Der Nachzehrer — Deutschlands vergessener Untoter, der im Grab frisst
Blanker Horror
Vor 3 Tagen • 28 Min.
Er liegt in seinem Grab. Er kaut an seinem Leichentuch. Und mit jedem Bissen stirbt jemand an der Oberfläche.Der Nachzehrer ist einer der unheimlichsten Untoten der deutschen Folklore — und fast niemand kennt ihn. Kein Schloss, keine Fangzähne, kein Cape. Nur ein Toter, der unter der Erde frisst und dabei seine eigene Familie ins Grab zieht. In dieser Episode tauchen wir tief ein in die Geschichte eines Wesens, das über Jahrhunderte hinweg in Norddeutschland, Schlesien, Bayern und bis nach Polen gefürchtet wurde.Wir sprechen über die Ursprünge des Nachzehrers in der Pestzeit, über die akademische Vampirdebatte an der Universität Leipzig im 18. Jahrhundert, über das kaschubische Ritual der „Leeren Nacht" — und über einen archäologischen Fund in Venedig, bei dem eine Frau mit einem Ziegelstein im Mund in einem Pestgrab entdeckt wurde. Und wir klären, was die Totengräber damals wirklich sahen, wenn sie die Gräber öffneten — und warum die natürliche Erklärung fast genauso verstörend ist wie der Mythos. ---- Quellen und weiterführende Literatur:Michael Ranft: „De masticatione mortuorum in tumulis" (1728)Philip Rohr: „Dissertatio historico-philosophica de masticatione mortuorum" (1679)Matteo Borrini et al.: „Forensic approach to an archaeological casework of 'vampire' skeletal remains in Venice" (Journal of Forensic Sciences)Thomas Schürmann: „Der Nachzehrerglauben in Mitteleuropa" (1990)Angelika Franz / Daniel Nösler: „Geköpft und gepfählt — Archäologen auf der Jagd nach den Untoten" (2016)