Der Schmerzcode
Der Schmerzcode

Der Schmerzcode

Marco Wintruff


Podcast

Habt Ihr Euch schon einmal gefragt, wie Schmerzen entstehen und wie sie verarbeitet werden? Oder welche neuen Entwicklungen es im Bereich der Schmerzmedikamente gibt? Vielleicht interessiert Euch auch, wie Schmerztherapie in der täglichen Praxis funktioniert und welche Tipps Experten aus anderen Fachbereichen für uns haben. Dann haben wir großartige Neuigkeiten für Euch! Ab dem 1. August 2024 startet unser brandneuer Podcast “Der Schmerzcode”. Jeden ersten Donnerstag im Monat um 6 Uhr werden wir eine neue Podcast-Folge veröffentlichen. In “Der Schmerzcode” tauchen wir tief in die Welt der Schmerzmedizin ein. Wir präsentieren Euch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, Ansätze und spannende Gäste, die dazu beitragen können, die Versorgung unserer Patienten zu verbessern. Seid Ihr bereit für diese aufregende Reise durch die moderne Schmerzmedizin? Dann abonniert “Der Schmerzcode” und begleitet uns dabei, wenn wir die Geheimnisse des Schmerzes lüften! Euer “Der Schmerzcode” Team Marco Wintruff und Jan-Peer Rogmann

Alle Folgen

  • Sonderreihe Schmerz (1/4): Schmerz als Schutzsystem mit Lorimer Moseley

    03.09.20261:42:09

    In dieser Jubiläumsfolge sprechen wir mit Lorimer Moseley über das Verständnis von Schmerz und das Fit-for-Purpose-Modell. Wir ordnen seine Arbeit historisch ein und greifen die Entwicklung von einem eher mechanistischen Schmerzmodell hin zu einem komplexeren, integrativen Verständnis auf. Wir besprechen, dass Schmerz nicht einfach ein direkter Detektor von Gewebeschaden ist, sondern ein Schutzsystem. Dabei fließen viele Faktoren zusammen, darunter sensorische Informationen, Erwartungen, Aufmerksamkeit, Emotionen, Erfahrungen und Kontext. Schmerz entsteht demnach als Ergebnis einer Bewertung von Gefahr im Nervensystem. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Plastizität des Schmerzsystems. Wir sprechen darüber, dass sich das System durch Erfahrungen verändern kann, sowohl in Richtung erhöhter Empfindlichkeit als auch in Richtung Desensibilisierung. Dazu nutzen wir die Bilder des Orchesters und der Zwiebel, um die Mehrschichtigkeit von Schmerzerfahrung zu erklären. Im therapeutischen Teil geht es um zwei zentrale Bausteine: Wissen über Schmerz und körperbezogenes Training. Wir erklären, warum Schmerzwissen Selbstwirksamkeit fördern kann und wie schrittweise angepasste Bewegung helfen soll, das System neu zu beeinflussen. Dabei betonen wir, dass nicht jede Maßnahme für jede Person gleich passt. Im Interview geht Moseley auch auf seine persönliche Entwicklung ein und beschreibt Erfahrungen, die sein Verständnis von Schmerz geprägt haben. Er spricht über die Rolle von Angst, Stress, Vermeidung, chronischem Schmerz, Metaphern in der Patientenkommunikation und die Bedeutung aktueller Evidenz in der klinischen Praxis.

  • Ankündigung: Vier Folgen, vier Perspektiven, vier Ansätze – chronischer Schmerz im Fokus

    06.08.20264:55

    In dieser Folge geben einen Ausblick auf die geplanten Inhalte ab September. Wir kündigen eine vierteilige Reihe an, die sich mit chronischen, vor allem noziplastischen Schmerzen beziehungsweise chronischen Krankheiten beschäftigt. Wir ordnen dabei ein, dass es bei diesen Schmerzen nicht primär um akute Gewebeschädigung geht, sondern um veränderte Schmerzverarbeitung und ein überprotektives Nervensystem. Ziel der Reihe ist es, chronische Schmerzen und chronische Krankheiten besser zu verstehen und wirksam zu behandeln. Zum Auftakt sprechen wir in Folge 25 mit Lorimer Mosley über das Fit-for-Purpose-Modell und darüber, warum Schmerz nicht nur ein Schadensmesser, sondern vor allem ein Schutzsystem ist. Im Oktober folgt ein Gespräch mit Samira Peseschkian über positive Psychotherapie und die Rolle von inneren Konflikten, Ressourcen, Beziehungserfahrungen und psychischen Faktoren bei chronischen Schmerzen. Wir geben außerdem einen kurzen Ausblick auf weitere Folgen mit zwei international renommierten Gästen, ohne bereits Details zu nennen. Insgesamt verbindet die Serie Neurobiologie, Psychotherapie, klinische Erfahrungen und praktische Therapieansätze und richtet sich an Therapeuten, Ärzte und Patienten.

  • Achtung Schmerzmittel - Diese Fehler können gefährlich werden

    02.07.202645:47

    In dieser Folge sprechen wir mit Annika, einer klinischen Pharmazeutin, über den praktischen Umgang mit Schmerzmedikation im klinischen Alltag, vor allem mit Opioiden. Wir ordnen Schmerzmittel nach dem WHO-Stufenschema ein und besprechen Basismedikation, Bedarfsmedikation und Begleitmedikation gemeinsam. Ein Schwerpunkt liegt auf Sicherheitsaspekten und Wechselwirkungen bei Nicht-Opioid-Analgetika wie Metamizol, NSAIDs und Diclofenac. Außerdem gehen wir auf Opioid-Darreichungsformen, die richtige Anwendung von Fentanylpflastern, Probleme bei Schluckstörungen und Sondenernährung sowie auf Obstipation und Co-Analgetika ein. Zum Schluss sprechen wir über typische Wechselwirkungen mit Grapefruitsaft, Johanniskraut und anderen Produkten sowie über die Bedeutung von Teamkommunikation, Interaktionschecks und einer guten Übergabe im Entlassmanagement.

