Die Sache mit der Vergänglichkeit
Die Sache mit der Vergänglichkeit

Die Sache mit der Vergänglichkeit

Ingo Stoll, Clarissa Meier, Lama Samten


Podcast

Mit diesem Podcast wollen wir Dich einladen, die vielfach verbreiteten Glaubenssätze über Trauer, Sterben und das Leben damit zu hinterfragen. Wir möchten neue Perspektiven aufzeigen und den wahren Geschichten eine Bühne geben. „Du bist dem Tod so oft begegnet, du solltest ein Buch schreiben.“ Seit Lama Samten, ein buddhistischer Mönch aus Nordindien, diesen Rat an Clarissa, eine Berliner Unternehmerin und praktizierende Hexe, gab, sind Jahre vergangen. Ihre Begegnung mit Ingo, einem Audiograf und Sterbebegleiter, brachte den Stein dann endgültig ins Rollen. ​ Jetzt haben wir das Projekt "Die Sache mit der Vergänglichkeit" gestartet!

Alle Folgen

  • 18 Selbstbestimmtes Sterben - bei Mensch und Tier

    14.07.202553:57

    Was bedeutet es, selbst über das eigene Lebensende zu bestimmen? Und wie gehen wir damit um, wenn Tiere alt, krank oder schwach werden? In dieser eindrucksvollen Folge sprechen Clarissa, Ingo und der buddhistische Mönch Samten über das heikle Thema des selbstbestimmten Sterbens – bei Menschen wie bei Tieren. Samten eröffnet einen spirituellen Blickwinkel auf Schmerz, Lebenswert und die karmischen Folgen von Suizid oder Sterbehilfe. Clarissa teilt sehr persönliche Erfahrungen, etwa wie sie sich – entgegen tierärztlicher Empfehlungen – entschied, ihren Hund "Jacko" nicht einschläfern zu lassen. Eine Entscheidung, die Jacko noch sieben glückliche Lebensjahre schenkte. Auch Ingo reflektiert seine Haltung: zwischen philosophischem Anspruch auf Selbstbestimmung und der realen Verantwortung für andere – sei es in der Familie oder im Umgang mit dem alternden Familienhund Elmo. Eine Folge voller Geschichten, berührender Einsichten und intensiver Gedanken darüber, was es heißt, am Ende wirklich da zu sein – füreinander. Emotional. Kontrovers. Und unbedingt hörenswert. Jetzt reinhören – und vielleicht ein bisschen anders auf Abschied, Fürsorge und Lebensmut blicken.

  • 17 Sternenkinder und Frühchen - Kleine Seelen, große Spuren

    14.05.20251:30:12

    In dieser besonders bewegenden Episode sprechen wir mit Mandy Kremer, der Vorsitzenden des Vereins Sternenzauber und Frühchenwunder. Sie gibt uns einen tiefen Einblick in ihre ehrenamtliche Arbeit für Eltern von Sternenkindern und Frühgeborenen – eine Welt, die oft im Verborgenen bleibt, obwohl sie so viele Familien betrifft. „Trauer darf bunt sein.“ – Mandy erzählt davon, wie der Verein Eltern dabei hilft, würdevoll Abschied zu nehmen und Erinnerungen zu schaffen. Ob es sich um selbstgenähte Einschlagdecken, kleine Erinnerungsstücke oder handgefertigte Kleidungsstücke handelt – jede Geste soll zeigen: Ihr seid nicht allein. Highlights der Episode: • Sternenkinder und Frühchen: Was bedeutet es für Eltern, ihr Kind so früh zu verlieren oder um das Leben eines Frühgeborenen zu bangen? • Würde im Abschied: Warum es wichtig ist, dass auch kleinste Wesen nicht nackt beerdigt werden – und wie der Verein dabei unterstützt. • Erinnerungen schaffen: Selbstgefertigte Kleidungsstücke, Erinnerungsstücke und Decken helfen den Familien, den Abschied bewusster zu gestalten. • Gemeinschaft und Unterstützung: Über 1700 ehrenamtliche Helfer:innen sind in ganz Deutschland aktiv – sie nähen, stricken und spenden Trost. • Die Macht des Wissens: Mandy spricht über die mangelnde Aufklärung im Gesundheitswesen und warum Eltern oft nicht wissen, welche Rechte sie haben. „Jede Familie sollte würdevoll Abschied nehmen können – unabhängig von der Größe des Lebens.“ Diese Episode berührt, klärt auf und macht deutlich, wie wichtig es ist, Trauer Raum zu geben – und wie viel Mitgefühl darin liegt, auch das Kleinste im Leben wertzuschätzen. ⸻ Hört rein – und entdecke, warum Sternenzauber und Frühchenwunder weit mehr als nur ein Verein ist.

