Pferde, Placebos und Pseudomedizin: Warum Schwurbel so überzeugend wirkt
Heute•1:19:08
Warum es beim Pferd manchmal schwer ist, Schmerzen überhaupt zu erkennen – und warum Menschen anschließend Dinge sehen können, die gar nicht passiert sind. Sebastian Bartoschek spricht zum zweiten Mal mit Eva-Maria Flick von EQUIconfide über Pferde. Diesmal geht es weniger um die Geschichte des Pferdes und mehr um die Psychologie rund um Krankheit, Behandlung und vermeintliche Heilung. Wie merkt ein Pferdehalter überhaupt, dass seinem Tier etwas fehlt? Warum können Pferde nicht erbrechen? Was hat die Haltung mit Magenproblemen und Koliken zu tun? Und was passiert, wenn zum kranken Pferd nicht nur Tiermedizin, sondern menschliche Erwartungen, Ängste und Hoffnungen hinzukommen? Damit landen Eva und Sebastian beim Placebo-Effekt und vor allem beim Placebo-by-Proxy: Das Pferd erwartet vielleicht gar keine Heilung – aber sein Mensch tut es. Verhalten wird plötzlich anders interpretiert, spontane Besserungen werden einer Behandlung zugeschrieben und durch klassische Konditionierung kann sich sogar beim Tier tatsächlich Verhalten verändern. Von dort geht es weiter zu Homöopathie, Nahrungsergänzungsmitteln, vermeintlichen Therapiedecken, Tierkommunikation und der Frage, warum pseudomedizinische Angebote gerade dann attraktiv werden können, wenn ein Tier ernsthaft krank ist. Es geht um Kontrollverlust, Selbstwirksamkeit, selektive Wahrnehmung, den Wunsch nach besonderem Wissen – aber auch um etwas sehr Menschliches: die Angst um ein Tier, an dem das eigene Herz hängt. Und schließlich um die Frage, ob Pseudomedizin manchmal auch deshalb so erfolgreich ist, weil ihre Anbieter etwas bieten, für das in Medizin und Tiermedizin häufig zu wenig Zeit bleibt: zuhören. Die erste Pferdefolge:https://bartocast.de/vom-kriegspferd-zum-pferdemaedchen-die-geschichte-der-pferde/ Eva-Maria Flick / EQUIconfide:https://www.equiconfide.de/ The post Pferde, Placebos und Pseudomedizin: Warum Schwurbel so überzeugend wirkt first appeared on Bartocast.