  • Schlaf, Schmerz und Gehirn - Über die geheime Verbindung von Schlaf und Schmerz

    04.06.202648:51

    In dieser Folge sprechen wir über den Zusammenhang von Schlaf und Schmerz und warum Schlaf in der Schmerztherapie wichtig ist. Wir beschreiben, wie Schlafmangel Schmerzen verstärken kann, und nennen Folgen für Stimmung, Konzentration, Immunsystem und Regeneration. Zum Schluss besprechen wir praktische Maßnahmen wie Schlafhygiene, Bewegung und weniger Koffein am Abend sowie weitere Behandlungsoptionen bei Insomnie.

  • Brain under Attack: Trigger, Triptane, CGRP – der Migräne Deep Dive

    07.05.20261:17:18

    In dieser Episode von "Der Schmerzcode" widmen wir uns dem Thema Migräne, einer weit verbreiteten neurologischen Erkrankung, die mehr als eine Milliarde Menschen betrifft. Gemeinsam mit Till, einem zertifizierten Kopfschmerzexperten, betrachten wir die Fortschritte in der Migräneforschung und -behandlung der letzten zwei Jahrzehnte. Wir erläutern die Pathophysiologie, die verschiedenen Arten von Migräne und die Unterschiede zwischen episodischer und chronischer Migräne. Besonderes Augenmerk liegt auf den Triggern wie Stress und Ernährung, sowie den Herausforderungen, vor denen Patienten stehen. Wir diskutieren die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten, einschließlich akuter und prophylaktischer Therapien sowie nicht-medikamentöser Ansätze. Abschließend reflektieren wir über die aktuellen Entwicklungen in der Migräneforschung und die gesellschaftliche Wahrnehmung dieser ernsthaften Erkrankung.

  • Ehlers-Danlos-Syndrom - Multisystemerkrankung verstehen

    02.04.202649:14

    In dieser Episode des Podcasts "Der Schmerzcode" besprechen Jan-Peer und Marco ein faszinierendes, jedoch oft missverstandenes Thema: das Ehlers-Danlos-Syndrom (EDS) und die damit verbundenen Herausforderungen. In einem persönlichen Gespräch kommen sie auf eigene Erlebnisse und die Schwierigkeiten zu sprechen, die Patienten mit dieser seltenen genetischen Erkrankung durchleben müssen. Anhand einer Patientin, die ihr Leben mit EDS schildert, wird deutlich, wie vielschichtig und facettenreich die Symptome dieser Erkrankung sind. Zu Beginn wird die Seltenheit des EDS hervorgehoben, das eine Prävalenz von etwa 1 zu 5000 hat. Jan-Peer und Marco liefern eine umfassende Erklärung, was genau das Syndrom ist und wie sehr es den Körper betrifft: Es handelt sich um eine genetische Bindegewebserkrankung, die nicht nur Gelenke betrifft, sondern auch das gesamte Bindegewebe im Körper. Dabei wird darauf hingewiesen, dass es 13 anerkannte Subtypen gibt, die sehr unterschiedliche Symptome zeigen können, von Gelenkhypermobilität bis hin zu schwerwiegenden internistischen Problemen. Ein zentraler Aspekt der Diskussion ist die damit verbundene Schmerzproblematik. Die beiden Moderatoren stellen fest, dass Schmerz kein diagnostisches Hauptmerkmal dieser Erkrankung ist, jedoch fast alle Betroffenen unter chronischen Schmerzen leiden. Sie erkunden, wie sich die verschiedenen Schmerzarten – nozizeptive, neuropathische und zentrale Sensibilisierung – im Laufe der Erkrankung entwickeln können. Hierbei wird auch angesprochen, dass die Diagnosestellung häufig Jahre dauern kann und Patienten oft als "Hypochonder" abgestempelt werden, da ihre Symptome nicht immer sofort ernst genommen werden. Im Verlauf des Gesprächs wird Anna, die betroffenen Patientin, eingeladen, um Einblicke in ihre persönliche Geschichte und den Umgang mit EDS zu geben. Sie schildert eine lange Odyssee von Fehl- und Falscheinschätzungen über ihre Erkrankung und beleuchtet, wie sie schließlich bei fachkundigen Ärzten landete, die ihre Symptome ernst nahmen. Anna beschreibt eindringlich, wie die Symptome ihr alltägliches Leben beeinflussen - von chronischen Gelenkschmerzen über gastrointestinale Probleme bis hin zu Fatigue und Konzentrationsstörungen. Die Zuhörer erhalten ein greifbares Bild von den Herausforderungen, mit denen Menschen mit EDS konfrontiert sind, und von der Notwendigkeit, die Erkrankung als multi-systemisches Problem zu betrachten. Abschließend wird das Ziel der Episode klargestellt: Die Schaffung von Bewusstsein für das Ehlers-Danlos-Syndrom und die Herausforderungen, die damit einhergehen. Jan-Peer und Marco ermutigen zur offenen Diskussion über seltene Erkrankungen und betonen, dass jeder Fall einzigartig ist und ein besseres Verständnis schafft, um betroffenen Menschen die notwendige Unterstützung zu geben. Sie bedanken sich bei Anna für ihren offenen und lehrreichen Beitrag und schliessen mit einem Appell an die Zuhörer, sich bei Fragen oder Themen, die sie im Podcast besprochen sehen möchten, zu melden.