028 - Wenn Geld dem Gemeinwohl dient
Die Krisen überwinden
Vor 6 Tagen • 32 Min.
Geld muss gar nicht unbedingt knapp sein, so wie es jetzt immer gesagt wird. Geld könnte es reichlich geben. Allerdings muss man es schlau anstellen, dass daraus keine Inflation erwächst. Die jetzige Praxis der vermehrten Geldschöpfung durch die Zentralbank eröffnet zwar neue finanzielle Spielräume für die jeweilige Regierung, ändert aber nichts an den vielen Krankheiten des jetzigen Geldsystems. Geld kommt weiterhin nur dann in Umlauf, wenn jemand dafür Schulden macht. Geld wird als Ware gehandelt, hat also einen Pries und wandert vor allem dorthin, wo es hohe Renditen gibt - unabhängig vom Nutzen für die Gemeinschaft. Und nicht zuletzt ist das ganze System weiterhin sehr undurchschaubar. Es gibt auch keinerlei demokratische Kontrolle.In einem neuen Geldsystem werden Finanzmärkte, also der Ort, an dem Geld zur Ware wird, schlicht und einfach überflüssig werden. Unternehmen brauchen sich das Geld nicht mehr über den Verkauf von Aktien oder überhaupt auf den Finanzmärkten zu besorgen. Geld wird als Zentralbankgeld in der nötigen Menge angeboten.Die ganzen heute tagtägliche Aufregungen um die Kursentwicklungen an den Finanzmärkten, die Zinsentwicklungen, die Spekulationen entfallen. Niemand muss sich darum Gedanken machen. Geld ist ein Instrument, um mein Frühstück zu bezahlen – mehr nicht.Damit kann eine tickende Zeitbombe unserer Wirtschaftsweise endlich entsorgt werden. Finanzkrisen wie wir sie immer wieder erleben, wird es nicht mehr geben. Wohin das Geld fließt und wofür es verwendet wird entscheidet heute der Markt. Im Klartext heißt das, einige wenige, aber sehr mächtige Akteure entscheiden darüber, wo das Geld hinfließt. Das mit Abstand wichtigste Kriterium für den Geldfluss ist die zu erwartende Rendite.Bürger sind von diesen Entscheidungen ausgeschlossen. Das ganze Geldsystem, das unser tägliches Leben erheblich beeinflusst, ist nicht nur ein demokratiefreier Raum, es treibt die demokratisch gewählten Regierungen nach Belieben vor sich her.Sollte eine Regierung mit den Entscheidungen nicht einverstanden sein und etwa versuchen, sich einzumischen, drohen die Kapitalbesitzer in ein anderes Land zu ziehen oder/und Arbeitskräfte zu entlassen. Keine Regierung kann es sich leisten, dass inländisch gebundenes Kapital in einem größerem Umfang in ein anderes Land fließt. Also gehorchen sie den mächtigen Hütern des Kapitals. Wenn Geld allerdings ein öffentliches Gut ist, brauchen wir andere Spielregeln. Die Bürger:innen müsssen nicht nur wissen, sondern auch daran beteiligt werden, wer das neue Geld bekommt und wofür das neue Geld verwendet werden soll .Diese Klarheit ist die erste Voraussetzung für ein demokratisches Geldsystem. Das bedeutet nicht, dass die Bürger:innen sich in konkrete unternehmerische Entscheidungen einmischen. Wieviel Geld sich ein Unternehmen bei der Regionalbanken per Kredit ausleihen will, ist und bleibt eine betriebswirtschaftliche Entscheidung der Unternehmen. Die Allgemeinheit nimmt allerdings dadurch Einfluss auf diese unternehmerischen Entscheidungen, dass sie die Kriterien bestimmt, die für die Kreditvergabe entscheidend sind.