Czyslansky liest Folge 17: Manja Präkels "Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß"
Vor 5 Tagen•8:24
In Manja Präkels Roman "Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß" erlebt die Protagonistin Mimi Schulz den Untergang ihrer Heimat, den Untergang der DDR. Ihre Kindheit erlebt die Tochter einer SED-treuen Lehrerin in einer Kleinstadt an der Havel. Schon vor dem Untergang der DDR wuchsen Frustration und eine junge desillusionierte Generation im ländlichen Havelland heran. Der Roman schildert, wie die Gewaltbereitschaft unter vielen Jugendlichen langsam zunahm und sich unter der offiziellen antifaschistischen Staatsideologie ein antibürgerlicher Jugendprotest ausbreitete, der begierig alles aufgriff, was verboten war: Fragmente nationalistischer Ideologien, noch unstrukturiert, aber gewaltbereit und so systemfern wie nur irgend möglich. Sehr schnell aber fokussieren sich diese Gruppierungen auf rassistische und Nazi-Vorbilder. Manja Präkels erklärt in „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ nicht, warum der Osten anders tickt, als der Westen. Sie beschreibt die unterschiedliche Entwicklung. Das ist wohltuend.