “Monopol” und war lange Jahre Leiter des Auktionshauses Villa Grisebach. Er ist Autor der Bücher “1913" und “Generation Golf” und Mitglied des Herausgeberrats der ZEIT. Giovanni di Lorenzo ist Chefredakteur der ZEIT und ein leidenschaftlicher Kunstliebhaber. Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.
Alle Folgen
Die Welt mit David Hockneys Augen sehen
02.09.2026•39:28
Er kam aus dem verregneten Norden Englands, der Arbeiterstadt Bradford,
wo er 1937 geboren wurde. Aber dann wurde er zum Maler des Lichts und
der bunten Farben: David Hockney. Die neueste Folge des Podcasts »Augen
zu« von Florian Illies und Giovanni di Lorenzo widmet sich dem
britischen Exzentriker, der in diesem Sommer gestorben ist. Seine Haare waren platinblond gefärbt und seine legendären Anzüge ein
Leben lang geprägt von den schrillen Tönen des Swinging London. Ihn aber
zog es von dort nach Kalifornien, wo ihm in den 1960er-Jahren ikonische
Bilder einer selbstbewussten Homoerotik und des neuen »American Way of
Life« in Los Angeles gelangen. Ein Leben lang war Hockney technischen Neuerungen auf der Spur – erst
der Camera obscura, dann der Fotografie, schließlich dem Malen mit
dem Finger auf dem iPad. Er blickte auf die Welt und malte, was er sah –
diese Neugier, dieser Witz und dieser Wunsch nach Schönheit machen ihn
zu einer der großen Künstlerfiguren nach 1945. Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an augenzu@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
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Die blaue Reiterin – wer war Marianne von Werefkin?
01.07.2026•43:06
Sie hat ein Leben geführt, das wie ein russischer Roman klingt: Behütet
aufgewachsen in einer adligen Offiziersfamilie der Zarenzeit, hat die
junge Marianne von Werefkin selbst im Sommerhaus der Familie ein eigenes
Ateliergebäude. Sie ist so begabt, dass sie der berühmteste Maler der
Zeit, Ilja Repin, unter seine Fittiche nimmt. Sie wird schnell so gut
und berühmt, dass man vom »russischen Rembrandt« spricht. Aber dann
lernt sie im Atelier ihres Lehrers den jungen Maler Alexej von Jawlensky
kennen – und ihr ganzes Leben verändert sich. Sie liebt ihn – und fördert ihn dermaßen, dass sie selbst für ein
Jahrzehnt ihr eigenes Malen einstellt. Schließlich zieht es die beiden
um 1900 nach München, gemeinsam mit Mariannes Dienstmädchen Helene.
Wenig später bekommt Helene ein Kind von Jawlensky – aber sie leben bis
zum Ersten Weltkrieg in dieser unglücklichen Dreiecksbeziehung zusammen.
Vor allem aber werden sie Teil des Blauen Reiters. Genau wie bei einem
anderen berühmten Paar, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter, steht
auch hier die Frau sehr lange im Schatten des Mannes. Heute aber werden
ihre traumverlorenen Landschaften der Einsamkeit, ihre kühnen
Farbsetzungen und ihre malerischen Formulierungen von auswegloser
Sehnsucht immer mehr gefeiert – ab Oktober zum Beispiel in einer
großartigen Ausstellung, die im Museum Wiesbaden erstmals die Werke
aller »Blauen Reiterinnen« zeigen wird. Von all dem erzählen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo in der
neuesten Folge des Podcasts Augen zu. Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an augenzu@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
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Was ist deutsch an Anselm Kiefer?
03.06.2026•38:46
Er begann seine Karriere mit einer unerhörten Aktion: Er reiste zu allen
Schlachtfeldern Europas aus dem Zweiten Weltkrieg, wo das deutsche Wesen
Vernichtung hinterlassen hatte, und posierte genau dort für Fotografien
mit dem Hitlergruß. Er wollte, wie er später sagte, noch einmal die
Verführbarkeit der Vorgängergeneration durch den eigenen Körper
hindurchgehen lassen. Seit diesen ersten »Besetzungen«, wie er das Werk
von 1969 nannte, hat Anselm Kiefer dieses Thema nicht mehr losgelassen.