  • 16 Macht uns die KI unsterblich?

    25.04.202544:18

    In dieser Episode begeben wir uns auf eine kluge, humorvolle und zugleich tiefgründige Reise durch eines der spannendsten Zukunftsthemen überhaupt: Künstliche Intelligenz und die Sehnsucht nach Unsterblichkeit. Was zunächst klingt wie Science-Fiction, wird schnell zu einer sehr persönlichen Diskussion über Lebenssinn, Verlust, digitale Spuren und spirituelle Tiefe. „KI ist wie eine Küche: Was du draus machst, hängt davon ab, was du mitbringst.“ Mit diesem Bild bringt Samten auf den Punkt, dass Künstliche Intelligenz nicht neutral ist, sondern von unseren Werten, Wünschen und Ängsten geprägt wird. Highlights der Episode: - Digitales Weiterleben: Wir fragen uns: Wird es irgendwann normal sein, mit einem Avatar eines Verstorbenen zu sprechen? Und: Wollen wir das überhaupt? - Spiritualität vs. Technikgläubigkeit: Während in westlichen Gesellschaften der Tod oft verdrängt wird, bringt Samten eine östliche Perspektive ein: „Wir waren schon immer unsterblich – als karmische oder energetische Spur.“ - Ethische Grenzen und neue Möglichkeiten: Was passiert, wenn Technik beginnt, den Tod „überwindbar“ zu machen? Und woran erkennen wir, dass ein echtes Gefühl nicht durch Code ersetzt werden kann? - Zukunftsvisionen mit Augenzwinkern: Zwischen Kühlschrank, KI-Avatar und Spülmaschine diskutieren wir, ob die Technologien von heute bald so selbstverständlich sein werden wie ein Haustier oder ein Kaffeevollautomat. - Einladung zum Mitdenken: „Wenn KI helfen kann zu trauern – gut. Wenn sie uns vom Loslassen abhält – schwierig.“ Wir stellen Fragen, statt fertige Antworten zu geben. „Unsterblichkeit kann technisch möglich werden – aber wollen wir das überhaupt? Und wenn ja, zu welchem Preis?“ Diese Folge ist keine Abhandlung über Technologie, sondern eine Einladung zum Innehalten. Sie verbindet Alltagsbeobachtung mit spirituellem Tiefgang und ermutigt, sich selbst die großen Fragen zu stellen – mit einem Lächeln und offenen Herzen. Hör rein – und denk mit uns weiter über das, was bleibt.

