105: Wolfsmythen im Reality-Check mit Prof. Kurt Kotrschal
Der Wolfspodcast
Vor 5 Tagen • 52 Min.
Der Wolfsommer 2026 hinterlässt Spuren – bei Menschen wie bei Wölfen. Wetterextreme und eine hitzige politische Debatte bestimmen das Klima. Doch wie kommen Wölfe mit Hitze und Trockenheit zurecht? Wie leben sie im Hochsommer? Und welche Aufgaben übernehmen die Elterntiere noch, wenn die Welpen schon mehrere Monate alt sind? Zu Gast ist Prof. Dr. Kurt Kotrschal, eine der profiliertesten Stimmen der europäischen Wolfsforschung. Mit ihm prüft Sabine Sebald in dieser Episode gängige Erzählungen: Sind Wölfe wirklich eine Gefahr für Menschen? Brauchen sie „echte Wildnis“? Fressen sie den Wald leer? Und führen weniger Wölfe tatsächlich zu weniger Rissen? Auch hartnäckige Halbwahrheiten aus Jagd und Politik stehen zur Debatte. Dazu zählt die Behauptung, Abschüsse würden Wölfe „lernen lassen“, dass Siedlungen und Nutztiere gefährlich sind – ein Argument, das Jagdfunktionäre wie Helmut Damman-Tamke immer wieder für weitreichende Forderungen nach Bestandsregulierung anführen. Die Folge fragt nicht nur, was an solchen Aussagen stimmt, sondern auch, warum sich Mythen so hartnäckig halten. Sie diskutiert zudem, ob man die Naturverwaltung jenen Akteuren überlassen sollte, die in der öffentlichen Debatte immer wieder mit fragwürdigen oder falschen Behauptungen auffallen. Ein Reality-Check für alle, die die aktuelle Wolfspolemik besser einordnen und zwischen Emotion, politischem Interesse und wissenschaftlicher Evidenz unterscheiden wollen – und für alle, die neu im Thema sind.