Über Liebe als Gegenkraft zum Hass – Daniel Schreiber
Damit die Guten gewinnen
22.05.2026 • 1 Std. 3 Min.
Kann Liebe eine politische Kraft sein? Daniel Schreiber, einer der prägenden Stimmen des literarischen Essays in Deutschland, ist überzeugt davon. Seine Spiegel-Bestseller „Nüchtern", „Zuhause", „Allein" und „Die Zeit der Verluste" haben eine neue Form des persönlichen Essays im deutschsprachigen Raum begründet. In seinem aktuellen Buch „Liebe – ein Aufruf" stellt er eine radikale Frage: Wie können wir in einer Zeit des Hasses und der Ohnmacht die Liebe als Gegenkraft wiederentdecken? Im Gespräch mit Thomas Mühlnickel erzählt Daniel von seiner Kindheit auf dem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern, den prägenden Baseballschlägerjahren der 90er und dem Freiheitsgefühl, das er zum ersten Mal in New York erlebte. Er spricht über seine literarischen Vorbilder Christa Wolf und Joan Didion, über den schmerzhaften Prozess des Schreibens – und darüber, warum ihm irgendwann „die Fähigkeit abhandengekommen war, die Welt zu lieben". Daniel erklärt, warum Vernunft und gute Argumente allein dem grassierenden Hass nicht beikommen. Warum Solidarität, Fürsorge und Gemeinwohl keine naiven Abstraktionen sind, sondern die Grundpfeiler jeder funktionierenden Gesellschaft. Und warum eine Politik der Liebe konkreter ist, als sie klingt – von innergesellschaftlicher Solidarität über Verantwortung für nachfolgende Generationen bis hin zum leidenschaftlichen Widersprechen, wenn politische Begriffe umgewertet werden Ein Gespräch über ostdeutsche Identität, politische Ohnmacht, die Bürgergeld-Debatte, fehlende politische Repräsentation – und darüber, warum die Zukunft nicht vorgeschrieben ist. ? Themen dieser Folge 00:00:00 – Intro: Warum Liebe eine politische Kraft ist 00:02:13 – „Wer sind die Guten?" – Engagement statt Egoismus 00:04:31 – Aufwachsen in der DDR: Kindheit auf dem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern 00:10:39 – Ostdeutsche Identität und die Fehler der Wiedervereinigung 00:14:37 – New York und Queerness: Zum ersten Mal wirklich frei 00:18:34 – Bestseller schreiben als innere Arbeit: Von „Nüchtern" bis „Liebe" 00:26:42 – „Mir war die Fähigkeit abhandengekommen, die Welt zu lieben" 00:29:24 – Liebe als Gegenkraft zum Hass: Warum Vernunft allein nicht reicht 00:35:08 – Neoliberalismus, Umverteilung und fehlende politische Repräsentation 00:44:09 – Fünf Sätze vervollständigen: Von Luisa Neubauer bis zum Generationenvertrag 00:55:36 – Was bedeutet Freiheit wirklich? Persönliche Definition eines Ostdeutschen 00:58:00 – Raus aus der Ohnmacht: Wie Engagement unser politisches Grundgefühl verändert 01:06:48 – Die Zeitkapsel 2050: Warum Daniel keine Prognosen macht