Kein Wunder bei jemandem, der in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945
geboren wurde – und zwar genau an der deutsch-französischen Grenze. Der
Epochenbruch dieses Zweiten Weltkrieges durchzieht von Anfang das Œuvre
Kiefers, das nicht nur durch seine schiere Anzahl, sondern auch durch
seine Dimensionen monumental ist. Mit Gerhard Richter und dem gerade verstorbenen Georg Baselitz ist
Kiefer der berühmteste deutsche Künstler der Gegenwart – aber zugleich
sind es meist die großen Museen im Ausland, die ihm die wichtigsten
Ausstellungen einrichten. Warum ist das so? Das fragen Florian Illies
und Giovanni di Lorenzo in der neuesten Folge des Podcasts »Augen zu«. Er überzieht seine Werke mit alten alchemistischen Materialien wie Blei
und reichert sie an mit Stroh und Worten aus den Untiefen der
Geschichte. Aber selbst die größten Hinweise auf deutsche Schuld auf
seinen Bildern geschehen in der unschuldigen Kinderschrift, die
charakteristisch für Kiefers Werk geworden ist. »Augen zu« erzählt die
Lebensgeschichte Kiefers und die seines Werkes und fragt, warum er
glaubt, mit der Monumentalität seiner Kunst auf die Monumentalität der
deutschen Geschichte antworten zu müssen. Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an augenzu@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
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Gian Lorenzo Bernini: Der Mann, der Rom erfunden hat
06.05.2026•45:45
Erstmals sprechen Giovanni di Lorenzo und Florian Illies in »Augen zu«,
dem Kunstpodcast der ZEIT, über einen Architekten und Bildhauer: Der
große Barockkünstler Gian Lorenzo Bernini hat den Petersdom
durchgestaltet, die Skulptur neu belebt – und zugleich den vielleicht
schönsten Brunnen Roms geschaffen. Die markantesten Punkte der
italienischen Hauptstadt tragen die Handschrift dieses wilden Genies. Er lebte von 1598 bis 1680 und arbeitete in dieser Zeit gleich für acht
verschiedene Päpste. Vor allem die Aufträge von Papst Urban VIII.
machten ihn weltberühmt. Doch seine Kunst war so bezwingend, seine
Fähigkeit, Marmor lebendig zu erscheinen und Kirchenräume neu zu
gestalten, dass auch dessen Nachfolger nicht um Berninis Werke
herumkamen. Als Person war er offenbar furchtbar: hochnäsig, gefallsüchtig,
cholerisch. Als ihn seine Geliebte mit seinem Bruder betrog, ließ er ihr
das Gesicht zerschneiden. Daraufhin ging seine eigene Mutter zum Papst
und bat ihn, ihren Sohn in seinem genialischen Wahn zu mäßigen. Ihr
Sohn, so klagte sie, halte sich wohl für Gott. Aber selbst das
beeindruckte Gottes Stellvertreter auf Erden nicht – und er beauftragte
Bernini gleich mit dem nächsten Umbau des Petersdoms. Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an augenzu@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
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Paul Klee, bitte tröste uns!
01.04.2026•45:40
Es hat lange gebraucht, bis er seinen eigenen Stil gefunden hat, er hat
vieles probiert, er war in München beim Blauen Reiter um Kandinsky, er
fuhr nach Paris und lernte die Moderne um Picasso und Delaunay kennen,
doch erst nach seiner Tunisreise mit August Macke im Jahre 1914 wusste
Paul Klee, worin seine eigentliche Mission liegt: Die Welt in einen
Farbteppich zu verwandeln, mit dem die Betrachterinnen und Betrachter
auf alle Zeiten in eigene Traumwelten fliegen können. Auch als er nach
dem Krieg am Bauhaus in Weimar und Dessau war, blieb er der Geige
spielende Eremit, der mit dem Pinsel feine Töne anschlug und den Bildern
immer so warmherzige Titel gab, dass schon seine Zeitgenossen bei ihnen
einziehen wollten. Klee holte aus den Farben das Äußerste an Leuchtkraft, Tiefe und
Atmosphäre heraus und hat Stimmungen von euphorischer Helligkeit und
Heiterkeit geschaffen, die uns bis heute zu trösten vermögen. Aber sein
Werk kennt auch all die anderen Emotionen – die Angst, die Zweifel, die
fiebrige Unruhe. Und auch für all das findet er Farben und Formen. Paul
Klees Farbteppiche und feinen Zeichnungen sind durchdrungen von milder
Süße und entspannter Ruhe. Über allem liegt eine große Melancholie, ein
Versprechen, was große Kunst zu leisten vermag. Florian Illies und
Giovanni di Lorenzo haben Paul Klee die neueste Folge ihres Podcasts
Augen zu gewidmet. Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an augenzu@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
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Yayoi Kusama verzaubert Punkt für Punkt die ganze Welt
04.03.2026•39:21
Schon ihr allererstes Selbstbildnis mit zehn Jahren ist von jenem
Stilmerkmal überzogen, das ihr ganzes Leben und Werk überstrahlen wird:
Den Punkten. Ihnen bleibt sie treu - und sich selbst. Ganz früh findet
Yayoi Kusama in der Kunst ein Mittel, der Halluzinationen und inneren
Dämonen Herr zu werden. Erst in Japan und dann, ab 1957, in New York.
