Die Kinder vom Bullenhuser Damm
01.07.2026•33:06
Hamburg, Nacht vom 20. auf den 21. April 1945. Drei Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs.Im Keller einer Schule im Stadtteil Rothenburgsort werden zwanzig jüdische Kinder ermordet. Sie sind zwischen fünf und zwölf Jahre alt. Sie kamen aus fünf Ländern. Zuvor waren sie im Konzentrationslager Neuengamme für medizinische Versuche des SS-Arztes Kurt Heißmeyer missbraucht worden. Als die Alliierten näher rücken, sollen sie für immer schweigen.Man betäubt sie mit Morphium. Dann hängt man sie einzeln an Wandhaken auf.Auch die vier erwachsenen Häftlinge, die den Kindern bis zuletzt beistanden, werden ermordet. In derselben Nacht sterben weitere namenlose Opfer.Fast 35 Jahre lang blieb dieses Verbrechen weitgehend im Schatten. Bis der Journalist Günther Schwarberg begann, zu suchen: nach Akten, Spuren, Familien, Namen. Nach Kindern, die die Täter auslöschen wollten.Diese Folge erzählt von Sergio aus Neapel, der nur zu seiner Mutter wollte. Von Eduard und Alexander aus den Niederlanden. Von der kleinen Eleonora, dem jüngsten Opfer. Von Müttern, die jahrzehntelang suchten. Von Angehörigen, die erst viel später erfuhren, was geschehen war. Und von einem Verbrechen, das nicht nur aus Hass geschah, sondern auch aus Feigheit vor der Wahrheit.„Die Kinder vom Bullenhuser Damm“ ist kein True Crime zur Unterhaltung. Es ist respektvolle Erinnerungsarbeit.Denn Geschichte ist keine Vergangenheit.Sie ist das, was bleibt, wenn Menschen schweigen.Geschrieben und gesprochen von Alke Katharine Szonn.