Rechte Träume, linke Träume
Die sogenannte Gegenwart
Gestern • 1 Std. 17 Min.
Lang schien es Konsens, dass utopisches Denken in der seriösen Politik nichts mehr verloren hat. »Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen«, sagte Helmut Schmidt über politische Träumer, Angela Merkel prägte die Formel der »Alternativlosigkeit«. Nun, 2026, liegt eine andere Stimmung über dem Land. Nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Berlin scheinen sowohl von rechts als auch von links wieder große neue Gesellschaftsentwürfe im Raum zu stehen. Und auch wenn diese Entwürfe unterschiedlicher nicht sein könnten: Mit ihnen kehrt der Begriff der Zukunft und der Alternative ins politische Denken zurück. Bei vielen Wählern stellt sich das Gefühl ein, endlich wieder handlungsfähig zu sein – und wirklich etwas verändern zu können. »Alles ist möglich«, behauptete die AfD im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt – und in Berlin träumen Linke davon, Wohnungskonzerne zu enteignen. Ist diese Entwicklung gefährlich, weil das politische Träumen an sich gefährlich ist? Oder kommt es nur darauf an, wer wovon träumt? Gibt es neben linken Utopien tatsächlich auch rechte Utopien – oder bleibt den Rechten nur die Gegenutopie, die immer nur auf die Träume der Linken reagiert? Und könnte das überhaupt gehen: ohne Utopien leben? Und will man das? Diese Fragen diskutieren Nina Pauer, Lars Weisbrod und Ijoma Mangold in der aktuellen Folge des ZEIT-Feuilleton-Podcasts – und zwar bei einer Liveaufnahme in Düsseldorf während der Zoon Podcast Week. Sie erreichen das Team unter gegenwart@zeit.de. Shownotes Joachim Fest: Der zerstörte Traum. Vom Ende des utopischen Zeitalters (1991); abgedruckt auch in dem Band Nach dem Scheitern der Utopien, der erhältlich ist im Rowohlt Verlag. Ursula K. Le Guin: The Ones Who Walk Away from Omelas (1973) Jürgen Habermas: Die Neue Unübersichtlichkeit (1985) Ab dem 15.1.2025 sind Teile des Archivs von "Die sogenannte Gegenwart?" nur noch exklusiv mit einem Digitalabo der ZEIT zu hören – auf www.zeit.de/die-sogenannte-gegenwart, auf Apple Podcasts und auf Spotify. Ein kostenloses Probeabo können Sie hier abschließen. Wie Sie ihr Abo mit Spotify oder Apple Podcasts verbinden, lesen Sie hier. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.