  • 15 Losar! Der Jahresauftakt 2025

    18.03.202547:24

    In dieser besonderen Folge unseres Podcasts kehren wir als Dreierteam nach einer längeren Pause zurück und starten gemeinsam in ein neues Jahr – und gleich mehrere Neujahre! Denn neben dem westlichen Jahreswechsel feiern wir das tibetische Holz-Schlangen-Jahr und tauchen tief in die Bedeutung dieses besonderen Jahres ein. „Wenn du im Schlangenjahr etwas erreichen willst, dann denk es gründlich durch – sonst kann es gefährlich werden.“ Mit diesem Bild eröffnet Samten und gibt uns einen faszinierenden Einblick in den tibetischen Kalender und seine Weisheiten. Die Schlange steht für Transformation, aber auch für Herausforderungen – ein Symbol, das sich perfekt auf unser eigenes Leben übertragen lässt. Highlights der Episode: - Rückkehr nach einer Pause: Wir reflektieren, was in den letzten Monaten passiert ist und was uns als Podcast-Team bewegt hat. - Die Bedeutung des Holz-Schlangen-Jahres: Warum ist dieses Jahr besonders? Welche Chancen und Herausforderungen bringt es mit sich? - Vergänglichkeit und Veränderung: Warum das Leben eine ständige Bewegung ist und warum wir uns jeden Tag aufs Neue entwickeln. - Neuer Rhythmus für den Podcast: Wir brechen bewusst mit festen Veröffentlichungsregeln und entscheiden uns für einen intuitiveren Ansatz – Überraschungen inklusive! - Reflexion über unser eigenes Projekt: Was haben wir mit diesem Podcast bisher erreicht? Wen haben wir berührt? Und warum ist die Vergänglichkeit ein Thema, das uns alle betrifft? „Die Gesellschaft sagt uns: Plant euer Leben! Aber vielleicht ist es genau richtig, manchmal loszulassen und die Dinge geschehen zu lassen.“ Diese Episode ist ein inspirierender Neustart – sowohl für uns als auch für euch! Sie lädt dazu ein, das neue Jahr bewusst zu gestalten, sich selbst Fragen zu stellen und Vergänglichkeit nicht als Bedrohung, sondern als Teil des Lebens zu begreifen. Hört rein und starte mit uns in ein Jahr voller Wandel, Reflexion und neuer Möglichkeiten! Jullay! Clarissa, Samten & Ingo

  • 14 Wie Angehörige einen guten Abschied gestalten können

    31.01.202539:16

    In dieser Podcast-Episode sprechen wir mit Susanne Janssen, einer erfahrenen Pflegeexpertin, die mit ihrem Mann über 45 Jahre Altersresidenzen aufgebaut und betrieben hat. Sie hat selbst 16 Jahre in der Pflege gearbeitet und früh damit begonnen, Konzepte für einen respektvollen Umgang mit demenzkranken Menschen zu entwickeln – eine Praxis, die damals noch kaum erforscht war. Durch ihre Beobachtungsgabe und ihr Einfühlungsvermögen hat sie Methoden erarbeitet, um alte und kranke Menschen nicht nur zu betreuen, sondern ihnen auch ein würdevolles Leben bis zum Schluss zu ermöglichen. Zentrales Thema: Würde und Selbstbestimmung in der Sterbebegleitung Ein wesentlicher Aspekt der Episode ist die Frage, wie man Menschen in ihren letzten Lebensphasen begleitet. Susanne Janssen erzählt eindrucksvolle Geschichten aus ihrer eigenen Erfahrung, in denen es darum geht, Sterbenden ihre Würde zu lassen und ihre individuellen Wünsche zu respektieren – selbst wenn sie medizinisch nicht “rational” erscheinen. Ein Beispiel ist ein sterbender Mann, der sich ein letztes Mal ein Bier, ein Eisbein und eine Zigarre wünschte – Dinge, die im Krankenhaus nicht erlaubt gewesen wären. Doch für ihn bedeuteten sie Lebensqualität, und so konnte er friedlich einschlafen. Beobachtung als Schlüssel zur guten Pflege Janssen betont, wie wichtig es ist, kleinste Signale eines pflegebedürftigen oder sterbenden Menschen wahrzunehmen: ob jemand friert, Schmerzen hat oder einfach in einer unbequemen Position liegt. Auch Menschen mit schwerer Demenz oder andere nicht mehr kommunikationsfähige Patienten verdienen Respekt und Autonomie – sie sind keine Kinder, sondern Erwachsene mit Geschichte und Stolz. Sterbebegleitung innerhalb der Familie Besonders bewegend ist Susannes persönliche Geschichte über den Tod ihrer Cousine. Sie beschreibt den schwierigen, aber bewussten Entschluss, sie aus dem Krankenhaus nach Hause zu holen, um ihr ein friedliches Sterben in einer vertrauten Umgebung zu ermöglichen. Sie erzählt, wie wichtig es war, ihre Wünsche zu respektieren – etwa, dass sie keine künstliche Ernährung oder Flüssigkeitszufuhr mehr wollte – und wie die Familie diesen Abschied als eine würdevolle, sogar schöne Zeit empfunden hat. Ein Plädoyer für mehr Offenheit im Umgang mit dem Sterben Die Episode schließt mit einem Appell an alle Zuhörer: Angehörige sollten sich frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzen, etwa durch Patientenverfügungen, um in einer Krisensituation nicht unsicher zu sein. Das Sterben gehört zum Leben, und es ist eine wertvolle Aufgabe, Menschen dabei zu begleiten – mit Respekt, Ruhe und Achtsamkeit. Fazit Diese Episode ist eine bewegende Reflexion über den Umgang mit Sterben und Tod. Susanne Janssen gibt wertvolle Einblicke in die Praxis der Pflege und Sterbebegleitung und zeigt, dass es nicht darum geht, Menschen bis zuletzt am Leben zu halten, sondern ihnen ein würdevolles und selbstbestimmtes Ende zu ermöglichen.

