Johann Georg Schrepfer - Der Geisterbeschwörer von Leipzig
Chronik der Schatten - Mythen, Legenden und historische Rätsel
19.07.2026 • 1 Std. 8 Min.
Leipzig, 18. Jahrhundert: Johann Georg Schrepfer führt ein Kaffeehaus im Barfußgäßchen, ist hoch verschuldet und träumt offenbar von einer größeren Rolle. Er gibt sich als Eingeweihter aus, spricht von schottischer Maurerei, Jesuiten, Rosenkreuzern und geheimem Wissen — und behauptet schließlich, er könne die Toten erscheinen lassen. In abgedunkelten Räumen, zwischen Rauch, Kerzenlicht, Alkohol, Erwartung und vermutlich optischen Tricks, inszeniert Schrepfer angebliche Geistererscheinungen. Seine Auftritte faszinieren Männer aus Leipziger Logenkreisen, bringen ihn in Konflikt mit der Minerva zu den drei Palmen und führen ihn schließlich bis nach Dresden. Aus einem verschuldeten Kaffeehauswirt wird für kurze Zeit eine rätselhafte Figur zwischen Aufklärung, Aberglaube, Macht und Manipulation. Doch am Ende steht ein Tod im Leipziger Rosental, der offiziell als Selbsttötung protokolliert wurde — und bis heute nicht alle Fragen beantwortet.