Netflix und die Entstehung von Narnia
Netflix und die Entstehung von Narnia

Netflix und die Entstehung von Narnia

BehindBlueEyes.de


Vor 2 Tagen • 4 Min.

Netflix wagt sich an eine der beliebtesten Fantasy-Welten der Literaturgeschichte und verpasst den Chroniken von Narniaein umfassendes Reboot. Unter der Regie von Greta Gerwig steht uns eine spektakuläre Rückkehr bevor – doch diesmal weicht der Streaming-Riese von seinen gewohnten Pfaden ab. Statt direkt in den verschneiten Wald hinter dem Kleiderschrank zu springen, geht das Projekt dorthin zurück, wo alles begann, und feiert gleichzeitig eine echte Kinopremiere. Wer an Narnia denkt, hat meist sofort die Geschwister Pevensie, die weiße Hexe und den mächtigen Löwen Aslan vor Augen. Doch Greta Gerwig setzt für den Auftakt auf das Buch Der Neffe des Magiers, das chronologisch zwar die Vorgeschichte erzählt, bei bisherigen Verfilmungen aber stets übergangen wurde. Damit betritt das Projekt echtes Neuland auf der Leinwand. Die Geschichte führt uns direkt zur Entstehung Narnias: Wir erleben, wie der magische Gesang Aslans eine völlig neue Welt erschafft, wie die böse Hexe Jadis ihren Weg dorthin findet und welches Geheimnis sich hinter den magischen Ringen und dem Ur-Kleiderschrank verbirgt. Es ist eine faszinierende Ursprungsgeschichte voller Magie, Entdeckungsdrang und düsterer Geheimnisse, die das Narnia-Universum aus einem völlig neuen Blickwinkel beleuchtet. Für Netflix bedeutet dieses Projekt aber auch in geschäftlicher und strategischer Hinsicht eine kleine Revolution. Lange Zeit galt beim Streaming-Dienst die eiserne Regel, dass eigene Produktionen exklusiv oder nur mit sehr kurzen Zeitfenstern im Kino gezeigt werden. Bei Narnia bricht Netflix nun bewusst mit Traditionen: Der Fantasy-Epos erhält ein echtes, weltweites Kinofenster inklusive IMAX-Start. Fans können das spektakuläre Weltenbauen also zuerst dort erleben, wo gigantische Bilder und imposanter Sound am besten wirken – auf der großen Leinwand. Erst im Anschluss wandert der Film in das Streaming-Angebot. Doch Der Neffe des Magiers ist erst der Anfang. Netflix hat sich bereits die umfassenden Rechte an allen sieben Büchern von C.S. Lewis gesichert. Der Deal mit Regisseurin Greta Gerwig umfasst aktuell mindestens zwei Filme, wobei hinter den Kulissen längst an einer noch größeren Vision gearbeitet wird: Langfristig fasst Netflix ein ganzes Multiversum ins Auge, das neben mehreren Spielfilmen auch Serien-Spin-offs umfassen könnte. Nach der Ursprungsgeschichte soll der Weg wie gewohnt zu den bekannten Klassikern wie Der König von Narnia führen, um die Welt Stück für Stück auszubauen und erstmals die gesamte Buchreihe chronologisch zu verfilmen. Inzwischen ist auch der erste offizielle Trailer erschienen – und wie so oft bei großen Neuinterpretationen gehen die Meinungen im Netz bereits weit auseinander. Während die einen die optische Umsetzung und Gerwigs Stil feiern, zeigen sich andere skeptisch gegenüber den ersten Eindrücken. Ehrlich gesagt weiß ich selbst nach den ersten bewegten Bildern noch nicht hundertprozentig, was ich davon halten soll. Aber bevor man das Projekt wegen einzelner Szenen voreilig abschreibt, sollte man der Vision eine faire Chance geben. Am Ende entfaltet sich die wahre Magie einer solchen Welt auf der großen Leinwand – und genau dort sollte man sich erst ein eigenes Urteil bilden. Kommentieren und diskutieren: ➔ ⁠BehindBlueEye.de⁠ ➔ ⁠Bluesky⁠ ➔ ⁠Threads ➔ ⁠X