  • 13 Sozialbestattungen - Wo liegt das Mindestmaß an Würde?

    30.12.202450:20

    In Episode 13 unseres Podcasts tauchen wir gemeinsam mit unserem Gast Max in die faszinierende, oft verborgene Welt der Bestattungsbranche ein. Dabei werfen wir nicht nur einen Blick auf die Logistik und Prozesse, sondern vor allem auf die menschliche Seite des Todes. Max, ein 20-jähriger Student, teilt seine eindrucksvolle Erfahrung, die er bei einem eintägigen Praktikum in einem Bestattungsunternehmen gesammelt hat. „Man denkt nie über den Tod nach – bis er plötzlich Teil deines Alltags wird.“ Dieses Zitat von Max bringt eine zentrale Erkenntnis der Episode auf den Punkt: Der Tod ist allgegenwärtig, und doch setzen wir uns kaum mit ihm auseinander – bis wir dazu gezwungen werden. Highlights der Episode: * Einblicke in die Bestattungsbranche: Max schildert hautnah, wie schnell der Tod zur Routine wird und warum ein pragmatischer Umgang damit notwendig ist. * Eindrückliche Geschichten: Von der „Sozialbestattung“, bei der Menschen ohne Angehörige das absolute Mindestmaß an Würde zuteilwird, bis hin zu dem Moment, in dem Max erkennt: „Das waren Menschen, die gestern noch am Leben waren.“ * Philosophische Reflexionen: Wir diskutieren, wie die Konfrontation mit der Vergänglichkeit unseren Blick aufs Leben verändert. „Man lebt nur einmal – aber was bedeutet das wirklich?“, fragt sich Max, nachdem er die Realität des Todes erlebt hat. * Humor und Tiefgang: Trotz des ernsten Themas gelingt es uns, die Episode mit Leichtigkeit und Offenheit zu gestalten. Denn wie Max sagt: „Es ist eine Industrie wie jede andere – nur mit deutlich mehr Tabus.“ Der Tod betrifft uns alle – und doch ist er eines der letzten großen Tabus unserer Gesellschaft. In dieser Episode öffnen wir eine Tür zu einem Thema, das mehr Aufmerksamkeit verdient. Max’ ehrlicher Bericht und die damit verbundenen Einsichten regen zum Nachdenken an: über die eigene Vergänglichkeit, den Umgang mit Verlust und die Bedeutung des Lebens. Hör rein und lass dich berühren, inspirieren und überraschen. Die Episode bietet eine seltene Perspektive auf das, was hinter verschlossenen Türen geschieht – und zeigt, wie der Blick auf den Tod unseren Umgang mit dem Leben verändern kann.