Zwischen Elfenbeinturm und Revolution
Der Michel – Der Podcast für Kinder und Jugendliteratur
01.09.2026 • 43 Min.
Klar kennen junge Leute Rainer Maria Rilke: schließlich huldigen sie ihm hymnisch auf Tiktok. Jimin, Sänger der koreanischen Pop-Band BTS hat sich für ein Video das Rilke-Gedicht „Ich lebe mein Leben“ auf die Brust malen lassen und Lady Gaga hat sich einen Rilke-Vers gleich tätowieren lassen. Der bekannte Sachbuchautor Alois Prinz hat zum Jubiläumsjahr des Dichters, der 1875 geboren wurde und 1926 starb, eine Biografie über den Dichter geschrieben: „Wohin gehöre ich?“, lautet der Titel. Dabei blickt er auch stark auf den bisher wenig beachteten politischen Rilke. Anders als viele seiner Kollegen konnte er sich nicht für den Ersten Weltkrieg begeistern, der ihn als Dichter völlig verstummen ließ. Ende 1918 verfolgte er aufmerksam die Revolution in München, die er mit der Hoffnung auf ein demokratisches und friedliches Gemeinwesen verband. Mit vielen enttäuschten Hoffnungen verließ Rilke danach München, wo er seinen letzten deutschen Wohnsitz hatte, und übersiedelte in die Schweiz, wo er noch einmal seine ganze poetische Kraft entfaltete.