Die Blutgräfin: Was wirklich auf Schloss Čachtice geschah
Blanker Horror
Vor 4 Tagen • 28 Min.
Eine Frau badet im Blut von Jungfrauen, um ewig jung zu bleiben. Dieses Bild kennt fast jeder — und es ist wahrscheinlich eine Erfindung. Elizabeth Báthory, geboren 1560 als ungarische Hochadlige, ist als „Blutgräfin" in die Geschichte eingegangen. Über 650 Opfer werden ihr zugeschrieben. Am 30. Dezember 1610 stürmte Palatin György Thurzó ihre Burg Čachtice und ließ sie festsetzen. Ihre Dienerinnen wurden hingerichtet, Báthory selbst in ihren Gemächern eingemauert, wo sie 1614 starb. So lautet die offizielle Version. Aber die Quellen erzählen eine deutlich kompliziertere Geschichte. Die berühmte Blutbad-Legende taucht erst 1729 auf — über hundert Jahre nach ihrem Tod, niedergeschrieben von einem Jesuiten-Gelehrten, der sie nie gekannt hat. Die Prozessakten von 1611 enthalten Zeugenaussagen, die unter Folter erzwungen wurden. Und Báthory war zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung eine der reichsten Witwen des Königreichs Ungarn, deren Vermögen die Habsburger-Krone dringend brauchte. War sie eine sadistische Mörderin? Ein politisches Opfer? Oder etwas dazwischen — eine mächtige Frau, die das frühneuzeitliche Patriarchat nicht dulden konnte? In dieser Folge nehmen wir das berühmteste Schreckensbild Europas auseinander. Stück für Stück, Quelle für Quelle. Von den Prozessakten des 17. Jahrhunderts bis zur modernen Geschichtsforschung. Und wir schließen damit die Karpaten-Trilogie ab — nach den Strigoi und Vlad dem Pfähler folgt nun die Frau, aus der die Nachwelt ein Monster gemacht hat. Oder die eines war.