#148 Liebt einander - Warum echte Spiritualität im Alltag beginnt
Vor 3 Tagen•17:43
Nach einer kleinen Pause gibt es heute wieder eine neue Folge – ganz nah an meinem Alltag. Und genau das ist es auch, was ich gerade besonders spüre: Spiritualität zeigt sich nicht getrennt vom Leben, sondern genau dort – wo wir Menschen begegnen. Lange Zeit habe ich sie anders erlebt: hier die lichtvolle Tiefe, dort das fordernde Menschsein. Heute zeigt sich mir immer klarer: Es gibt keine Trennung. Das Göttliche will im Alltag erfahren werden – in jeder Begegnung, in jedem Moment des Seins. Gestern durfte ich einer 91-jährigen Frau begegnen. Mitten im Gemeindebau, ganz unscheinbar – und doch voller Weisheit. Sie erzählte von ihrem Leben, von Dunkelheit und von Liebe. 61 Jahre Ehe – und jeden Tag haben sie einander angesehen und das Göttliche im Gegenüber erkannt. Und dann sagte sie: „Das Wichtigste ist – liebt einander.“ Diese Worte wirken nach. Denn sie tragen eine tiefe Wahrheit in sich: Wir erkennen uns selbst im Du. In der Begegnung. Im Spiegel des anderen. Meine spirituelle Praxis, mein Rückzug, mein Sadhana – all das nährt mich. Doch verkörpert wird es erst im Leben. Dort, wo es vielleicht unbequem wird. Wo wir berührt werden, herausgefordert sind – und dennoch offen bleiben. Heute, in kleinen Begegnungen vor meiner Praxis, habe ich genau das gespürt: Präsenz. Verbindung. Herz. Vielleicht geht es nicht darum, dem Licht irgendwohin zu folgen. Sondern es hierher zu bringen – in unser Sprechen, unser Handeln, unser Miteinander. Und vielleicht ist es genau das: Ich habe lange gewusst, dass es keine Trennung gibt – und jetzt kann ich es fühlen. Liebt einander – und erkennt darin das Eine. Viel Inspiration beim Hören Effata Christine