Früh lernt sie dort Andy Warhol kennen, Donald Judd und Joseph Cornell -
alle erkennen ihr unnachahmliches Talent. In der neuesten Folge von
Augen zu, dem Kunstpodcast der ZEIT, erzählen Florian Illies und
Giovanni di Lorenzo von Kusamas wilden Jahren in Amerika, als sie zu
einer Pionierin der Performance-Kunst und der Happenings wird.
1977 dann kehrt sie nach Japan zurück und weist sich selbst in eine
psychiatrische Klinik ein, in der sie bis heute lebt. Und zugleich
überzieht sie ihre Leinwände und Skulpturen, vor allem ihre bekannten
Kürbisse, mit ihren berühmten Punkten und Netzen. Alles verknüpft sie so
mit allem, von einer großen Liebe zur Ganzheitlichkeit getrieben. Nach
langen Jahren der Vergessenheit ist Kusama zurzeit die bekannteste
Künstlerin der Gegenwart. Das Museum Ludwig in Köln lädt ab März dazu
ein, dieses gepunktete Universum zu entdecken. Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an augenzu@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
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Augen zu – Alles über Kunst aus dem Programm der ZEIT
Kunst liegt im Auge des Betrachters – aber durch den „Augen zu“-Podcast lässt sich Kunst nun auch mit den Ohren genießen. Die Podcaster Florian Illies und Giovanni di Lorenzo sprechen hier über die großen Namen der Kunstgeschichte und geben ihre Leidenschaft mit viel Information, Fachwissen und Witz an die Zuhörerinnen und Zuhörer weiter.
Was erwartet Podcast-Fans beim „Augen zu“-Podcast?
Monet, Vermeer, Frida Kahlo und Albrecht Dürer: Der „Augen zu“-Podcast hat sie alle. In dieser Produktion der ZEIT geht es um die großen Namen der Kunst, und das aus allen Jahrhunderten. Die Podcaster Illies und di Lorenzo fragen dabei immer wieder, was große Kunst wirklich ausmacht, und geben den beschriebenen Werken sehr viel Zeit zu wirken. Das zeigt schon der Aufbau der Folgen: Jede Episode befasst sich mit nur einem Künstler oder einer Künstlerin, deren Werke ausführlich behandelt werden.
Dabei helfen den Podcastern auch die jeweils zwei „Telefonjoker“, die im Laufe einer Episode zurate gezogen werden. Diese Joker kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Kunstszene: Bekannte Kunstkenner, Restauratorinnen oder Kritiker kommen hier zu Wort und können ihre persönliche Meinung zu den Persönlichkeiten der Malerei kundtun. Damit zeigt „Augen zu“, dass Kunst auch in diesem Medium ihre Wirkung voll und ganz entfalten kann.
Wer sind Florian Illies und Giovanni di Lorenzo, die Podcaster von „Augen zu“?
Beide Podcaster hinter dem Kunst-Podcast „Augen zu“ haben schon ihr ganzes Leben mit den schönen Künsten zu tun. Florian Illies wurde 1971 geboren und entschied sich nach seiner Schulzeit für ein Studium der Kunstgeschichte. Danach gründete er das Magazin Monopol und arbeitete als Leiter des Auktionshauses Villa Grisebach. Von 2009 bis 2011 leitete er das Feuilleton der ZEIT, wo er bis heute auch Mitglied im Herausgeberrat ist. Illies verfasste unter anderem die Bücher „1913“ und „Generation Golf“.
Giovanni di Lorenzo wurde 1959 in Stockholm geboren und arbeitet heute als Chefredakteur der ZEIT. Er studierte ursprünglich Kommunikationswissenschaft, Politologie und Neuere sowie Neueste Geschichte in München, fand dann aber seinen Weg im Journalismus. Vor der ZEIT arbeitete er als Chefredakteur der Berliner Tageszeitung Der Tagesspiegel, zu deren Herausgebern er auch heute noch gehört. Di Lorenzo war allerdings schon immer ein großer Kunstliebhaber und -kenner – ein Wissen, welches er in „Augen zu“ nur zu gern mit den Hörerinnen und Hörern des Podcasts teilt.
Auf zu neuen (Kunst-)Welten: In „Augen zu“ kannst du dich ganz und gar auf die großen Künstlerinnen und Künstler der Geschichte einlassen. Streame jetzt alle Folgen des Podcasts auf RTL+!