Lahme Gäule und die Müllhalde des MI5
BehindBlueEyes.de
Vor 3 Tagen • 7 Min.
Es gibt Serien, die schaut man entspannt nach einem langen Arbeitstag weg. Man lässt sich berieseln, verpasst zwei Dialoge und hat trotzdem nicht das Gefühl, etwas Entscheidendes versäumt zu haben. Und dann gibt es „Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb“ auf Apple TV. Wer hier auch nur für zwei Minuten das Smartphone in die Hand nimmt, hat verloren. Die britische Agentenserie geht in ihre nächste Runde und gehört aktuell zum Absolut Besten, was die Streaming-Landschaft zu bieten hat. Der Start der neuen Staffel ist der perfekte Zeitpunkt, Versäumtes nachzuholen. Das Konzept der Serie ist herrlich abgewrackt. Normalerweise wird Geheimdienst-Content aus dem Kino als Hochglanz-Welt voller maßgeschneiderter Anzüge, High-Tech-Gadgets und unerschütterlicher Helden präsentiert. „Slow Horses“ bricht mit diesem Mythos auf brutal ehrliche und extrem unterhaltsame Weise. Im Zentrum steht das sogenannte „Slough House“, eine trostlose Außenstelle des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5 in London. Wer hier landet, hat im Dienst gewaltig Bockmist gebaut. Verpatzte Trainingseinsätze, peinliche Datenlecks oder alkoholbedingte Aussetzer machen das Slough House zum Abstellgleis für gescheiterte Spione. Feuern kann man sie zwar nicht direkt, doch sie sollen bitteschön nur noch Akten sortieren und langweilige Routineaufgaben erledigen, bis sie von selbst kündigen. Doch wie es das Schicksal will, stolpern genau diese lahmen Gäule immer wieder in reale, brandgefährliche Verschwörungen, die das Hauptquartier am liebsten unter den Teppich kehren würde. Kommentieren und diskutieren: ➔ BehindBlueEye.de ➔ Bluesky ➔ Threads ➔ X