Hoffentlich kommt dieser Tag nie!
DRK kreuz & quer
Vor 6 Tagen • 15 Min.
Ich stehe am Rand eines Übungsgeländes bei Neubrandenburg. Zelte, Funkgeräte, verletzte Darsteller, knappe Kommandos. Von außen sieht das nach Chaos aus. In Wahrheit sitzt jeder Handgriff. Und mir geht nur ein Satz durch den Kopf: Wenn es jemals ernst wird, will ich genau diese Leute haben. Mittendrin steht Julius Abert, mein heutiger Gast und seit Kurzem mein Kollege. Seit fast zehn Jahren gehört er zum Roten Kreuz, vom Schulsanitätsdienst bis ins Landesausbildungsteam. Seit Anfang 2026 verantwortet er die Medical Task Force bei uns im Landesverband. Für ihn ist dieser Tag die erste große Übung in neuer Rolle. „Im Einsatz läuft die Zeit immer gegen uns." Diesen Satz sagt Julius mitten im Gespräch, und er erklärt fast alles über seine Arbeit. Denn die Medical Task Force (MTF) rückt an, wenn eine Lage die Kräfte vor Ort übersteigt. Wenn viele Menschen gleichzeitig Versorgung brauchen und das gewohnte System an seine Grenze kommt. Drei Dinge kann die MTF: viele Verletzte behandeln, über weite Strecken transportieren, bei Gefahrstoffen dekontaminieren. Warum steht der Zivilschutz wieder auf jeder Tagesordnung? Was verändern CBRN-Gefahren, die man weder sieht noch riecht? Und warum zählt jede Stunde Vorbereitung, lange bevor etwas passiert? Weil die Zeit eben nicht wartet, arbeitet Julius schon heute an dem Vorsprung, der im Ernstfall über alles entscheidet. Zum Schluss wird Julius deutlich und richtet einen Appell an die Politik: • Verlässlichkeit statt Denken in Legislaturperioden! • Ehrliche Fähigkeiten statt Versprechen auf dem Papier! • Faire Bedingungen für die Menschen, die dieses Ehrenamt tragen! Sein Fazit: weniger Symbolpolitik, mehr Strukturarbeit. Du hörst zu und denkst: Ich will mitmachen? Dann melde dich bei uns beim Roten Kreuz in Mecklenburg-Vorpommern. Wir freuen uns auf dich.