Retrospektiven in 2026 (Judith Andresen, André Friedrich)
BJA PODCAST
30.07.2026 • 23 Min.
In dieser Folge sprechen wir über die kommende dritte Auflage des Buchs zu Retrospektiven in agilen Projekten. Wir greifen die Frage auf, was sich seit den ersten Retrospektiven und seit dem Agilen Manifest verändert hat und warum Retrospektiven heute anders gedacht werden müssen.Wir diskutieren, dass viele Teams einerseits von Methodenübersättigung geprägt sind und andererseits Retrospektiven als wiederholtes Schema erleben. Wir betonen, dass Retrospektiven dann hilfreich sind, wenn die gewählten Methoden zur jeweiligen Situation passen und eine klare Hypothese dahintersteht. Auch paradoxe Interventionen werden als Beispiel genannt, wenn sie zur Gruppe und zum Ziel passen.Ein weiterer Schwerpunkt ist der Einsatz von KI in Retrospektiven. Wir sprechen darüber, wie KI beim Mitschneiden, Transkribieren, Spiegeln von Inhalten und beim Generieren von Einsichten oder Moderationshypothesen unterstützen kann. Dabei geht es auch um die Nutzung in der Vor- und Nachbereitung sowie um den Nutzen für Moderation und Team.Außerdem thematisieren wir die Normalität von Remote- und Hybrid-Formaten. Wir sagen, dass diese Formate heute alltäglich sind, aber weiterhin gute Moderation, passende Beteiligungsformen und bewusste Vorbereitung brauchen. Gleichzeitig sprechen wir darüber, dass Präsenz in manchen Fällen sinnvoller sein kann, etwa bei bestimmten Lern- oder Aufstellungsformaten.Zum Schluss geht es um die erweiterte Rolle von Retrospektiven im Buch: Nicht jedes Thema gehört in eine Retro. Konflikte, Priorisierung oder andere Teamthemen können auch in anderen Lern- und Arbeitsformaten besser bearbeitet werden. Die dritte Auflage enthält deshalb ein eigenes Kapitel zu anderen Lernformaten und zu passenden Alternativen wie Konfliktmoderation, Mediation, Post-Mortem-Analysen oder Open Space.