Dax-Konzerne verlieren Klimaziele aus dem Blick
Dax-Konzerne verlieren Klimaziele aus dem Blick

Dax-Konzerne verlieren Klimaziele aus dem Blick

Börsen-Zeitung | Nachhaltiges Investieren


Vor 2 Tagen • 36 Min.

Die Klimatransition der Dax-Familie hat 2025 an Dynamik eingebüßt. Das zeigt der am Donnerstag veröffentlichte „What if“-Report des Climate-Tech Right°. Darin untersucht das Unternehmen, wie stark die betrachteten Konzerne zur Erderwärmung beitragen. Die Modelle zeigen, wie stark sich die Erde bis zum Jahr 2100 erwärmen würde, wenn sie dieselbe Klimaperformance hätte wie das betrachtete Unternehmen. Eine ernüchternde Erkenntnis brachte der Report mit Blick auf selbstgesteckte Klimaziele: Ein ambitioniertes Ziel erhöht nämlich den Daten zufolge nicht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen tatsächlich auf Paris-konformem Kurs liegt. „Das ist natürlich schon ein bisschen bitter", sagt Right°-CEO Hannah Helmke im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung. Sie findet Ziele weiterhin sinnvoll – „weil es sehr klar darstellt, wo will ich hin“ und damit Orientierung gebe. Oft scheiterten Unternehmen aber beim Übersetzen der Ziele in konkrete Handlungen: „Ich glaube, dass die Umsetzung von diesem Ziel einfach massiv unterschätzt wird“, sagt Helmke. Nach Helmkes Einschätzung sind die Unternehmen spätestens durch Erfahrungen mit Hitze und Dürre im zurückliegenden Sommer und den Iran-Krieg wieder stärker für Klima und Dekarbonisierung sensibilisiert. Von den Ergebnissen des diesjährigen Reports will sie sich nicht entmutigen lassen: „Der Track Record im Jahr 2025 ist eine Momentaufnahme, das kann nächstes Jahr anders sein“, sagt sie. Es gebe „tolle Transformationsunternehmen“ im Dax, etwa die Deutsche Telekom. „Die sind fast da, die sind on track auf 1,8°C“, berichtet Helmke. Gestartet sei der Konzern bei 5°C, seit 2021 sinke der Wert aber kontinuierlich. Solche Unternehmen sind für sie Hoffnungsträger: „Die haben was zu erzählen über Transformation, davon will man lernen, wie es gehen kann.“