Beyond the Stunt
Beyond the Stunt

Beyond the Stunt

Holger Schumacher


Podcast

In Beyond the Stunt spricht Holger Schumacher mit Menschen aus der Stuntwelt über das, was man im fertigen Film nicht sieht – über Risiko, Vorbereitung und Entscheidungen ohne zweite Chance. Holger Schumacher ist seit Anfang der 2000er in der Stuntwelt zu Hause – erst vor der Kamera, heute als Berater. In beiden Rollen war er über Jahre Teil des Stuntteams von „Alarm für Cobra 11". Er ist strategischer Partner der German Stunt Association und auch internationale Produktionen holen ihn, wenn es um Risiko und Zusammenarbeit am Set geht. In Beyond the Stunt spricht er mit Stuntleuten, Koordinatorinnen und anderen Profis über das, was im fertigen Bild nie zu sehen ist: wie sie eine Lage einschätzen, wie sie Vertrauen im Team aufbauen, wann sie abbrechen und woran sie merken, dass etwas nicht stimmt. Denn die spannende Frage ist nicht, welcher Stunt wie ausgesehen hat. Sondern wie diese Menschen denken. Was daraus entsteht, fließt in die Arbeit an der STUNT DNA – dem Versuch, High Performance unter Unsicherheit übertragbar zu machen. Für alle, die in ihrer eigenen Welt entscheiden müssen, bevor die Lage eindeutig ist.

Alle Folgen

  • Folge 2 – Vi-Dan Tran

    Vor 5 Tagen33:46

    Der Stunt ist das, was man sieht. Ich schaue dahinter. Vi-Dan Tran und ich kennen uns seit fast fünfzehn Jahren. Kennengelernt haben wir uns, als er in Aachen Film studiert hat – erstes Filmprojekt, Parcours-Elemente, alles noch ganz am Anfang. Danach sind wir in völlig verschiedene Richtungen gegangen: ich zu den Autos, er in die Kampfchoreografie und irgendwann auf die großen internationalen Sets. Wir haben uns über die Jahre immer wieder getroffen und immer erzählt, was gerade los ist. Aber so intensiv über den Job selbst – über das, was er mit einem macht und warum man ihn überhaupt macht – haben wir nie gesprochen. Bis jetzt. Vi-Dan ist heute Filmemacher, Action Designer und Fight Coordinator für Produktionen wie Dune, Star Wars, Avengers, Shang-Chi und Into the Badlands. 2016 arbeitete er bei The Foreigner und Bleeding Steel erstmals mit dem Jackie Chan Stunt Team zusammen. Nachdem er sich dort im Team bewiesen hatte, wurde er 2017 offiziell in achter Generation in das Jackie Chan Stunt Team aufgenommen. Ich habe seinen Weg über die Jahre mitverfolgt und finde ihn beeindruckend – vor allem, weil er ein völlig anderer ist als meiner. Genau deshalb habe ich ihn eingeladen. Angefangen hat bei ihm alles mit Wushu, nicht als Hobby, sondern als Lebensphilosophie. Der Traum, Schauspieler zu werden wie Jackie Chan oder Jet Li, scheiterte zunächst am Elternhaus: Es sollte etwas Akademisches sein. Der entscheidende Tipp kam von einem Kollegen – wenn du nicht Schauspieler werden darfst, dreh doch deine eigenen Filme. Also Medienstudium. Schon während des Studiums hat er eigene Filme als Regisseur und Kameramann umgesetzt und dabei seine Actionsequenzen selbst entwickelt. Und über Umwege in die Stunt-Welt. Er erzählt von seinem ersten großen internationalen Job bei James Bond: Skyfall und der harten Erkenntnis, dass fünfzehn Jahre Wushu ihm dort erstmal wenig nützten. Von der Rolle als Haupt-Double bei Into the Badlands. Und von dem Rat seines Mentors aus dem Jackie Chan Stunt Team, der seinen Weg verändert hat: Wenn du weiterkommen willst, musst du ein Kapitel schließen. Nach Badlands hat Vi-Dan das Performen beendet – auf seinem eigenen Höhepunkt. Kurz darauf kamen Dune 1 und 2: beim ersten Teil als Fight Coordinator Assistant, beim zweiten als Fight Coordinator. Für Vi-Dan ist Action dabei nie Selbstzweck – Choreografie, Kamera und Bewegung müssen immer der Geschichte und den Figuren dienen. Im zweiten Teil des Gesprächs geht es um Menschen. Was macht einen guten Stunt-Performer aus? Für ihn zuerst Zuhören, Wissbegierde und die Bereitschaft, das Ego runterzuschrauben – Technik lässt sich beibringen, Haltung nicht. Er erzählt von der Schule des Jackie Chan Teams (“Du musst mit sieben Augen schauen und mit acht Ohren hören”), von Sieben-Tage-Wochen ohne Feierabend – und davon, warum er selbst heute anders führt. Sein wichtigster Satz vor dem Take ist nämlich nicht “Don’t fuck it up”, sondern: Have fun. Ein Gespräch über Kontrolle, Einfluss und Verantwortung. Über den Unterschied zwischen etwas wollen und etwas wirklich wollen. Und über die Frage, was man eigentlich noch erzählen will, wenn die Credits allein nicht mehr reichen. Es bleibt nicht bei dieser einen Folge – eine Fortsetzung haben wir schon verabredet. Über den Gast Vi-Dan Tran ist Filmemacher, Action Designer und Fight Coordinator. Er arbeitet vor allem an internationalen Großproduktionen. 2016 arbeitete er erstmals mit dem Jackie Chan Stunt Team zusammen und wurde 2017 offiziell als Mitglied der achten Generation aufgenommen. Über den Podcast Beyond the Stunt – ich spreche mit Menschen, die wirklich ins Risiko gehen. Über Vertrauen, Verantwortung, Grenzen und darüber, was hinter dem steckt, was man am Ende auf dem Bildschirm sieht. Feedback, Fragen, Themenwünsche: mail@beyondthestunt.com

  • Folge 1 - Erdogan Atalay

    31.08.202632:57

    Die erste Folge, und mein Gast ist ausgerechnet kein Stuntman. Sondern der Mann, für den ich mal gesprungen bin. Erdogan Atalay ist seit 1996 Semir Gerkhan in Alarm für Cobra 11. Über 400 Folgen. In meiner Anfangszeit als Stuntman durfte ich ihn doubeln — deshalb ist dieses Gespräch für mich persönlich, bevor es überhaupt anfängt. Warum ein Schauspieler zum Auftakt? Weil er die Perspektive hat, die wir am Set nie einnehmen. Wir sind die, die springen. Er ist der, für den gesprungen wird. Er sitzt in dem Auto, das ins Wasser gelassen wird, und muss uns vertrauen Genau darüber reden wir. Wie Vertrauen wirklich entsteht: der Double Check, den man sieht, die Ruhe, mit der jemand erklärt, wo die Haken sitzen. Wir sprechen über den Moment unter Wasser, in dem er den Atemregler rumgedreht war, ohne dass er es gesehen hat und darüber, was danach in der Nacht passiert ist. Über die kaputte Schulter, die nicht bei einem Stunt passierte. Und über die Frage, was er tun würde, wenn eins seiner Kinder in diesen Beruf wollte. Am Ende habe ich nach dem einen Learning aus 25 Jahren gefragt. Ein Wort: Wachsamkeit.