Impact-Investing vor dem Wendepunkt
Impact-Investing vor dem Wendepunkt

Impact-Investing vor dem Wendepunkt

Börsen-Zeitung | Nachhaltiges Investieren


28.05.2026 • 29 Min.

Die neue EU-Offenlegungsverordnung (SFDR 2.0) erkennt erstmals den Impact-Begriff an. Das sei „tatsächlich ein großer Durchbruch“, sagt Eric Prüßner, Geschäftsführer von Advanced Impact Research, im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung. Er befasst sich mit der Frage, wie man den Impact bei Finanzprodukten messen und vergleichbar machen kann. Dabei dürfte der schwerste Teil der Definitionsarbeit erst noch kommen, erwartet Prüßner. Die SFDR 2.0 arbeitet mit Kategorien wie ESG Basics, Transition und Sustainable. Die bisherige Unterteilung in Artikel-8- oder Artikel-9-Fonds wird dadurch abgelöst. Der Vorschlag behandelt bislang allerdings erst einmal nur Level eins der Regulierung, legt also die Prinzipien und Grundlagen fest. „Bei Impact sind die Definitionen oder die Merkmale noch recht allgemein gehalten“, sagt Prüßner. Auf Ebene der Investmentprozesse lasse sich Vergleichbarkeit bereits recht gut herstellen. Komplex werde es bei konkreten Indikatoren. Während sich Emissionen in konkrete Zahlen fassen lassen, sind Konzepte wie Biodiversität schwieriger zu greifen. Prüßner hat Sympathien für ein Konzept, das in der Gesamtbetrachtung die Frage stellt, ob sich ein Investment im Rahmen planetarer Grenzen bewegt. Er wünscht sich, dass man Investoren in einigen Jahren die Möglichkeit an die Hand geben kann, ihr Portfolio oder auch einzelne Assets daraufhin zu analysieren. „Weil das eben die wissenschaftlich fundierten Grenzen sind, in denen man sich bewegen sollte.“