#118: Als die Dämme brachen: Das Jahrtausendhochwasser an der March 2006
29.07.2026•54:19
Das Wasser schießt bereits knöchelhoch über die Füße, als Georg Schicker, ehemaliger Bezirksfeuerwehrkommandant in Gänserndorf, auf der Dammkrone steht – gegen 3:30 Uhr, mitten in der Nacht. Kurz darauf heulen in der ganzen Umgebung die Sirenen durch die Nacht: Zivilschutzalarm. An diesem 3. April 2006 bricht der Hochwasserschutzdamm bei Jedenspeigen, und das Jahrtausendhochwasser nimmt seinen Lauf. Ein Rekordwinter mit gewaltigen Schneemassen und die anschließende Schneeschmelze haben March und Thaya im Bezirk Gänserndorf über die Ufer treten lassen. Ein Drittel von Dürnkrut versinkt, rund 300 Häuser müssen evakuiert werden, und das Bundesheer schließt die Dammlücke in einer tagelangen Luftbrücke mit Black-Hawk-Hubschraubern. Zwanzig Jahre danach blicken Georg Schicker, heute Ehrenoberbrandrat, und Robert Meißl, Bürgermeister von Angern an der March und heute Obmann des Wasserverbandes, gemeinsam zurück. Warum brach ausgerechnet dieser desolate Damm, obwohl der Handlungsbedarf seit 1997 bekannt war? Wie kämpften Tausende Einsatzkräfte gegen die Fluten? Und welche Lehren prägen den Bezirk bis heute? Darum geht es in der 118. Blaulichthelden-Podcast-Folge.