104: Der große Wolfs-Check Schweiz
Der Wolfspodcast
Vor 2 Tagen • 1 Std. 8 Min.
In dieser Episode des Wolfspodcasts begrüßt Sabine zum zweiten Mal Christina Steiner, Präsidentin des Vereins CHWOLF. Schon in Folge 37 war sie zu Gast – damals ging es um den wachsenden politischen Druck auf den Wolf in der Schweiz. Eineinhalb Jahre später zeigt sich: Die Lage hat sich weiter zugespitzt. Im Zentrum steht ein Jagdgesetz, das präventive Abschüsse erlaubt – und eine Verordnung, die diese Praxis massiv ausweitet. Was als Regulierung verkauft wird, hat sich zu einer Abschusspolitik entwickelt, die immer weiter außer Kontrolle gerät. Seit dem Winter 2023 wurden in der Schweiz über 230 Wölfe getötet. Die meisten von ihnen hatten nie Schaden verursacht. Viele waren Jungtiere. Die Auswirkungen sind brisant. Statt die Zahl der Nutztierrisse zu senken, zeigen sich in einigen Regionen gegenteilige Entwicklungen. Die Eingriffe in bestehende Rudelstrukturen destabilisieren die Familienverbände und setzen die Wölfe massiv unter Druck – mit ökologischen Folgen, die noch gar nicht absehbar sind. Doch der nächste Schritt ist bereits in Planung. Eine weitere Revision des Jagdgesetzes könnte Abschüsse ohne Schonzeit ermöglichen – selbst in Schutzgebieten. Im Raum steht sogar eine Obergrenze für den Wolfsbestand. Die Frage ist längst nicht mehr, ob der Schutz aufgeweicht wird, sondern wie weit. Sabine spricht mit Christina Steiner über die Hintergründe dieser Entwicklung, über politische Dynamiken und gezielte Desinformationen, die die Gesellschaft verunsichern – und über die Frage, welche Handlungsspielräume engagierten Artenschützern wie CHWOLF noch bleiben. Trotz der angespannten Lage blickt Christina vorsichtig optimistisch nach vorn: Ein mögliches Referendum und ein anschließender Volksentscheid könnten nochmal Bewegung ins Ganze bringen. Vieles, was in der Schweiz in Sachen Wolf passiert, ist kaum zu glauben und nicht auszuhalten. Ein Grund mehr, genau hinzuschauen und in dieser Folge die Fakten ungeschönt auf den Tisch zu legen.