Flugtourismus & Customer Journey: Warum das Gasterlebnis vor dem Hotel beginnt mit Cord Schellenberg
Bring dich mit
01.07.2026 • 1 Std. 1 Min.
Gibt es einen Ort, an dem Fernweh und Stress so nah beieinanderliegen wie an einem Flughafen-Terminal? Wie schafft man im modernen Massentourismus den Spagat zwischen automatisierter, digitaler Effizienz und echter, emotionaler Gastfreundschaft? Und was passiert mit der Psychologie eines Gastes, wenn die logistische Reisekette schon Stunden vor dem eigentlichen Check-in im Hotel ins Stocken gerät? In dieser Episode von „Bring dich mit“ nehmen euch die Gastgeberinnen Sara und Minu mit auf ein hochfliegendes B2B-Branchen-Update. Zu Gast ist dieses Mal ein absoluter Insider der Luftfahrtindustrie: Cord Schellenberg, Gründer der PR-Agentur Schellenberg & Kirchberg und ehemaliger Vizepräsident des Luftfahrtpresseclubs. Gemeinsam analysieren sie den modernen Flugtourismus entlang der Customer Journey und ziehen überraschende wie lehrreiche Parallelen zur Hotellerie. Schnallt euch an für einen tiefen Einblick in das, was als „die ehrlichste Guest Journey überhaupt“ gilt. Das erwartet euch in dieser Episode: - Digitale Selbstbestimmung versus menschlicher Faktor: Das perfekte Zusammenspiel aus Technologie und persönlicher Ansprache sichert eine stressfreie Customer Journey. Während ineffizient organisierte Sicherheitskontrollen unnötigen Stress erzeugen , zeigt der moderne Self-Check-in, wie man Gästen durch flexible Wahlmöglichkeiten die Kontrolle über ihre Zeit zurückgibt. Der Hamburger Flughafen agiert hier als wegweisender Plattform-Pionier für Fluggesellschaften. - Die nackte Wahrheit des Dynamic Pricing: Die Preislogik im Flugverkehr basiert auf einer extremen Produktdifferenzierung und vorausschauenden Algorithmen. Airlines nutzen gezielt reduzierte Einstiegspreise im Internet , um die finale Marge erst am Ende des Buchungsprozesses über Zusatzgebühren für Handgepäck, Sitzplatzreservierungen oder Freigepäck zu sichern – ein strategischer Hebel, von dem auch das Ertragsmanagement der Hotellerie lernen kann. - Das Daten-Paradoxon in der Pre-Trip-Phase: Ein kritisches Nadelöhr der Kundenbindung liegt im Informationsfluss vor Reiseantritt. Da Fluggesellschaften die sensiblen Passagierdaten grundsätzlich nicht mit den Flughäfen teilen , bleibt der physische Ort für den Gast zunächst anonym. Airports müssen daher kreative Mehrwerte wie Lounge-Angebote oder maßgeschneiderte Fast-Lane-Zeitfenster entwickeln, um eine direkte Kommunikation aufzubauen. - Die Psychologie des Wartens im Lobbymoment: Die Ankunft am Zielflughafen gleicht emotional dem Betreten einer Hotel-Lobby. Um die Aufenthaltszeit von einer gefühlten Zumutung in echte Qualität zu verwandeln, braucht es transparente Wegeführungen und ehrliche Zeitprognosen bei der Gepäckausgabe. Erst wenn der funktionale Stress abfällt, öffnet sich der Reisende für emotionale Konsumerlebnisse durch globale Marken oder authentische, regionale Produkte. - Der grüne Spagat der Gen Z und die gelebte Demokratie: Die junge Generation fordert ein anspruchsvolles Pflichtenheft aus maximaler Digitalisierung auf dem Smartphone, günstigen Preisen und absolut glaubwürdiger Nachhaltigkeit. Während der Hamburger Airport mit ambitionierten Plänen zur CO2-Freiheit bis 2035 und einem eigenen Windpark vorangeht , beweist die Luftfahrt im Kern eine zutiefst demokratische Haltung: Wahrer Service bedeutet, alle Generationen sowie Menschen mit und ohne Handicap gleichermaßen wertschätzend zu behandeln. Am Ende wird glasklar: Tourismus und ein rundum gelungenes Gasterlebnis funktionieren in Zukunft nur dann reibungslos, wenn wir Mobilität und Hospitality konsequent zusammendenken und den Menschen im Mittelpunkt aller digitalen Prozesse belassen. Jetzt reinhören und erfahren, wie die Schnittstellen der Reisebranche ineinandergreifen, welche unschätzbaren Key-Learnings Hoteliers aus der Luftfahrt ableiten können und warum ein verloren gegangener Koffer im Hintergrund manchmal eine geheime Spürnase erfordert.